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Perfektionist Alonso: Das Schwierige einfach machen

Mit Bayer Leverkusen hat Xabi Alonso in dieser Saison noch keines von 24 Pflichtspielen verloren. Weil er akribisch ist. Weil er Spaß verbreitet. Und weil er das Schwierige einfach wirken lässt.
Xabi Alonso
Mit Bayer Leverkusen ist Xabi Alsonso schon sicher Weihnachtsmeister. © Marius Becker/dpa

Xabi Alonso ist Perfektionist. Selbst die aktuelle Rekordserie von 24 Pflichtspielen vom Start weg ohne Niederlage stellt den Trainer von Bayer Leverkusen nur bedingt zufrieden. «Er ist einfach hungrig auf Erfolg und Perfektion», sagt sein neuer Teamleader Granit Xhaka.

Nach dem 5:1 in der Europa League gegen Molde FK antwortete Alonso auf die Frage, ob ihn das Gegentor störe: «Ja, ja, ja, ja, natürlich. 5:0 wäre mir lieber gewesen.» Nach dem 3:0 gegen Eintracht Frankfurt drei Tage später hätte er sich mehr Treffer gewünscht. «Wir wollen immer mehr.»

Sportchef Simon Rolfes muss deshalb auch zuerst lachen, als ihm die Frage gestellt wird, ob sein Coach denn wirklich nie zufrieden sei. «Nach dem Spiel ist er schon zufrieden», sagte Rolfes schmunzelnd: «Aber während des Spiels muss man eben immer wach sein.» Wach sein, gierig, immer mehr wollen - so ist Xabi Alonso Weltmeister, zweimal Europameister und zweimal Champions-League-Sieger geworden.

Carro: «Xabi weiß, was eine Kabine braucht»

Mit Bayer steht er schon vor dem letzten Spiel des Jahres gegen den VfL Bochum am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) als Weihnachtsmeister fest. «Speziell mit Bayer Leverkusen haben wir einen Gegner erwischt, der sehr ernst zu nehmen ist», sagte Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß mit Blick auf den Kampf um die Meisterschaft bei Servus TV. Als einer von drei Bundesligisten im Viertelfinale ist die Werkself zudem klarer Favorit im DFB-Pokal. In der Europa League zählt Leverkusen als einziger Club mit ausschließlich Siegen in der Vorrunde ebenfalls zu den Titelkandidaten.

Alonso misst dem möglichen deutschen Startrekord keine allzu große Bedeutung bei. «Ich will da nicht so viel drüber nachdenken», sagte der 42-Jährige. «Es ist eine Konsequenz. Wenn wir das erreichen können, ist das super. Aber es ist nicht unser Ziel. Es ist nicht unser Fokus.»

Leverkusen hat keines seiner ersten 24 Pflichtspiele in dieser Saison verloren. Das gelang auch dem Hamburger SV in der Spielzeit 1982/83. Bleibt Bayer 04 auch ein 25. Mal unbesiegt, hielte die Werkself den alleinigen Rekord im deutschen Profifußball.

Alonso kriegt seine Themen als Trainer deshalb so gut vermittelt, weil er das nicht mit der Verbissenheit eines Oliver Kahn tut, sondern mit der Aura eines Weltmanns und mit der nötigen Portion Lockerheit. So hat er bei Bayer eine Mannschaft geformt, die ihm bedingungslos folgt. «Xabi weiß, was eine Kabine braucht. Die Spieler hören auf ihn», sagte Clubchef Fernando Carro. «Er weiß genau, wie er mit den Spielern umgehen muss, wann er kritisieren, wann er loben muss», erklärte Xhaka.

Lob von den Spielern

Und nicht nur, weil die Dinge funktionieren, verbreitet Alonso dabei den Spaß am Spiel. «Man merkt, dass die Mannschaft Freude hat, Fußball zu spielen. Egal, wer reinkommt», sagte Rolfes. Und das ist vielleicht das noch größere Geheimnis des Leverkusener Fußballs, der gerade ganz Fußball-Deutschland verzückt. Und während sich Fußball-Ästheten an den technischen Kabinettstücken von Florian Wirtz und Co. berauschen, sehen die Protagonisten das letzte Geheimnis des Leverkusener Höhenflugs nicht im Spektakulären. Ganz im Gegenteil.

«Unsere Stärke ist das einfache Spiel», sagte Xhaka: «Viel Bewegung ohne Ball, hohes Pressing, dem Gegner fast keinen Raum zum Atmen lassen.» Auch Nationalspieler Jonas Hofmann lobt seinen Coach vor allem für «viele einfache, aber effektive Dinge. Und das ist das, was im Fußball zählt.» Es gehe «um die kleinen Details, die aus einem guten Mittelfeldspieler einen top Mittelfeldspieler machen», sagte Xhaka: «Es ist unglaublich bereichernd, einen solchen Trainer zu haben.»

Das glaubt Thomas Tuchel, Coach beim Serienmeister und aktuell ersten Verfolger FC Bayern gerne. Er selbst habe «sehr viel gelernt, weil ich Xabi Alonso beim Fußballspielen zugeschaut habe», erklärte der Bayern-Trainer. Weil das Komplizierte einfach wird. Doch, auch das stellte Xhaka klar: «Es sieht einfacher aus als es ist.» Denn sonst könnte es ja jeder.

© dpa ⁄ Holger Schmidt, dpa
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