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Staatstheater: Puppenkiste beteiligt sich an VR-Produktion

Marionettenbühnen gebt es seit Alters her. Virtual Reality (VR) steht in der Theaterwelt hingegen für Inszenierungen der Zukunft. In Augsburg werden beide Welten nun zusammengebracht.
Puppenkiste inszeniert Virtual Reality
Der Schauspieler Julius Kuhn gibt im Probenraum des Staatstheaters der Marionette «Nathanael» die Hand. © Stefan Puchner/dpa

Die Augsburger Puppenkiste beteiligt sich an einer neuen Virtual-Reality-Produktion des Staatstheaters Augsburg. Ab Herbst soll das etwa 30 Minuten lange Stück «Der Sandmann» nach E.T.A. Hoffmann in Deutschland und Österreich zusammen mit einer VR-Brille ausleihbar sein, kündigte das Staatstheater an. Die Augsburger zählen im deutschsprachigen Raum zu den Pionieren bei digitalen Theaterproduktionen und haben als eine der ersten Bühnen neben Ballett, Musiktheater, Schauspiel und Orchester eine eigene Digitalsparte gegründet.

Hoffmann (1776-1822) hatte im Jahr 1816 den Schauerroman «Der Sandmann» veröffentlicht. Der Protagonist Nathanael lebt in dem Stück in wachsender Furcht vor dem mysteriösen Coppola, den er für den bösen Sandmann hält. Regisseur Florian Moch zeige eine Geschichte, bei der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen, teilte das Theater mit.

Moch arbeitet schon seit Jahren für die Puppenkiste. Er hält es für folgerichtig, dass die berühmte Marionettenbühne sich nun VR-Produktionen zuwendet: «1953, als noch nicht viele Menschen einen Fernseher hatten, wurde das erste Mal eine Produktion der Augsburger Puppenkiste im TV gezeigt. Dass wir jetzt wieder die neuesten technischen Entwicklungen mitmachen, ist daher eigentlich nur konsequent», sagte er.

Die Puppenkiste wurde einst durch ihre populären Fernsehgeschichten für Kinder wie «Urmel aus dem Eis» zum bekanntesten Figurentheater der Republik. Das Augsburger Staatstheater setzt bereits seit Jahren VR-Technik ein, bei der der Zuschauer mittels 360-Grad-Technik in das Geschehen eintauchen kann, insbesondere während der Corona-Krise wurde das Angebot ausgebaut.

Bei der Entwicklung von digitalen Theaterangeboten gelten die Schwaben daher in der Bundesrepublik als eines der führenden Häuser. Bei dem Angebot «vr-theater@home» liefert das Staatstheater per Paketdienst dem Theaterfan eine Virtual-Reality-Brille samt der gewünschten Produktion nach Hause. Nach zwei Tagen muss die Brille zurückgeschickt werden. Inklusive Transport kostet das Angebot 29 Euro.

© dpa
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