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RWE erwartet Gewinnrückgang: Druck bei Kraftwerksstrategie

Wasserstofffähige Gaskraftwerke sollen einspringen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. RWE-Chef Krebber macht Druck, dass die Details der Strategie jetzt schnell geklärt werden.
RWE Bilanzpressekonferenz
Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns RWE, spricht bei der Bilanzpressekonferenz. © Bernd Thissen/dpa

Mit Stromerzeugung und Energiehandel hat der Energiekonzern RWE im vergangenen Jahr erneut viel Geld verdient. Doch in den vergangenen Monaten sind die Großhandelspreise deutlich gesunken. Die Folge: RWE bekommt weniger für seinen immer grüner werdenden Strom. Das macht sich auch in den Aussichten für das laufende Jahr bemerkbar: So rechnet der auf Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien fokussierte Energiekonzern weiter mit einem Gewinnrückgang. «Die Zeiten sind bei derzeit schwacher wirtschaftlicher Entwicklung herausfordernder. Die gedämpfte Energienachfrage hat zu deutlich sinkenden Strompreisen geführt, was auch Auswirkungen auf RWE hat», erklärte RWE-Chef Markus Krebber am Donnerstag in Essen.

Für den bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kalkuliert der Energiekonzern dieses Jahr mit einer Bandbreite von 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro - wie bereits im November mitgeteilt. «Diese Prognose gilt trotz der seitdem stark gefallenen Strompreise weiterhin. Das Unternehmen rechnet derzeit jedoch mit einem Wert am unteren Rand des Korridors», hieß es. Gleiches gelte für das bereinigte Nettoergebnis, das zwischen 1,9 bis 2,4 Milliarden Euro betragen soll.

RWE bestätigte die Ende Januar vorgelegten Geschäftszahlen für 2023. Demnach stieg das bereinigte Ebitda von 6,3 auf knapp 8,4 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn lag im vergangenen Jahr bei 4,5 Milliarden Euro nach 3,2 Milliarden im Jahr zuvor. Hauptgründe waren höhere Erträge aus der internationalen Stromerzeugung, ein starkes Handelsgeschäft und ein Kapazitätszuwachs im Bereich erneuerbare Energien. Für 2023 sollen die Aktionäre 1,00 Euro je Aktie erhalten, für 2024 lautet das Dividendenziel weiter 1,10 Euro.

RWE baute 2023 seine Stromerzeugungskapazitäten deutlich aus. Mehr als 160 Anlagen mit insgesamt 6,3 Gigawatt kamen hinzu, allein drei Gigawatt durch die Übernahme des US-Grünstromerzeugers Con Edison. Insgesamt betrieb RWE zum Jahresende Anlagen mit 46,5 Gigawatt Kapazität. Davon entfielen 10,6 Gigawatt auf Braun- und Steinkohle-Kraftwerke sowie 15,7 Gigawatt auf Gaskraftwerke. Anlagen für erneuerbare Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenkraft hatten eine Kapazität von 17,5 Gigawatt. Den Rest machen vor allem Pumpspeicher und Batterien aus.

Die CO2-Emissionen des RWE-Kraftwerksparks sanken den Angaben zufolge um 27 Prozent auf 60,6 Millionen Tonnen. Die Zahl der RWE-Beschäftigten stieg 2023 um 3500 auf gut 20.100.

Bei den noch offenen Fragen der Kraftwerksstrategie dringt Krebber auf schnelle Entscheidungen. «Bisher kennen wir lediglich Eckpunkte. Die Abstimmung mit Brüssel steht aus. Die konkrete Ausgestaltung ist noch offen. Da drängt inzwischen wirklich die Zeit», sagte der Manager. Deutschland habe zum Erhalt der Versorgungssicherheit eine Herkulesaufgabe vor sich. «Wir müssen unser bisheriges Rückgrat der Versorgungssicherheit - Kernenergie und Kohle - komplett ersetzen.»

Die im Februar vorgelegten Eckpunkte der Bundesregierung gingen klar in die richtige Richtung, betonte Krebber. Die kurzfristig vorgesehenen Ausschreibungen von zehn Gigawatt wasserstofffähigen Gaskraftwerken seien dabei ein Anfang. «Die ersten Ausschreibungen müssen spätestens dieses Jahr erfolgt sein, damit die Kraftwerke noch in dieser Dekade ihren Betrieb aufnehmen können.»

Krebber bekräftigte die Absicht des Unternehmens, sich an den Ausschreibungen zu beteiligen. RWE wolle mindestens drei Gigawatt bis Ende der Dekade errichten und könne sich darüber hinaus auch noch mehr vorstellen.

Die Bundesregierung hatte die Eckpunkte einer Strategie zum Bau wasserstofffähiger Gaskraftwerke in Deutschland Anfang Februar vorgelegt. Die Kraftwerke sollen in einem klimaneutralen Energiesystem Strom erzeugen, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Neben den Ausschreibungen will die Bundesregierung Konzepte für einen sogenannten Kapazitätsmechanismus erarbeiten. Eine politische Einigung darüber soll innerhalb der Bundesregierung bis Sommer erzielt werden. Über einen solchen Mechanismus könnten Betreiber dafür honoriert werden, dass sie Kraftwerkskapazitäten vorhalten.

Krebber begrüßte den angekündigten Einstieg in einen Kapazitätsmechanismus. «Wir wissen aus anderen Ländern, wie gut dieses Instrument geeignet ist, um Versorgungssicherheit zu angemessenen Preisen zu gewährleisten», sagte er.

© dpa
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