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Werders Frustwoche: «Nicht mit Grinsen nach Hause gefahren»

Werder Bremen hat in dieser Woche einige Rückschläge hinnehmen müssen. In der Tabelle schlagen sie sich nicht nieder, doch sie treffen den Club bis ins Mark.
Justin Njinmah
Justin Njinmah von Werder Bremen spielt den Ball. © Andreas Gora/dpa

Von seiner bislang schlimmsten Woche an der Weser wollte Werder-Coach Ole Werner nicht sprechen. Doch die Häufung der schlechten Nachrichten sorgte schon dafür, «dass ich nicht mit einem Grinsen nach Hause gefahren bin», gestand der Bremer Trainer am Donnerstag.

Am Dienstag verkündete Nick Woltemade, dass er seinen auslaufenden Vertrag in Bremen nicht verlängern wird. Der Stürmer wird stattdessen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit zum VfB Stuttgart wechseln. Am Mittwoch gab Werder bekannt, dass Justin Njinmah wegen einer Verletzung am Sprunggelenk einige Wochen fehlen wird und am Donnerstag folgte dann die Nachricht, dass Eren Dinkci von seiner Leihe an den 1. FC Heidenheim nicht in seine Heimatstadt zurückkehren wird. Er will seine Tore in Zukunft für den SC Freiburg erzielen.

«Das hätten wir uns alles natürlich anders gewünscht», sagte Werner, der sich mit seiner Mannschaft zudem noch in einer kleinen sportlichen Krise befindet: Die vergangenen vier Spiele gingen allesamt verloren.

Als Tabellenzehnter und mit zehn Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz stehen die Bremer vor dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt an diesem Freitag (20.30 Uhr/DAZN) aber dennoch ordentlich da. Weshalb es vor allem die Abgänge von Woltemade und Dinkci sind, die die Stimmungslage am Osterdeich stark eintrübten.

Schließlich stehen die beiden Angreifer eigentlich genau für den Weg, den sie bei Werder in Zukunft gehen wollen. Junge, talentierte Spieler zu gestandenen Profis entwickeln, eine Zeit lang selbst von ihren Leistungen profitieren und sie dann für möglichst viel Geld zu verkaufen.

«Wir bedauern sehr, dass Nick und Eren sich gegen Werder entschieden haben», sagte Bremens Fußball-Chef Clemens Fritz. «Wir haben uns um beide Spieler sehr bemüht. Wir können den Jungs aber nur einen Weg aufzeigen. Sie haben sich für einen anderen Verein entschieden und das müssen wir akzeptieren», sagte Fritz, dem wie Werner die Enttäuschung über die Entscheidungen der beiden Jungprofis aber deutlich anzumerken war. Zumal beide aus der Werder-Jugend stammen und damit eigentlich prädestiniert für den Bremer Weg gewesen wären.

Von einem Trend und davon, dass Werder im Ringen um junge Spieler nicht mehr attraktiv sei, wollte Fritz aber nicht sprechen. «Nein, ich mache mir keine Sorgen. Es ist ja auch positiv zu sehen, wie viele junge Spieler von hier aus den Weg in die Bundesliga finden», sagte der zukünftige Geschäftsführer Sport.

«Das ist jetzt eine Momentaufnahme und wir sind alle nicht happy darüber, dass uns jetzt zwei Spieler verlassen, mit denen wir gerne weitergearbeitet hätten. Aber ich denke nicht, dass wir an Attraktivität verloren haben», sagte Fritz. «Werder hat als Ausbildungsverein immer noch einen guten Namen», sagte Fritz und verwies auf die Winter-Transfers Isak Hansen-Aaröen (19) und Skelly Alvero (22). Ob dies wirklich so ist, wird die nächste Wechselperiode im Sommer zeigen.

© dpa ⁄ Lars Reinefeld, dpa
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