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Eine neue Idee von Museum - Archiv der Avantgarden öffnet

Vor Jahren schenkt ein Mäzen Sachsen seine Kunstsammlung. Der Freistaat baut dafür ein barockes Gebäude um - das ist mehr als ein Archiv mit Ausstellungshalle.
Eröffnung Archiv der Avantgarden Dresden
Teilnehmer einer Pressekonferenz stehen im Archiv der Avantgarden - Egidio Marzona (ADA) in einem multifunktionalen Raum. © Sebastian Kahnert/dpa

Sachsen hat einen weiteren Kunsttempel. Das Archiv der Avantgarden - Egidio Marzona (ADA) öffnet an diesem Sonntag nach sechsjährigem Umbau eines historischen Gebäudes als neuer Ausstellungs-, Forschungs- und Debattenort der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). «Das ist hier eine Sternstunde», sagte SKD-Generaldirektion Marion Ackermann am Donnerstag. Das ADA sei kein reines Archiv, kein reines Museum, «sondern eine neuartige Institution dazwischen, ein Beispiel, wie man Museum auch denken kann».

Ackermann dankte dem Namensgeber Egidio Marzona für die 2016 erfolgte Schenkung seiner Kunstsammlung von fast 1,5 Millionen Objekten. «Es ist der größte Zugewinn, den die SKD jemals auf einen Schlag aufnehmen konnten.» Und der Freistaat habe «so ein tolles und mutiges Projekt» möglich gemacht. Rund 29 Millionen Euro wurden investiert, um das Blockhaus aus dem 18. Jahrhundert zum Kunsttempel zu machen.

Im Inneren des unter Denkmalschutz stehenden, bis auf die barocke Außenhülle entkernten Hauses entstand ein moderner multifunktionaler Raum mit einem scheinbar schwebenden Betonkubus, der eine Forschungsplattform sowie Platz für Ausstellungen bietet. Zum Auftakt widmet sich die Schau «Archiv der Träume. Ein surrealistischer Impuls» mit rund 300 Kunstwerken den Surrealisten und deren Ausstrahlung in andere Avantgarde-Bewegungen wie Dada, Cobra, Fluxus und Pop-Art.

Der deutsch-italienische Kunstsammler Marzona hatte die seit den 1960er Jahren gewachsene Kollektion sowie später weitere 200.000 Objekte übertragen. Sie schließt laut Ackermann nicht die Lücken im Bestand der SKD, die durch Nationalsozialismus, Weltkriege und DDR-Zeit entstanden. Damit komme etwas hinzu, «womit aktiv gearbeitet werden kann».

Laut Ackermann ist das ADA international, interdisziplinär und nicht nur für Fachleute offen. «Jeder kann kommen, nach Anmeldung.» Es sei «eine lernende Institution», entwickle sich weiter, auch im Sinne der Stifter. So wurden bereits Arbeiten besonders der Ostmoderne erworben. «Und es ist eine Batterie für alle Sammlungen, es soll alle inspirieren und befeuern», sagte Ackermann. Mit aktuell 729.274 Objekten sei die Hälfte des Bestandes bereits digitalisiert.

Marzonas nun in Dresden bewahrtes und zugängliche Archiv der Avantgarden zählt zu den bedeutendsten Kollektionen von Werken, Objekten und Dokumenten der künstlerischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Es umfasst Briefwechsel, Manifeste, Filme, Plakate, Kataloge, Künstlerbücher sowie Kunstwerke und Designobjekte von Pablo Picasso, Ludwig Mies van der Rohe, Max Beckmann, Paul Klee, Niki de Saint Phalle, Andy Warhol und Joseph Beuys.

© dpa
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