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Weihnachtsmärkte in Goslar und Hannover bleiben still

Keine Ohrwürmer wie «Last Christmas»: Einige Weihnachtsmärkte in Niedersachsen verzichten aus Protest einen Tag lang auf Musik. Hintergrund ist ein Streit mit der Verwertungsgesellschaft Gema.
Weihnachtsmarkt in Hannover
Ein Schild hängt am Weihnachtsmarkt. © Julian Stratenschulte/dpa

Aus Protest gegen gestiegene Gebühren für Musik sind Weihnachtsmärkte in Niedersachsen am Montag stiller geblieben als üblich. Weihnachtsmarktbetreiber in ganz Deutschland hatten zu einem «Tag der Stille» aufgerufen. Keine Musik vom Band und auch keine Auftritte von Musikern gab es auf dem Weihnachtsmarkt in Hannover, wie die Landeshauptstadt mitteilte. Auch auf dem Markt in Goslar blieben Lautsprecherboxen aus.

Hintergrund ist ein Streit um Geld. Weihnachtsmarktbetreiber beschweren sich über aus ihrer Sicht zu hohe Musik-Rechnungen der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema). Die Gema weist die Vorwürfe zurück.

Die Gema vertritt in Deutschland die Urheberrechte von über 90 000 Rechteinhabern wie Komponisten, Textdichtern und Musikverlagen. Sie schüttet die Einnahmen an sie aus, wenn urheberrechtlich geschützte Lieder gespielt werden. Die Kosten für die Gesamtbeschallung von Weihnachtsmärkten berechnet die Gema seit 2011 gleich - nämlich anhand der Größe der Veranstaltungsfläche.

Zu den Kostensteigerungen kommt es laut der Gema nun aber nicht nur, weil Weihnachtsmärkte zuletzt teils größer geworden sind. Teils hätten die Betreiber auch die Größe bei der Verwertungsgesellschaft falsch angegeben. Nun wurde nachgemessen. Die Musik an einzelnen Buden ist von dem Streit nicht betroffen. Für die dort abgespielte Musik schließen die Schausteller eigene Verträge mit der Gema.

Dennoch sorgt der Gebührenstreit auch bei den Schaustellern in Niedersachsen für Unmut. «Einfach einen Betrag hochzusetzen oder eine Berechnung anders zu verfügen, das ist für uns eine Sache, die versteht man nicht», sagte der Pressesprecher des Landesverbands der Markt- und Schaustellerbetriebe, Gregory Laubinger. «Der Schaustellerberuf lebt und fällt mit der Musik.» Gerade in der Weihnachtszeit seien die Musik und die Auftritte von Chören wichtig für die Atmosphäre. «Man nimmt den Leuten ein Stück Lebensqualität.»

© dpa
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