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Luxuskader, NHL-Coach, Titelfavorit: Doch Adler zittern

Der Anspruch der Adler Mannheim ist der DEL-Titel. Die Wirklichkeit das Zittern um den direkten Sprung ins Viertelfinale. Was ist bei dem Topverein eigentlich los?
Adler-Coach
Dallas Eakins ist der Coach der Adler Mannheim. © Uwe Anspach/dpa

Auch mit einem langjährigen NHL-Coach geben die Adler Mannheim Rätsel auf - und der nächste deutsche WM-Silbermedaillengewinner kann auch kein Allheilmittel sein.

Der Titelmitfavorit des früheren Anaheim-Ducks-Trainers Dallas Eakins steht schon vor dem Start der Playoffs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) in zwei Wochen erheblich unter Druck. Mit einem hochklassig bestückten Luxuskader und dem Ziel, erstmals seit fünf Jahren deutscher Meister zu werden, waren die Mannheimer in die Saison gestartet. Nun drohen sie, die direkte Qualifikation für das Viertelfinale zu verpassen. 

Angesichts des so enttäuschenden Saisonverlaufs kommt die Aussage von Vize-Weltmeister Daniel Fischbuch schon ziemlich trotzig daher. «Definitiv sind wir noch ein Meisterschaftskandidat», behauptete der Nationalstürmer, der auch persönlich seiner Topform hinterherhinkt, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. 

Adler wollen Blamage verhindern

Mal wieder klaffen Anspruch und Wirklichkeit bei den Adlern auseinander. Mal wieder könnte es ein zu frühes Saisonende geben. Ein Sieg am Mittwoch (19.30 Uhr/MagentaSport) beim Tabellenletzten Augsburger Panther kann nur ein erster Schritt sein, um eine Blamage bis zum Ende der Hauptrunde am 8. März noch zu vermeiden.

Als Achter von 14 Teams krebsen die Mannheimer derzeit in der Tabelle herum. Vier Spiele bleiben den Mannheimern, wiedergutzumachen, was über Monate schiefgegangen ist, und Platz sechs für den direkten Sprung ins Viertelfinale doch noch zu erreichen. Sollten sie den Umweg über die erste Playoff-Runde in Kauf nehmen müssen, droht ihnen ein Viertelfinale gegen Topteam Eisbären Berlin. Selbst ein sechster Platz wäre für die Ansprüche des mit SAP-Millionen unterstützten achtmaligen Meisters von Adler-Chef Daniel Hopp viel zu wenig. 

Im Sommer verstärkten sich die Adler neben anderen mit dem zweifachen Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl und dem Kanadier Linden Vey, ebenfalls ein früherer NHL-Stürmer. So mancher, der bei anderen Teams Leistungsträger sein könnte, saß bei den Mannheimern zwischenzeitlich als überzähliger Spieler auf der Tribüne. Und vor gut zwei Wochen kehrte dann auch noch WM-Finalist Leon Gawanke als nächster Top-Verteidiger aus der nordamerikanischen AHL zurück.

«Klar, wenn wir viele Sachen anders gemacht hätten, dann wären wir wahrscheinlich nicht da, wo wir sind. Die Tabelle lügt nicht. Aber ich meine, wir kommen immer besser in Fahrt», sagte Fischbuch. Gawanke erklärte: «Ich denke, es ist ziemlich leicht erklärt, wir müssen die einfachen Fehler abstellen.» Die Fehler sind aber immer wieder ein Thema.

Mangelnde Chancenverwertung

Am vergangenen Wochenende enttäuschte der topbesetzte Kader mal wieder. Ein Sieg im Penaltyschießen gegen Nürnberg, dann ein 1:3 gegen den ERC Ingolstadt waren zu wenig. Lange hatten die Adler in dieser Saison mit ausufernden Verletzungssorgen gekämpft, die nun aber vorüber sind und keine Erklärung mehr bieten können. 

«Die Chancenverwertung war wieder Mangelware. Da war ich das Paradebeispiel», sagte Kühnhackl am Sonntag bei MagentaSport selbstkritisch. Coach Eakins verblüffte dagegen und redete das Spiel gegen Ingolstadt schön: «Das war ein exzellentes Eishockeyspiel», sagte der USA-Amerikaner, der seine Zukunft über die Saison hinaus offen gelassen hat: «Ich bin stolz auf die Art und Weise, wie unsere Jungs gespielt haben.»

Ende November hatten die Adler einen etwas überraschenden Umbruch vollzogen. Trainer Johan Lundskog und Sportchef Jan-Axel Alavaara mussten gehen. Lundskog hatte erst zur neuen Saison begonnen, Alavaara kurz zuvor seinen Vertrag verlängert. Eakins, den Hopp schon länger kennt, kam.  Der Trainerwechsel zeigte aber keine Wirkung. Es wurde nicht besser. «Es ist doch ganz einfach: Uns helfen nur Siege», sagte Denis Reul.

© dpa ⁄ Kristina Puck und Maximilian Wendl, dpa
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