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«Näher kommen reicht nicht»: Darts-Quintett nährt Hoffnung

Deutschland ist bei der Darts-WM so stark vertreten wie nie zuvor. Einer der Starter ruft direkt die Trophäe und 500 000 Pfund Preisgeld als Ziel für London aus.
Ricardo Pietreczko
Tritt selbstbewusst bei der Darts-WM in London an: Ricardo Pietreczko. © Bernd Thissen/dpa

Gabriel Clemens muss die zahlreichen Anfragen inzwischen in einer Pressekonferenz bündeln, Ricardo Pietreczko spricht direkt vom Weltmeister-Titel: Angeführt vom letztjährigen Halbfinalisten und dem forschen Debütanten gehen die Deutschen so aussichtsreich wie nie zuvor in die Darts-Weltmeisterschaft in London. 

Der ausgeflippt-auftretende Pietreczko, Spitzname Pikachu, ruft ohne jede Bescheidenheit sogar das größtmögliche aller Ziele für den Alexandra Palace aus: «Ich fahre zum Turnier, um es zu gewinnen. Das haben 90 Prozent der Spieler im Kopf. Man würde lügen, wenn man sagt: Ich fahre hin, um in der dritten Runde rauszufliegen. Man will immer gewinnen.» So ambitioniert haben sich deutschen Profis bis zu diesem Jahr eher nicht über Ziele und Erwartungen geäußert.

Premiere mit fünf Startern

Dass er schon in Runde drei auf Englands Topfavorit Luke Humphries treffen könnte, ist dem 29 Jahre alten Nürnberger dabei herzlich egal. «Es gibt keinen großen Favoriten. Es gibt viele Favoriten, aber nicht den einen. Man hat oft genug gesehen, dass auf der Tour jeder jeden schlagen kann», sagte Pietreczko der Deutschen Presse-Agentur. Er selbst bezwang im Oktober in Hildesheim nacheinander die Weltklasse-Profis Michael van Gerwen (Niederlande) und Peter Wright (Schottland).

Der Ally Pally im Norden Londons wird immer mehr zu einer Hochburg der Deutschen. Bei der am Freitag (20.00 Uhr/Sport1 und DAZN) beginnenden WM sind erstmals fünf Deutsche dabei, neben Clemens und Pietreczko auch Martin Schindler, Florian Hempel und Dragutin Horvat. Zudem sind rund ein Viertel der gut 90 000 Tickets an Deutsche verkauft worden. Vor allem nach Weihnachten ist der Andrang der Fans riesig. 

Weiter kein Top-20-Spieler

«Es ist natürlich eine tolle Entwicklung, die wir in Deutschland erleben. Es werden nicht nur mehr Spieler. Die sportlichen Erfolge werden auch mehr», sagte Hempel, der früher Handball-Torwart war und nun Pfeile wirft. Mit Blick auf die hohen Erwartungen der erfolgshungrigen Darts-Fans fügte Schindler an: «Ich glaube, man kann das insgesamt sehen, dass die Deutschen immer näher kommen. Näher kommen ist das, was den Deutschen aber nicht reicht. Die Deutschen möchten gerne Turniersiege sehen.»

Zwar zählt immer noch kein Deutscher zu den Top 20 der Weltrangliste, doch die Erfolge werden tatsächlich mehr. Clemens' Halbfinaleinzug bei der WM schaffte es zum Jahresstart bis in die 20.00-Uhr-Tagesschau. Danach kamen Clemens und Schindler als Team auch ins Halbfinale der Team-WM. Pietreczko wurde zum Senkrechtstarter und gewann ein prominent besetztes Turnier. Zu den Events der PDC Europe kamen zudem 2023 mehr Fans als in allen anderen vergangenen Jahren.

«Permanent besser»

Auch bei der internationalen Konkurrenz wird genauer hingeschaut, seit Clemens bei der WM Primus Gerwyn Price vorgeführt und sich damit ins Rampenlicht der Weltspitze gespielt hat. «Gabriel ist atemberaubend, Martin ist atemberaubend. Und Pikachu erscheint gerade erst auf der Bildfläche», lobte Ex-Weltmeister Rob Cross. Darts-Boss Werner von Moltke urteilt: «Das Niveau der deutschen Spieler wird permanent besser.»

Das steht bei der WM auf dem Prüfstand. Clemens wird wohl schon in Runde zwei gegen den niederländischen Senkrechtstarter Gian van Veen gefordert sein. Auch Schindler (mögliche Runde drei gegen den Niederländer Danny Noppert) und Pietreczko erwarten schon vor dem Achtelfinale hohe Hürden. Hempel (am Sonntagabend erstmals im Einsatz) und Horvat starten eher in Außenseiter-Rollen in das mit rund 2,9 Millionen Euro dotierte Turnier.

© dpa ⁄ Patrick Reichardt und Marc Niedzolka, dpa
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