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Galeria Karstadt Kaufhof schließt 16 Filialen: Drei im Land

Deutschlands letzter Warenhauskonzern macht Ende August erneut zahlreiche Häuser dicht. Drei Bundesländer sind besonders betroffen. Außerdem erhält Galeria einen neuen Unternehmenssitz.
Galeria Kaufhof Würzburg
Eine Filiale der Kaufhauskette Galeria Kaufhof in der Fußgängerzone in Würzburg. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der finanziell angeschlagene Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof schließt 16 seiner 92 Filialen zum 31. August dieses Jahres, drei davon in Bayern. Das gab Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus am Samstag bekannt. Außerdem sollen 1400 der rund 12.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlieren, knapp ein Drittel davon in der Essener Konzernzentrale. Im Freistaat werden die Filialen in Augsburg, in Regensburg am Neupfarrplatz und in Würzburg den Betrieb einstellen. In Nordrhein-Westfalen und Berlin soll es ebenfalls jeweils drei Schließungen geben, die übrigen treffen nach derzeitigem Plan Chemnitz, Leonberg, Mainz, Mannheim, Oldenburg, Potsdam und Trier.

Die Konzernzentrale soll von Essen nach Düsseldorf umziehen. Nach Angaben des Handelskonzerns wurden mit dem Gesamtbetriebsrat am Freitag Interessenausgleich und Sozialplan vereinbart. Dabei sei unter anderem festgelegt worden, dass die vom Stellenabbau getroffenen Mitarbeiter für acht Monate in eine Transfergesellschaft wechseln können. «Vor ein paar Wochen war die Angst vor dem Szenario einer Abwicklung von Galeria noch groß. Doch jetzt gibt es nochmal eine Chance für das Warenhaus», sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl. Dennoch sei die Betroffenheit der gesamten Belegschaft groß.

Galeria-Chef Olivier Van den Bossche bekräftigte, das Unternehmen am Leben halten zu wollen: «Wir werden alles tun, um unser Geschäft in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Dazu sehen wir nicht zuletzt durch unsere Umsatzentwicklung im laufenden Geschäftsjahr gute Voraussetzungen», sagte

Bei der Entscheidung über die Zukunft der Filialen war für Insolvenzverwalter Denkhaus neben Umsatz und Kaufkraft der jeweiligen Region vor allem die Höhe der Miete ausschlaggebend. «Wir haben für den Erhalt jeder einzelnen Filiale hart verhandelt», sagte Denkhaus. Einzelne Filialen auf der Schließungsliste können sich womöglich noch Hoffnung auf einen Fortbestand machen. Im vorherigen, im Mai 2023 aufgehobenen Insolvenzverfahren waren am Ende nicht 52 der ehemals 129 Standorte geschlossen worden, sondern lediglich 37.

Der Deutsche Städtetag sieht den Erhalt von 76 Filialen als gute Nachricht für die Kommunen und die Mitarbeiter der Häuser. «Wir haben den Eindruck, dass mit diesem Neustart außerhalb der Signa-Gruppe jetzt wirklich eine Zeit nachhaltiger Konzepte für die Standorte beginnt», sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der dpa. Trotzdem seien es «bittere Nachrichten» für die Standorte, die nicht gerettet werden könnten.

Experte Johannes Berentzen von der Handelsberatungsfirma BBE zeigte sich skeptisch. Mit der Schließung der 16 Häuser seien die großen Herausforderungen der verbleibenden Häuser und des Galeria-Geschäftsmodells nicht gelöst, sagte er der dpa. Es gehe um mehr Unternehmertum vor Ort, Investitionen in die Fläche, in Personal und in die Verknüpfung von Online- und Offlinewelt.

Gläubiger entscheiden Ende Mai

Der Warenhauskonzern hatte Anfang Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Es ist die dritte Insolvenz innerhalb von dreieinhalb Jahren. Als Grund für die schwierige Lage nannte Galeria-Chef Van den Bossche unter anderem die Insolvenzen der Signa-Gruppe des bisherigen Eigentümers René Benko. Deren Schieflage hatte unmittelbare Auswirkungen: Geld für die Sanierung der Warenhauskette, die im Zuge der vorherigen Insolvenz von Benko zugesagt worden waren, flossen nicht mehr.

Van den Bossche und Denkhaus gaben im Januar die Suche nach einem neuen Eigentümer und den Erhalt von Galeria als Ziele aus. Seit Anfang April ist bekannt, dass ein Konsortium aus der US-Investmentgesellschaft NRDC und der Gesellschaft BB Kapital SA des Unternehmers Bernd Beetz die Kaufhauskette übernehmen will. Die zwischen Investoren und Galeria geschlossene Vereinbarung kommt jedoch nur zustande, wenn die Gläubiger zustimmen.

Insolvenzverwalter Denkhaus will bis Ende April den Insolvenzplan für den Eigentümerwechsel vorlegen. Die Gläubiger kommen am 28. Mai in der Messe Essen zusammen, um darüber abzustimmen. Rechtskräftig ist der Plan erst, wenn die Gläubigerversammlung ihn annimmt und dieser anschließend vom Gericht erneut bestätigt wird. Bis Ende Juli will Denkhaus das Unternehmen an die neuen Eigner übergeben.

© dpa
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