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In NRW soll mehr klimaneutrale Wärme aus der Erde kommen

Ein Masterplan Geothermie soll in NRW dafür sorgen, dass 2045 bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs aus Erdwärmequellen stammt. «Unter unseren Füßen liegt ein Schatz», sagt Ministerin Neubaur (Grüne).
Geothermie
Sonden einer Wärmepumpe ragen aus dem Boden. © Marius Becker/dpa/Symbolbild

Die Nutzung von Erdwärme soll in Nordrhein-Westfalen künftig eine deutlich größere Rolle spielen. «Bis 2045 wollen wir bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs klimaneutral mit Geothermie decken», sagte Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) am Montag in Düsseldorf. Die Politikerin stellte dazu einen «Masterplan Geothermie NRW» vor. Die Landesregierung sieht in der Geothermie einen Beitrag für stabile Energiepreise, Klimaschutz und Versorgungssicherheit.

NRW.Bank soll finanzielles Risiko teilweise absichern

Der Plan sieht als Maßnahme zum einen ein Untersuchungs- und Bohrprogramm vor. Damit soll der Geologische Dienst NRW bis 2028 die Datenlage zur Verfügbarkeit von Geothermie verbessern. Zum anderen soll die NRW.Bank bis zu 45 Prozent des sogenannten Fündigkeitsrisikos bei Bohrungen absichern, die tiefer als 400 Meter gehen. «Das heißt konkret: Zur Starthilfe sichert Nordrhein-Westfalen das finanzielle Risiko teilweise bei den ersten Bohrungen ab, falls eine Bohrung nicht fündig wird», erklärte das Wirtschaftsministerium. Außerdem würden ab sofort wieder Vorerkundungen gefördert. Die Förderungen richten sich unter anderem an Kommunen, Stadtwerke und gewerbliche Unternehmen.

Geothermie, also Erdwärme, nennt man die unterhalb der Erdoberfläche gespeicherte Wärmeenergie. Für die Nutzung wird etwa Wasser aus mindestens 400 Meter Tiefe an die Oberfläche gepumpt. Dort gibt das heiße Wasser seine Energie über Wärmetauscher ab. Danach wird das abgekühlte Wasser über eine zweite Bohrung wieder in die Erde geleitet.

Erdwärme für Fernwärmenetze

Je tiefer, desto wärmer: In Mitteleuropa nimmt die Temperatur um etwa drei Grad pro 100 Meter Tiefe zu. Die in der Erde gespeicherte Wärme gilt als unerschöpflich. Unterschieden werden eine oberflächennahe (bis etwa 400 Meter Tiefe), eine mittlere (bis etwa 1500 Meter Tiefe) und eine tiefe Geothermie (ab 1500 Meter Tiefe).

Genutzt werden kann Erdwärme etwa von der Industrie, kommunalen Fernwärmenetzen oder für das Beheizen von Wohnhäusern und ganzen Quartieren. Als Vorteile sieht das Ministerium unter anderem eine ganzjährige Verfügbarkeit und die Möglichkeit, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Auch leiste Geothermie als heimische Energiequelle einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.

Branchenverband: 20-Prozent-Ziel ist «ambitioniert»

Die Erneuerbaren-Branche in NRW äußerte sich erfreut über die Vorlage des Masterplans. «Auf solch ein wegweisendes Positionspapier hat das Land seit Jahren gewartet», erklärte der Vorsitzende des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE), Hans-Josef Vogel, laut einer Mitteilung. «Ohne eine massive Steigerung bei der Erdwärmenutzung ist eine klimaneutrale Wärmeversorgung nicht zu erreichen.» Das 20-Prozent-Ziel nannte der Verband «ambitioniert». Damit bewege sich NRW auf den Spuren des Geothermie-Vorreiters Niederlande, das einen Erdwärme-Anteil an der Wärmeversorgung von 23 Prozent bis zum Jahr 2050 plane.

Für die Nutzung oberflächennaher Geothermie kommt nach Angaben des Landes die gesamte Landesfläche in Frage. Bei der mittleren und tiefen Geothermie gebe es geeignete Gebiete vor allem im Rheinland, im Münsterland und in Ostwestfalen.

Insgesamt rechnet das Ministerium mit einer Energiemenge von 25 bis 33 Terawattstunden, die 2045 aus Erdwärme stammen sollen. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 wurde nach Angaben des Landesumweltamts in Nordrhein-Westfalen Wärme mit einem Energiegehalt in Höhe von rund zwei Terawattstunden durch oberflächennahe Geothermie gewonnen. Bei der mitteltiefen und tiefen hydrothermalen Geothermie stehe Nordrhein-Westfalen derzeit noch am Anfang, erklärte das Ministerium.

© dpa
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