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Wohin fließt das Wasser? Besorgte Stimmen zum Atommülllager

Das marode Atommülllager Asse droht abzusaufen. Während das einlaufende Wasser aber lange Zeit in nahezu konstanten Mengen aufgefangen wurde, gibt es aktuell Veränderungen, die Besorgnis auslösen.
Umweltminister Meyer besucht Atommülllager Asse
Ein Schild «Zutritt für Unbefugte verboten» hängt im Atommülllager Asse im Landkreis Wolfenbüttel. © Julian Stratenschulte/dpa

Im maroden Atommülllager Asse in Niedersachsen nimmt das seit langem einsickernde Salzwasser inzwischen neue, unbekannte Wege - und lässt die Besorgnis von Politik und Experten wachsen. «Ich bin besorgt. Das Atomdesaster in der Asse schreibt ein neues Kapitel», sagte der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer am Freitag auf Anfrage. Der Betreiber muss nach den Worten des Grünen-Politikers schnellstmöglich Maßnahmen ergreifen, um die unkontrollierte Ausbreitung von Salzlösung im Bergwerk zu verhindern und die Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der Asse nicht zu gefährden.

Zuvor hatte der «Spiegel» am Freitag die unklare Situation an dem ehemaligen Bergwerk bei Remlingen im Landkreis Wolfenbüttel aufgegriffen. Schon im April hatte die neue Chefin der Betreibergellschaft (BGE), Iris Graffunder, die schwierige Lage in der «Braunschweiger Zeitung» beschrieben. «Es ist nicht vollkommen planbar, wie sich der Berg entwickelt. Durch diese starke Veränderung des Wasserzutritts sind wir alarmiert», sagte sie dem Blatt. 

In der Schachtanlage liegen in 13 Kammern rund 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Weil Wasser eindringt, soll das Lager geräumt werden, und die BGE ist für den gesetzlichen Auftrag zuständig, die Anlage unverzüglich stillzulegen. Lange Zeit sickerten nach BGE-Angaben täglich etwa zwölf Kubikmeter Wasser ein. Seit einigen Monaten nimmt die Menge an der Hauptauffangstelle ab. «Das heißt, das Wasser bleibt irgendwo anders. Das beunruhigt uns», sagte Graffunder der Zeitung. 

Zeitversetzt zum Rückgang an der Hauptauffangstelle wird laut BGE ein deutlicher Anstieg der Salzwassermenge weiter unten im Bergwerk festgestellt. «Bislang wurden hier rund 0,8 Kubikmeter pro Tag aufgefangen. Aktuell ist die Menge des gefassten Salzwassers bis auf knapp drei Kubikmeter pro Tag gestiegen», teilte der Betreiber auf Anfrage mit. Ein BGE- Sprecher betonte, auch auf der tieferen 725-Meter-Ebene handele es sich um Salzwasser, das die Abfälle auf der 750-Meter-Ebene nicht erreicht und nicht kontaminiert habe. 

Aktuell versuchen die Experten vor Ort, mögliche Schadstellen ausfindig zu machen und zu reparieren.  Zudem habe die BGE die komplette Sanierung der Hauptauffangstelle auf der 658-Meter-Ebene beantragt. Die Verantwortlichen bei der BGE sollen am 27. Mai im Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz des Niedersächsischen Landtags in öffentlicher Sitzung Stellung nehmen und Fragen der Abgeordneten beantworten, wie das Umweltministerium ankündigte. 

© dpa
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