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Rostock gedenkt des NSU-Mordopfers Mehmet Turgut

Vor 20 Jahren wurde der junge Türke Mehmet Turgut in Rostock ermordet. Er ist das fünfte Opfer einer bundesweiten Anschlagsserie, die auf das Konto der rechtsextremen Terrorgruppe NSU geht.
Todestag des NSU-Opfers Mehmet Turgut
Ein Bild des NSU-Opfers Mehmet Turgut steht an der Gedenkstätte am Tatort. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die Stadt Rostock hat am Wochenende des vor 20 Jahren ermordeten Mehmet Turgut gedacht. Der damals 24-jährige Türke war am 25. Februar 2004 im Stadtteil Toitenwinkel Opfer der rechtsextremistischen Terrorgruppe «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) geworden. Bereits am Samstag hatten in der Hansestadt mehrere hundert Menschen mit einer Demonstration an die Ermordung Turguts erinnert.

«Niemals dürfen die grausamen Untaten des NSU und die Ermordung Mehmet Turguts in Vergessenheit geraten», sagte Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) am Sonntag bei einer Gedenkveranstaltung am Ort des Mordanschlages. Rechtsextremismus bedrohe auch heute die Demokratie und die von ihr geschützte Menschenwürde. «Unsere Gesellschaft hat jetzt die Chance und auch die Pflicht, es besser zu machen als in den 90er Jahren.»

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) nannte die Mordserie des NSU ein dunkles Kapitel für die Bundesrepublik und eine Mahnung vor allem für die Sicherheitsbehörden. «Dass eine rechtsterroristische Gruppe jahrelang unbeobachtet morden konnte, macht uns allen bewusst, dass Rechtsterrorismus die größte Gefahr für unser gesellschaftliches Leben ist.» Die NSU-Taten hätten verdeutlicht, «wie abscheulich und grenzenlos rechte und rassistische Gewalt sein kann», sagte Pegel. Er danke «all jenen, die seit Wochen für eine weltoffene und bunte Gesellschaft auf die Straßen in Mecklenburg-Vorpommern und der gesamten Republik gehen und sich klar und deutlich gegen menschenfeindliches und menschenverachtendes Gedankengut wehren».

Turguts Bruder Mustafa mahnte, Menschen dürften nicht nach Herkunft, Aussehen, Geschlecht Religion oder Hautfarbe beurteilt werden. Derzeit sei zu sehen, dass sich Hass in der Gesellschaft verbreite, «dass rechtsradikales Gedankengut salonfähig wird». Dagegen müsse ein Zeichen der Toleranz und Menschlichkeit gesetzt werden.

Zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung hatten das Bündnis «Mord verjährt nicht!» und die Hansestadt Rostock gemeinsam aufgerufen. Turgut war kaltblütig erschossen worden, kurz nachdem er den Imbissstand eines Freundes geöffnet hatte. Er war das fünfte von zehn Opfern einer bundesweiten Anschlagsserie, die sich vor allem gegen Kleinunternehmer richtete, deren Familien aus der Türkei und in einem Fall aus Griechenland stammten. Lange Zeit hatten die Ermittler die Täter unter den Landsleuten der Opfer gesucht. Erst 2011, als in Eisenach in einem ausgebrannten Wohnwagen die Leichen zweier NSU-Mitglieder gefunden wurden, erkannten die Behörden, dass die dreiköpfige Terrorgruppe für die Mordserie verantwortlich war. Ihr letztes Opfer war 2007 eine junge Polizistin.

© dpa
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