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Leben ohne Biathlon: Doll sucht neue Herausforderung

Die deutschen Biathleten suchen nach dem Karriereende von Doll einen neuen Anführer. Der alte freut sich auf sein neues Leben. Für das deutsche Team gibt es mit Blick auf die neue Saison viel zu tun.
Benedikt Doll
Benedikt Doll bestritt seinen letzten Weltcup. © Hendrik Schmidt/dpa

Nach der letzten Party mit seinen bisherigen Biathlon-Kollegen startete Benedikt Doll in sein neues Leben. Und in dem spielt Sport keine allzu große Rolle mehr. Wenn, dann nur noch als Hobby. «Es gibt bei uns einige Volksläufe oder in Freiburg den Marathon. Ich kann mir schon vorstellen, dass ich da mal mitmache», sagte der 33-Jährige. Auf einen vollen Wettkampfkalender habe er aber keine Lust mehr, deswegen höre er nach zwölf erfolgreichen Jahren im Weltcup auf.

Dass der Schwarzwälder auf seiner Abschiedstour im kanadischen Canmore mit den Plätzen 23 im Sprint, 26 in der Verfolgung und 27 im Massenstart am Sonntag nichts Großes mehr erreichte, war auf seinem Weg ins Leben mit Familie und Beruf nur eine Randnotiz. Doll macht ab jetzt was anderes. Professioneller Biathlon-Trainer werde er nicht, und auch im deutschen Verband wolle er nicht aktiv sein. Ein Ehrenamt wäre da schon eher was, «vielleicht mal Kindertrainings» leiten. Einen Job als TV-Experten kann sich der Sprint-Weltmeister von 2017 ebenfalls nur nebenberuflich vorstellen.

«Er ist ein Vorbild für viele junge Athleten, die hoffentlich noch kommen. Er wird sicher mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es Fragen gibt», sagte Sportdirektor Felix Bitterling nach dem Saisonfinale.

Zweites Studium im Herbst

Konkrete Pläne für seine berufliche Zukunft hat Doll schon länger. «Ich will was machen mit Impact, etwas im Bereich der Nachhaltigkeit und Energiegewinnung», sagte der Vater eines anderthalb Jahre alten Sohnes. Im Herbst beginnt der 33-Jährige ein zweites Studium, diesmal über nachhaltige Energiesysteme in Offenburg. Damit wolle er auch helfen, seinen «bislang als Sportler nicht so guten CO2-Abdruck zu verbessern».

Zu verbessern gibt es auch vieles im deutschen Team. Während die Frauen, bei denen die WM-Einzel-Zweite Janina Hettich-Walz als Zweite im Massenstart ihr erstes Weltcup-Podium feierte, einige Nachwuchshoffnungen haben, sieht es bei den Männern nicht ganz so gut aus. Beste im Gesamtweltcup waren Hettich-Walz als Zehnte und Johannes Kühn als Zwölfter. Vier Saisonsiege holten die Männer, davon zwei durch Doll. Die Frauen blieben wie 2021 ohne Erfolg.

Das Team habe einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht, es gebe aber einiges zu tun, sagte Bitterling. Vor allem im schnellen «Duellschießen» müsse man «definitiv besser» werden. «Da sind wir einfach zu schwach, sei es in den Staffeln, im Massenstart oder in der Verfolgung, das werden wir mit Vehemenz angehen», sagte er. Im Materialbereich der Ski stehen die Techniker gerade bei warmen, tiefen und nassen Bedingungen vor Problemen, das wurde in Canmore bei 16 Grad ebenso deutlich wie bei der WM in Nove Mesto, wo das Material nicht konkurrenzfähig war. «Da haben wir definitiv Bedarf, was zu tun», sagte Bitterling. Und im Frauenbereich seien die Französinnen den DSV-Skijägerinnen im Kraftausdauerbereich deutlich voraus.

© dpa
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