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Prozess gegen Geldautomaten-Sprenger - Verfahren abgetrennt

Eine mutmaßliche Bande von Geldautomaten-Sprengern steht in Bamberg vor Gericht. Der mit immensem Aufwand verbundene Prozess könnte schon bald enden.
Neubeginn Prozess wegen Geldautomaten-Sprengungen - Bamberg
Das Verfahren gegen eine mutmaßliche Bande von Geldautomatensprengern könnte schon bald zu Ende gehen. (Archivbild) © Daniel Löb/dpa

In dem mit viel Aufwand verbundenen Prozess gegen eine mutmaßliche Bande von Geldautomaten-Sprengern wird das Verfahren gegen einen Angeklagten abgetrennt. Hintergrund sei, dass der Angeklagte sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert habe und das Verfahren gegen ihn deshalb noch länger dauern dürfte, erläuterte ein Sprecher des Landgerichts Bamberg.

Für die übrigen 15 Angeklagten könnte der Prozess hingegen schon bald zu Ende sein. 14 Angeklagte hätten mittlerweile eine Verständigung mit dem Gericht erreicht. Demnach haben sich die Angeklagten in sogenannten Deals zu den Vorwürfen geäußert. Im Gegenzug einigten sich Gericht, Angeklagte und Staatsanwaltschaft auf eine Ober- und Untergrenze für die Freiheitsstrafen. Ein Angeklagter hatte sich laut Gerichtsangaben bereits zuvor geäußert. Für ihn gebe es deshalb keinen förmlichen «Deal». 

Die Staatsanwaltschaft wirft den 16 Männern aus den Niederlanden und Belgien vor, dass sie Geldautomaten in ganz Deutschland - vor allem in Bayern und Baden-Württemberg - gesprengt haben, um an Bargeld zu kommen. Das Vorgehen gleiche «mafiösen Strukturen», hieß es in der Anklage. Die Beute soll mehr als 3,3 Millionen Euro betragen. Noch höher soll der durch die Sprengungen angerichtete Schaden sein: mehr als 5,5 Millionen Euro. Da die Ermittler den Angeklagten im Alter zwischen 23 und 43 Jahren auch Fälle in Zapfendorf und Forchheim in Oberfranken zur Last legen, kam der Fall in Bamberg vor Gericht.

Aufgrund der vielen Beteiligten - 16 Angeklagte, zahlreiche Verteidiger sowie Dolmetscher - wird der Prozess in einer Sporthalle auf dem Bundespolizei-Gelände in Bamberg verhandelt. Der abgetrennte Prozess gegen einen Angeklagten soll nun ab dem 22. Juli in den Räumen des Landgerichts fortgesetzt werden, der Prozess gegen die übrigen Angeklagten ab dem 23. Juli auf dem Bundespolizei-Gelände. Der Aufwand ist weiter immens: Zu den Verhandlungstagen müssen die Angeklagten aus unterschiedlichen Gefängnissen in ganz Bayern nach Bamberg gebracht werden, begleitet von zahlreichen Polizeikräften.

Für den Prozesstag an diesem Mittwoch waren bereits die Plädoyers erwartet worden. Da ein Verteidiger erneut einen Beweisantrag stellte, dürften die Schlussanträge für 15 der Angeklagten frühestens am kommenden Prozesstag folgen.

 

 

© dpa
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