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Christopher Street Day-Saison in Sachsen-Anhalt eröffnet

In Schönebeck ist am Samstag der erste Christopher Street Day des Jahres gefeiert worden. Vergangenes Jahr kam es während der Umzüge zu Auseinandersetzungen. Nun ist Sicherheit ein Thema.
Christopher Street Day in Schönebeck
Teilnehmer eines Christopher Street Days CSD ziehen in Schönebeck durch den Ort. © Matthias Bein/dpa

Unter dem Motto «Selbstbestimmt und selbstbewusst vereint!» ist am Samstag in Schönebeck der erste Christopher Street Day (CSD) des Jahres gefeiert worden. «Es sind viele ortsansässige Menschen gekommen, aber auch einige aus anderen Regionen, die den Auftakt unterstützen wollen», sagte Veranstaltungsorganisator Falko Jentsch der Deutschen Presse-Agentur am Samstag in Schönebeck. Laut Polizei waren 300 Menschen in die Stadt im Salzlandkreis gekommen, um auf die Erfolge und Probleme von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender aufmerksam zu machen. Die Veranstalter sprachen von rund 1000 Menschen - etwa so viele wie im vergangenen Jahr.

2023 war es auf mehreren CSD-Veranstaltungen zu Zwischenfällen gekommen. In Weißenfels (Burgenlandkreis) hatten im August mutmaßlich Rechtsextreme den CSD gestört. In Halle ermittelte der polizeiliche Staatsschutz nach einem angezeigten Angriff auf vier CSD-Teilnehmer im September. Laut Polizeisprecher verlief die Auftakt-Veranstaltung am Samstag zunächst friedlich.

Vor der diesjährigen Saisoneröffnung seien jene Vorfälle für das Organisationsteam ein großes Thema gewesen, sagte Jentsch. «Wir haben viele Anfragen - beispielsweise von Eltern, deren Kindern am CSD teilnehmen wollten - bekommen. Sie haben oft gefragt, ob ihre Kinder auch wirklich sicher sind und alleine kommen können.»

Während der Veranstaltung am Samstag habe die Polizei die Teilnehmenden gut geschützt, so der Eindruck des Organisators. Während des Demonstrationszuges durch die Stadt waren an verschiedenen Stellen Kundgebungen gehalten worden. Die Polizei hatte dabei «vor allem den Schutz nach außen im Blick», beschrieb Jentsch.

In Schönebeck findet bereits seit vier Jahren der Auftakt der CSD-Saison statt. Erstmals in diesem Jahr gibt es in Sachsen-Anhalt zehn CSDs. Bis zum 17. Oktober folgen Veranstaltungen unter anderem in Dessau-Roßlau (18. Mai), Salzwedel (1. Juni), Wernigerode (8. Juni) und erstmals in Köthen (15. Juni).

Der CSD erinnert an die Aufstände der queeren Community in der Christoper Street in New York City (USA) von 1969 und steht für die Sichtbarmachung und Gleichstellung queerer Menschen. Andere Bezeichnungen für die inzwischen vielerorts jährlich veranstalteten CSD-Demonstrationen sind «Pride Parade» oder «Gay Pride».

Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

© dpa
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