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Buchenwald: Angebote zur Geschichte der Zwangsarbeit

Für die Gruppenangebote der Gedenkstätte Buchenwald gibt es eine viel größere Nachfrage, als man dort bewältigen kann. Ein Teil der Anfragen wird nun ein neues Museum übernehmen.
Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus
Das neue Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus im früheren Gauforum am Tag der Eröffnung. © Martin Schutt/dpa

Mit dem neuen Museum zur Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Weimar schafft die Gedenkstätte Buchenwald mehr benötigte Angebote für Besuchergruppen. Dabei geht es vor allem um die pädagogische Betreuung der Gruppen.

Zuletzt habe die Gedenkstätte etwa der Hälfte der an sie herangetragenen Betreuungswünsche von Besuchergruppe nicht nachkommen können, sagte der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, der Deutschen Presse-Agentur. Die Gedenkstätte verfüge über zu wenig Personal und auch über zu wenige Räumlichkeiten, um all diesen Wünschen entsprechen zu können.

Deshalb sei es umso wichtiger, dass mit dem am 8. Mai in Weimar eröffneten Zwangsarbeitsmuseum weitere Betreuungsmöglichkeiten für Gruppen geschaffen worden seien. Die entsprechenden Angebote seien schon vor der Eröffnung des Hauses gut gebucht worden, berichtete Wagner.

79.000 Besucherinnen und Besucher in rund 3600 Gruppen

Mitarbeitende der Gedenkstätte Buchenwald betreuten nach Angaben Wagners im Jahr 2022 etwa 53.000 Menschen in etwa 2600 Besuchergruppen. Im Folgejahr waren es etwa 79.000 Besucherinnen und Besucher in etwa 3600 Gruppen. Dazu kommen noch Besuchergruppen, die sich lediglich einen Multimedia-Guide ausgeliehen oder das Gelände und die Ausstellungen selbstständig erkundet haben.

Die Gruppenbetreuung in der Gedenkstätte umfasse verschiedene Angebote, sagte Wagner. Es gibt öffentliche Rundgänge, dreistündige Führungen nach Anmeldung sowie Tages- und Mehrtagesprojekte. «Bei den betreuten Gruppen handelt es sich zu einem großen Anteil um Schulklassen», sagte Wagner. Auch Gruppen von Universitäten, Polizei, Bundeswehr und Feuerwehr seien auf dem Gelände unterwegs.

«Mitarbeitende aus Verwaltungen sind relativ selten dabei», sagt Wagner. Aber das soll sich ändern: Es gibt im neuen Museum auf diese Zielgruppe zugeschnittene Angebote.

Museum im Prunkbau der Nationalsozialisten

Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora ist Trägerin des neuen Zwangsarbeitsmuseums. Es hat seinen Sitz im ehemaligen Gauforum Weimar - und damit dort, wo Fritz Sauckel seinen Dienstsitz haben sollte. 1927 wurde er nationalsozialistischer Gauleiter in Thüringen und stieg in den Folgejahren im NS-Staat immer weiter auf. Im Jahr 1942 wurde Sauckel zum «Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz» ernannt.

Er war damit federführend dafür verantwortlich, dass während des Zweiten Weltkrieges Millionen Menschen von den Deutschen zur Zwangsarbeit verschleppt wurden. Wagner, den Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, hatte Sauckel deshalb zuletzt als den «größten Sklavenhalter der Neuzeit» bezeichnet.

60 Biografien von Zwangsarbeitern

Das neue Museum nimmt die europäische Dimension der Zwangsarbeit in den Blick. Anhand von 60 exemplarische Biografien erzählt das Museum, wie das nationalsozialistische Deutschland Menschen zur Arbeit zwang - entweder im Deutschen Reich selbst oder in den während des Zweiten Weltkrieges von den Deutschen besetzten Gebieten.

Sie wurden in der Rüstungsindustrie ebenso eingesetzt wie beispielsweise in der Landwirtschaft oder in Privathaushalten. Die NS-Zwangsarbeit war damit nach Angaben Wagners «ein Massenphänomen» und ein «öffentliches Verbrechen».

© dpa
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