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Käufer will meiste Galeria-Filialen erhalten

Galeria-Investor Beetz ist zuversichtlich, den insolventen Warenhauskonzern wiederbeleben zu können. Die meisten Filalen sollen erhalten bleiben. Welche geschlossen werden, steht noch nicht fest.
Galeria Karstadt Kaufhof in Berlin
Passanten gehen an dem Eingang einer Filiale von Galerie Karstadt Kaufhof vorbei. © Jörg Carstensen/dpa/Archivbild

Die neuen Eigentümer von Galeria Karstadt Kaufhof wollen die insolvente Warenhauskette wieder in die Erfolgsspur bringen. «Wir glauben an die Zukunft von Galeria und haben nur einen Fokus: das Warenhaus», sagte Investor Bernd Beetz am Mittwoch in Essen. Das Warenhaus sei Teil der deutschen Lebenskultur.» Der 73-Jährige bildet zusammen mit der US-Investmentgesellschaft NRDC ein Konsortium, das Galeria übernehmen will.

Die neuen Eigentümer würden voraussichtlich mehr als 70 der derzeit noch 92 Filialen fortführen, sagte Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus. Diese Zahl sei Teil der Investorenvereinbarung, die am Dienstag notariell beurkundet wurde. Dass Beetz und NRDC in dem Bieterverfahren den Zuschlag bekommen haben, war bereits am Dienstag bekannt geworden.

Wie viele Filialen am Ende von den Investoren tatsächlich übernommen werden, steht noch nicht fest. Ob Galeria die Filialen weiter betreiben wird, hängt von der Höhe der Mieten ab. Über viele Mietverträge werde noch mit den Vermietern verhandelt, hieß es. Die Entscheidung über die Anzahl der zu übernehmenden Filialen werde daher erst Ende April fallen. Galeria ist in allen Filialen Mieter. 

«Ein Arbeitsplatzabbau ist leider erforderlich», sagte Denkhaus. So würden in der Unternehmenszentrale in Essen rund 450 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen sein, «rund die Hälfte der Belegschaft». Mit den verbliebenen Kollegen werde Galeria eine mittelständische Struktur haben. «Im Mittelpunkt der nächsten Tage stehen der Interessenausgleich und ein Sozialplan mit dem Gesamtbetriebsrat», hieß es. Eine Transfergesellschaft solle initiiert und sozialverträglich organisiert werden.

Geplant ist der Umzug in eine neue Unternehmenszentrale. Der Mietvertrag für die aktuelle Zentrale werde im kommenden Jahr enden. Wo die neue Zentrale angesiedelt werde, sei noch offen.

Die unterzeichnete Vereinbarung über die Übernahme tritt nur dann in Kraft, wenn das Amtsgericht Essen und die Gläubigerversammlung dem von Denkhaus erstellten Insolvenzplan zustimmen. Wenn sie das nicht tun, kommt der Verkauf nicht zustande. Denkhaus will den Insolvenzplan bis Ende April vorlegen. Die Gläubiger kommen am 28. Mai in der Messe Essen zusammen, um darüber abzustimmen. 

Das Insolvenzverfahren war in der vergangenen Woche eröffnet worden. Galeria hatte Anfang Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Es ist die dritte Insolvenz innerhalb von dreieinhalb Jahren. Der bislang zur Signa-Gruppe des Österreichers René Benko gehörende Konzern beschäftigt derzeit noch rund 12 800 Menschen.

Beetz, der auch Präsident des Fußball-Drittligisten SV Waldhof Mannheim ist, verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Luxus- und Konsumgütersegment. Während des Zusammenschlusses von Galeria Kaufhof und Karstadt in den Jahren 2018 und 2019 war er bereits Aufsichtsratschef von Kaufhof. Jetzt will er zusammen mit Galeria-Chef Olivier Van den Bossche Galeria führen - Van den Bossche als operativer Vorstandschef, Beetz als Miteigentümer und «Chairman» (zu deutsch: Vorsitzender). Mit dem Eigentümer von NRDC, Richard Baker, ist Beetz nach eigenen Angaben «schon seit Jahren freundschaftlich verbunden». 

«Wir wollen langfristig investieren, entwickeln und wachsen», sagte Beetz. Die nächsten Wochen seien entscheidend, um die Voraussetzungen für ein solides Geschäftsmodell zu schaffen. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, «können wir Galeria auf einen erfolgreichen Kurs bringen», so Beetz. «Wir schieben einen ganzen Batzen Cash in das Unternehmen.» Galeria werde sofort Zugriff drauf haben. Wie viel Geld die neuen Eigentümer investieren wollen, sagte er nicht.

Die Übernahme durch das Konsortium bietet nach Ansicht des Deutschen Städtetages eine Zukunftsperspektive. «Viele Städte mit Galeria-Standorten werden heute aufatmen», erklärte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. «Mit der Trennung von der Signa-Gruppe haben diese Häuser eine echte Chance auf einen Neustart.» Die Gewerkschaft Verdi forderte, dass der neue Eigentümer in das Unternehmen investiere, die Standorte erhalte und für die Beschäftigten langfristig die Arbeitsplätze sichere. «Der neue Eigentümer sollte gemeinsam mit den Beschäftigten ein modernes Zukunftskonzept entwickeln und auf den Weg bringen, das die Stärke der Warenhäuser ausspielt: ein breites Sortiment gepaart mit guter Beratung», erklärte Bundesvorstand Silke Zimmer. 

© dpa ⁄ Christian Rothenberg, dpa
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