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Ausschüttend oder thesaurierend: Wohin gehen die Dividenden?

Manche Fonds schütten Gewinne aus, andere legen sie direkt wieder an. Beides kann vorteilhaft sein. Anleger müssen sich entscheiden, welche Variante besser zu ihnen passt.
ETF-Fonds
Sollen die Gewinne wieder angelegt oder ausgeschüttet werden? Die Antwort auf diese Frage ist bei der Fondsauswahl essenziell. © Andrea Warnecke/dpa-tmn

Wer in Fonds investieren möchte, muss sich in der Regel entscheiden: Soll das Geld in einen ausschüttenden oder thesaurierenden Fonds fließen? Gerade bei ETF - Fonds, die gängige Indizes wie zum Beispiel den MSCI World abbilden - gibt es meist genügend Varianten für beides. Der Unterschied liegt darin, wie mit den Gewinnen umgegangen wird.

Die Aktiengesellschaften, deren Anteile in Fonds stecken, zahlen den Anteilseignern Dividenden oder, bei Anleihefonds, Zinsen aus. «Investmentfonds sammeln diese Gewinne», sagt Thomas Mai von der Verbraucherzentrale Bremen. «In der ausschüttenden Variante werden die Dividenden oder Zinsen dann regelmäßig auf das Konto des Anlegers überwiesen. Thesaurierende Fonds legen das Geld wieder an», erklärt Thomas Mai, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Bremen.

Weil die Gewinne bei thesaurierenden Fonds im Fondsvermögen bleiben, um damit neue Aktien zu kaufen, steigt der Wert des Fonds. Das Resultat sieht man im direkten Vergleich der Varianten. «Ansammelnde Fonds haben eine höhere Kurs-Rendite als das ausschüttende Pendant», so Mai. «Über die Jahre macht das einen Unterschied. Mit thesaurierenden Fonds ist das Vermögen am Ende größer.»

Zinseszinseffekt verbessert die Sparphase

Anlegerinnen und Anleger können diesen Zinseszinseffekt allerdings auch bei ausschüttenden Fonds erzielen. Dafür müssen sie ausgezahlte Dividenden selbst wieder anlegen. «Bei manchen Banken kann man die automatische Wiederanlage vereinbaren, meist müssen Sparer aber selbst aktiv werden. Zusätzlich können Transaktionskosten beim Kauf neuer Anteile anfallen. Das macht es unnötig teuer», sagt Karin Baur, Expertin für Geldanlage bei Finanztest.

Wer sich wenig kümmern möchte und vor allem langfristig sein Geld anlegt, sollte deshalb lieber gleich auf thesaurierende Fonds setzen. «Das gilt insbesondere für jüngere Menschen. Für sie ist wichtig, die Sparphase zu optimieren.»

In manchen Fällen kann aber auch die ausschüttende Variante eine gute Wahl sein. «Wenn Anleger regelmäßig Geld brauchen, fließt es durch die Ausschüttungen automatisch und ohne Zusatzkosten. Fondsanteile müssen dafür nicht verkauft werden, wie es bei thesaurierenden Fonds der Fall wäre», sagt Thomas Letsche, ETF-Analyst bei der Vergleichsplattform justETF. Die Dividenden landen direkt auf dem Verrechnungskonto des Depots.

Das habe auch einen psychologischen Vorteil, so Letsche. «Durch die Ausschüttungen lässt sich unmittelbar ein Effekt der Geldanlage sehen. Manchen Anlegern hilft das als Motivation.»

Reine Dividenden-Titel tendenziell im Nachteil

Viele Fonds schütten einmal pro Jahr die aufgelaufenen Gewinne aus. Manche haben sogar zwei oder vier Termine im Jahr. Wie viel da kommt, ist allerdings nicht sicher. ETF auf den bekannten MSCI World haben laut justETF im Schnitt eine Dividendenrendite von knapp zwei Prozent. Wer auf ein passives Einkommen setzt, um zum Beispiel eine Zusatzrente zu erhalten, benötigt also ein dickes Depot. 200.000 Euro würden bei der durchschnittlichen Ausschüttung reichen, um rund 333 Euro im Monat zu beziehen.

Es gibt Fonds, die mit besonders hohen Ausschüttungen locken, sogenannte Dividenden-ETF. Sie investieren gezielt in Unternehmen, die Anlegerinnen und Anleger in der Vergangenheit zuverlässig vergleichsweise gut am Gewinn beteiligt haben. Allerdings sei eine hohe Dividendenrendite oft mit Vorsicht zu genießen, erklärt Letsche.

«Diese berechnet sich, indem man die Dividenden durch den Preis eines Fondsanteils teilt. Bei einer schlechten Wertentwicklung, also niedrigen Anteilspreisen, ist die Dividendenrendite dann dementsprechend hoch.» Und oft zahlen gerade etablierte Firmen, die tendenziell nicht mehr stark wachsen, hohe Dividenden - das hat Auswirkungen auf den Kurs.

Karin Baur von Finanztest sagt: «Wer möchte, kann schon auf Dividendentitel setzen. Allerdings haben Anleger in den vergangenen Jahren mit einem breit gestreuten Portfolio, das nicht nur Substanz-, sondern auch Wachstumswerte enthält, besser abgeschnitten.»

Steuerlich macht es am Ende keinen Unterschied

Bis 2018 haben sich die Steuerregeln für ausschüttende und thesaurierende Fonds unterschieden. Doch heute, nach einer Reform, sei das bei der Entscheidung kaum noch relevant, sagt Mai. «Die Steuerlast ist bei beiden gleich. Der Sparer-Pauschbetrag, durch den ein Teil der Gewinne steuerfrei bleibt, lässt sich mit beiden Varianten ausnutzen.»

Bei thesaurierenden Fonds wird jedes Jahr eine Vorabpauschale berechnet. Beglichen wird die Steuerschuld meist über das Verrechnungskonto. Anleger müssen also darauf achten, dort einen Puffer zu parken. Wer das nicht kann oder möchte, sollte einen ausschüttenden Fonds wählen. Denn dort werden die Steuern einfach von den Dividenden abgezogen.

Egal, auf welchen Fonds die Wahl eines Anlegers fällt - große Fehler kann man mit der Entscheidung eigentlich nicht machen. Außerdem schließen sich die Varianten nicht aus. Wer bislang mit thesaurierenden Fonds gespart hat, kann dazu auch einen ausschüttenden Fonds kombinieren. «Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn kurz vor der Rente die Lebensversicherung ausgezahlt wird. Die Ausschüttungen können später dann Teil der Zusatzrente sein», so Baur.

Eines sollte aber niemand tun: Zum Rentenbeginn den thesaurierenden Fonds verkaufen und das Geld in einen ausschüttenden Fonds investieren. Denn dann werden alle Steuern auf einmal fällig. Auch aus thesaurierenden Fonds lässt sich ein passives Einkommen beziehen. Indem die Anteile Stück für Stück verkauft werden.

© dpa ⁄ Annika Krempel, dpa
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