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Baustellenbesuch im geschlossenen Pergamonmuseum

Das Pergamonmuseum ist eines der beliebtesten Museen. Wegen Sanierungsarbeiten ist der Publikumsmagnet noch Jahre geschlossen. Die Baustelle braucht Platz, tonnenschwere Kunstwerke müssen weichen.
Baustellenbesuch Südflügel Pergamonmuseum
Für den Transport vorbereitete antike Skulpturen stehen vor dem Ischtar-Tor im Pergamonmuseum. © Monika Skolimowska/dpa

Mit dem Berliner Pergamonmuseum ist eines der meistbesuchten Häuser Deutschlands auf Jahre geschlossen. Während sich Touristen auf der als Unesco-Welterbe gelisteten Museumsinsel Alternativen für ihren Besuch ausdenken müssen, weichen im riesigen Pergamonmuseum tonnenschwere Kunstwerke der Baustelle.

Wo sonst die Prozessionsstraße von Babylon auf das Ischtar-Tor aus dem sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung führte, lagern nun tonnenschwere Figuren, Teile von antiken Statuen oder Reliefs. Allein in den kommenden Tagen werden 59 der wuchtigen Objekte, die nicht in Fahrstühle passen, durch ein entsprechend präpariertes Fenster in eigens angemietete Lager oder Restaurationswerkstätten verfrachtet.

Wo möglich, werden die riesigen Skulpturen und Reliefs zerlegt. Bei der Statue eines römischen Kaisers aus dem Milet-Saal etwa lässt sich der in die Luft gestreckte linke Arm seit einer Restaurierung vor einigen Jahren einfach abnehmen - so passt er dann auch in den Fahrstuhl.

«Das Pergamonmuseum ist nicht mehr in einem Zustand, solche Objekte zu schützen», sagte Stefan Weber, Direktor des Museums für Islamische Kunst, am Freitag während einer Baustellenbegehung. Über ihm an der Decke sind die Spuren zahlloser Wasserschäden im alten Gebäude zu erkennen. Zuversichtlicher ist Weber beim Ablauf der geplanten Arbeiten: «Wir sind gut in der Zeit.»

Das Pergamonmuseum ist eines der beliebtesten deutschen Museen. Als eines der wenigen Museen in Deutschland lockt es mit Antikensammlung, Vorderasiatischem Museum und Museum für Islamische Kunst sonst jährlich mehr als eine Million Menschen an.

Für noch mindestens drei Jahre bleibt das denkmalgeschützte Haus völlig geschlossen. Bereits seit zehn Jahren ohne öffentlichen Zugang sind der Nordflügel des Baus sowie der Zentraltrakt mit dem berühmten Pergamonaltar. Der Bauabschnitt A mit dem Pergamonaltar soll 2027 wieder zugänglich sein.

Die Bauarbeiten zur Grundinstandsetzung im Südflügel sollen zum Jahresende 2024 beginnen. Dieser zweite Abschnitt B bleibt bis mindestens 2037 zu. Damit ist das gesamte Pergamonmuseum frühestens wieder in 13 Jahren zu erkunden. Die Gesamtkosten könnten bei 1,5 Milliarden Euro liegen.

«Wir wollen sichtbar bleiben», sagte Barbara Helwing, Direktorin des Vorderasiatischen Museums. Mit anderen Berliner Museen sind deswegen Kooperationen geplant. Zudem gibt es Gespräche über Leihgaben etwa mit dem Louvre in Paris, dem Metropolitan Museum in New York, dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles oder dem British Museum in London.

Einige der riesigen Objekte können nicht aus dem 1930 eröffneten Pergamonmuseum ausgebaut werden. So werden etwa das Ischtar-Tor und das fast 17 Meter bis zur Decke reichende römische Markttor von Milet aus dem zweiten Jahrhundert hinter Schutzwänden verpackt und mit Sensoren überwacht. Dabei helfen die Erfahrungen, die mit dieser Methode beim Pergamonaltar in den vergangenen Jahren gesammelt werden konnten.

Bei den Arbeiten wird laut Helwing immer wieder auch deutlich, dass vieles in dem berühmten Museum auch «Spektakel und Inszenierung» ist. Ohnehin sind bei vielen Objekten zahlreiche Teile ergänzt. Bei den großen Babylon-Werken etwa sind Helwings Angaben zufolge 84 Prozent Rekonstruktionen des historischen Originals.

Die Restaurationsteams haben bei den Abbauarbeiten auch immer wieder «einige interessante Überraschungen erlebt». So fanden sich hinter manchen Objekten handschriftliche Anmerkungen der Bauarbeiter. An einer Stelle hinter einem Kunstwerk wurde zwischen Füllmaterial und Mörtel ein alter Lohnzettel über 49 Mark entdeckt - neben fünf leeren Zigarettenschachteln.

© dpa ⁄ Gerd Roth, dpa
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