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Abi-Feier abgesagt: Propalästinensischer Protest befürchtet

Der islamistische Terrorangriff auf Israel führt in Berlin zu Spannungen. Im Kontext mit dem Gaza-Krieg kommt es teils zu Ausschreitungen - auch an Schulen. Abiturienten bekommen das nun zu spüren.
Propalästinensische Kundgebung
Die Flagge von Palästina wird bei einer propalästinensischen Kundgebung geschwenkt. © Monika Skolimowska/dpa

Ein Berliner Gymnasium hat seine geplante Abiturfeier wegen angekündigter politischer Protestaktionen im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg abgesagt. Die Behörde sei über «die Absage und den Grund, den die Schulleitung dafür sieht», informiert worden, sagte eine Polizeisprecherin und bestätigte den Vorgang am Mittwoch. Die Schulleitung schließt Ausschreitungen während der feierlichen Übergabe der Abiturzeugnisse nicht aus, wie sie Abiturienten und deren Eltern mitteilte. Die Sicherheit der Veranstaltung könne nicht gewährleistet werden.

«Konfrontative politische Kundgebungen» befürchtet

Die Schulleitung des Gymnasiums Tiergarten wisse nach eigenen Angaben aus «sicherer Quelle», dass bei der für 5. Juli geplanten Feier «massive konfrontative politische Kundgebungen durch einen großen Teil des diesjährigen Abiturjahrgangs geplant sind», berichtet der «Tagesspiegel» unter Berufung auf ein Schreiben der Schulleitung und der Schulsozialarbeiter an die Abiturienten und deren Eltern.

Laut «B.Z.» und «Bild» sollen sich in einer Whatsapp-Gruppe 50 von insgesamt 120 Schülern dazu entschlossen haben, die Zeugnisvergabe für propalästinensische Proteste zu nutzen. Der Berliner und propalästinensische Influencer Serhat Sisik, der auf seinem Instagram-Account unter dem Namen «Aggressionsprobleme1» mehr als 170.000 Follower hat, erklärte in einem Post: «Ein paar Jungs, die ich kenne, machen gerade ihr Abitur und sie wollten bei der Abiturverleihung ihre Kufiyas tragen.» Dabei handelt es sich um das sogenannte Palästinensertuch.

Bildungsverwaltung sucht nach Lösung für Abi-Feier

Die Schulleitung des Gymnasiums wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern, sondern verwies an die Senatsbildungsverwaltung. Von dort hieß es, man sei aus der Presse über den Vorgang informiert worden und habe die Schulaufsicht eingeschaltet.

«Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der Schule eine Lösung zu finden und sicherzustellen, dass die Übergabe der Abiturzeugnisse in einem angemessenen Rahmen stattfindet», erklärte ein Sprecher der Bildungsverwaltung. Er zeigte sich zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird. In dem Schreiben der Schulverwaltung hieß es, die Schülerinnen und Schüler könnten sich ihr Zeugnis Anfang Juli in der Schule abholen.

Landeselternsprecher sieht Kommunikationsprobleme

Landeselternsprecher Norman Heise zeigte sich am Mittwoch jedoch zuversichtlich, dass es doch eine kleine Feier mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen geben könnte für die Abiturienten. Entsprechende Gespräche gebe es derzeit, sagte Heise nach Kontakten mit der Elternvertretung des Gymnasiums. Die Schulleitung habe zwischenzeitlich mehr Fakten genannt, die deren Entscheidung in Teilen nachvollziehbar machten. «Zu kritisieren ist jedoch eine zunächst mangelnde Kommunikation», sagte Heise der Deutschen Presse-Agentur. Nach seinen Angaben trägt der Gaza-Krieg im Umgang mit einigen Schülern zu einer Anspannung bei. Heise sprach von «gewissen Verhärtungen».

Der Gaza-Krieg sorgt insgesamt an den Berliner Schulen für eine teils angespannte und aufgeladene Stimmung. Bereits wenige Tage nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 gab es in diesem Zusammenhang an einem Neuköllner Gymnasium sogar eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen einem Schüler und einem Lehrer.

Vor diesem Hintergrund räumte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) Berlins Schulen die Möglichkeit ein, das Tragen von sogenannten Palästinensertüchern und anderen Symbolen für den Fall zu verbieten, dass dadurch der Schulfrieden gestört wird.

© dpa
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