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«Wirtschaftsweise» will Ausweitung der Russland-Sanktionen

Die Wirkung der Sanktionen gegen Russland sei enttäuschend, sagt die «Wirtschaftsweise» Ulrike Malmendier. Russlands Wirtschaft sei resilienter, als viele westliche Experten gedacht hätten.
Ulrike Malmendier
Mit Blick auf die schwache wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands sagte die Ökonomin, die Zahlen deuteten auf eine technische Rezession hin. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die «Wirtschaftsweise» Ulrike Malmendier hat die EU zur Ausweitung der Sanktionen gegen Russland aufgefordert. «Die EU wäre gut beraten, kein weiteres Gas mehr aus Russland zu beziehen und mögliche Probleme solidarisch zu regeln», sagte die Ökonomin der «Rheinischen Post». Es gebe inzwischen gute Substitute. «Von dieser Seite droht uns keine Gefahr mehr, zugleich könnte ein Gas-Boykott wirkungsvoll sein», sagte das Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, eines Beratergremiums der Bundesregierung.

«Die Wirkung der Sanktionen ist enttäuschend. Russlands Wirtschaft ist resilienter und offenbar auch nicht so international verflochten, wie sich das viele westliche Experten gedacht haben», sagte die Ökonomin. Trotzdem sollte man die Schraube bei den Rohstoff-Sanktionen weiter anziehen. Deutschland sei mit dem Energieschock erstaunlich gut fertig geworden.

Mit Blick auf die schwache wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands sagte die Ökonomin, die Zahlen deuteten auf eine technische Rezession hin. «Als Industrieland sind wir mühsamer aus der Coronakrise gekommen als Länder mit wenig Industrie, die schnell vom Ende der Beschränkungen profitierten.» Andererseits habe Deutschland die Energiekrise besser weggesteckt als gedacht. «Was mir Sorgen macht, ist das schwache Potenzialwachstum - Deutschland bleibt langfristig unter seinen Möglichkeiten», sagte sie.

Dafür gibt es aus ihrer Sicht drei Gründe: In Deutschland werde zu wenig gearbeitet, das Arbeitsvolumen sei zu gering. Zweitens sei der Kapitalstock veraltet, weil Staat und Firmen zu wenig investiert hätten. «Drittens gibt es zu wenige junge Firmen, die auf Künstliche Intelligenz, Biotech und Umwelttechnik setzen.»

© dpa
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