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Jobmotor EM? Unternehmen suchen kurzfristige Arbeitskräfte

Zur Fußball-EM in Deutschland werden über Jobportale zahlreiche kurzfristige Arbeitskräfte gesucht. Laut der Arbeitsagentur NRW könnte dies in bestimmten Jobs möglicherweise zu «Klebeeffekten» führen.
Fan-Zone zu Fußball-EM
Monteure arbeiten am Aufbau der Fan-Zone in Düsseldorf. Ab dem 14. Juni beginnt die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland. Für die Fußball-EM finden sich in Jobbörsen im Internet derzeit zahlreiche Stellenausschreibungen. © Federico Gambarini/dpa

Fanshop-Verkäufer, Servicekraft, Notfallsanitäter, Einlaufkind-Betreuer oder Sicherheitsmitarbeiter - für die Fußball-EM finden sich in Jobbörsen im Internet derzeit zahlreiche Stellenausschreibungen. Besonders gefragt sind flexible und kurzfristig einsetzbare Aushilfen. «Viele der Stellenangebote bewegen sich im Bereich der Minijobs oder der kurzfristigen Beschäftigung, wie sie vor allem für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende interessant sind», sagte ein Sprecher der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit der Deutschen Presse-Agentur.

Diese Stellen würden aber nicht in den Jobbörsen der Arbeitsagenturen abgebildet. «Wir bemerken nur eine kleine Nachfrage, die sich besonders bei Jobs- und Nebenjobs in den Bereichen Service und Sicherheit auswirkt», sagte der Sprecher mit Blick auf die Arbeitsagenturen und Jobcenter in den Austragungsorten Köln, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Dortmund. Konkrete Zahlen gebe es aber nicht.

Bei den EM-Stellenangeboten auf Fachkraftniveau - etwa Köche, Sicherheitsexperten oder Veranstaltungskaufleute - handele es sich überwiegend um Berufe, bei denen es generell wenig Bewerber gebe. «Der Markt hier ist auf der ständigen Suche nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - insofern ist Knappheit hier keine neue Nachricht.»

EM-Jobs mit «Klebeeffekt»?

Jobangebote im Rahmen der EM könnten aber dazu führen, dass sich Fachkräfte auf Stellen bewerben, die sie sonst nicht in Betracht gezogen hätten, sagte der Sprecher. Über die EM hinaus könne dies dann zu sogenannten «Klebeeffekten» führen.

«Menschen auf Arbeitsplatzsuche heuern für kurze Zeit an, bleiben dann möglicherweise auch «kleben» und erlangen so einen vollwertigen Arbeitsplatz. Umgekehrt können manche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber durch die EM noch besser für sich werben und finden dadurch vielleicht das zuverlässige Personal, das sie zuvor vergeblich umworben hatten», erklärte der Sprecher der Arbeitsagentur NRW.

Der Effekt sei aber eher überschaubar. «Potenzielle Arbeitsmarkteffekte der EM 2024 sollten nicht überschätzt werden», so der Sprecher. Mögliche zusätzliche Jobs würden in vielen Fällen nicht dauerhaft sein. Fachkräfte, die es sich erlaubten könnten, «auszusuchen», wo sie künftig arbeiten möchten, würden sich zudem tendenziell eher auf unbefristete oder Vollzeit-Stellenangebote bewerben.

© dpa
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