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Hambacher Freiheitspreis für Historikerin Scherbakowa

Zum zweiten Mal wird der Hambacher Freiheitspreis verliehen. Nach einem inländischen Preisträger geht er diesmal an eine Kulturwissenschaftlerin aus Russland. Bei dem Festakt wird auch geschmunzelt.
Scherbakowa und Gauck
Irina Scherbakowa, russische Menschenrechtsaktivistin und Bundespräsident a.D. Joachim Gauck. © Hendrik Schmidt/dpa

Die russische Menschenrechtsaktivistin Irina Scherbakowa ist bei einem Festakt mit dem Hambacher Freiheitspreis 1832 geehrt worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde der Kulturwissenschaftlerin am Freitag im Beisein des früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck im Hambacher Schloss überreicht. Die 1949 in Moskau geborene Historikerin ist Mitbegründerin der Menschenrechtsorganisation Memorial, die 2022 den Friedensnobelpreis erhielt. Da war Memorial in Russland bereits verboten.

Der Preis geht an Persönlichkeiten, die sich um die Demokratie verdient gemacht und «Mut zur Freiheit» bewiesen haben, wie die Stadt Neustadt an der Weinstraße mitteilte. Scherbakowa gelte als Sprachrohr der Freiheitsbewegung in Russland.

Laudator Gauck

Die Auszeichnung wurde zum zweiten Mal verliehen - erster Preisträger war 2022 Joachim Gauck. Er hielt am Freitag die Laudatio. Dies sei «ausdrücklicher und besonderer Wunsch» von Scherbakowa gewesen, erklärte Neustadts Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG).

Gauck hob hervor, Scherbakowa werde als Menschenrechtsaktivistin und «großartige Vertreterin» der Freiheitsbewegung in ihrem Land geehrt. «Weil wir wissen: Erst, wenn in Russland Freiheit und Demokratie errungen sind, brauchen die Ukrainer, die Deutschen, die Polen, die Russen und andere Europäer um die Freiheit und die Sicherheit und den Frieden des Kontinents sich nicht mehr fürchten.» Scherbakowas Zuversicht werde gebraucht. «Wir ehren sie, weil sie uns beschenkt mit ihrer Freiheitsliebe», betonte Gauck.

Scherbakowa erinnerte in ihrer Ansprache unter anderem an den bekannten Menschenrechtler Oleg Orlow, der einst Memorial mit leitete. Der 71-Jährige war im Februar in Moskau zu zweieinhalb Jahren Lagerhaft verurteilt worden, weil er sich in einem Text klar gegen Russlands Angriffskrieg in der Ukraine positioniert hatte.

Zeichen der Solidarität

Die rheinland-pfälzische Innenstaatssekretärin Simone Schneider (SPD) betonte in einer Rede, von der Preisverleihung gehe auch ein Zeichen der Solidarität aus. «Solidarität sowohl mit den Opfern staatlicher Verfolgung und Gewaltherrschaft als auch mit denen, die solches Unrecht beim Namen nennen und dafür Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt sind.»

Oberbürgermeister Weigel unterstrich, Scherbakowa habe sich als Historikerin, Germanistin und Menschenrechtsaktivistin «durch die historische Aufarbeitung und Erinnerung an die Opfer politischer Repression einen weltweit beachteten Namen gemacht».

In einer launigen Rede erinnerte Mundart-Comedian Christian «Chako» Habekost an den «Beitrag der Pfalz» für Demokratie und Freiheit. Bereits 1832 habe das Hambacher Fest den «Freiheitsdrang der Pfälzer» gezeigt, sagte er. Am Fußballweltmeistertitel 1954 seien dann gleich mehrere Pfälzer beteiligt gewesen, darunter Fritz Walter. Und 1989 habe «ein großer Pfälzer» die Mächtigen der Welt unter anderem mit pfälzischem Saumagen so überzeugt, «dass über Nacht die Mauer fiel». Habekost meinte den damaligen Kanzler Helmut Kohl.

Wiege der Demokratie

Das Hambacher Schloss gilt als eine Wiege der Demokratie. Dort hatten Zehntausende Menschen beim Hambacher Fest 1832 Freiheit, nationale Einheit und Bürgerrechte eingefordert. Die Feier gilt als Meilenstein auf dem Weg zur Demokratie in Deutschland.

© dpa
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