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Opfer von Liebesbetrug der Geldwäsche verdächtigt

Blind vor Liebe: Eine Frau in MV überweist einer Online-Bekanntschaft 90.000 Euro. Dann lässt sie sich überreden, Geldbeträge weiterzuleiten. Damit macht sie sich strafbar, sagt die Polizei.
Love-Scamming
Eine Frau tippt auf ihrem Smartphone. © Bernd Weißbrod/dpa/Symbolbild

Bei einem Liebesbetrug hat eine Frau aus der Nähe von Ribnitz-Damgarten (Landkreis Vorpommern-Rügen) rund 90.000 Euro verloren und sich möglicherweise auch noch der Geldwäsche schuldig gemacht. Laut Polizei überwies sie einem Mann, den sie im Internet kennengelernt hatte und der vorgeblich aus derselben Region stammte, immer wieder Geldbeträge, damit er im Ausland Diamanten kaufen konnte. Wie das Polizeipräsidium Neubrandenburg am Dienstag mitteilte, nahm sie dafür sogar Kredite auf und belastete ihr Haus, um die Kredite zurückzuzahlen.

Schließlich habe der vorgebliche Online-Freund die Frau gebeten, Geldüberweisungen eines Mittelsmanns auf ihr Konto anzunehmen und über einen Online-Bezahldienst weiterzuleiten. «Das tat sie - und machte sich ab diesem Zeitpunkt selbst strafbar», erklärten die Beamten. Immer wieder habe sie Geldbeträge überwiesen bekommen und sollte diese in kleineren Summen an verschiedene E-Mail-Adressen senden. Nun werde gegen die eigentlich Betrogene wegen Geldwäsche ermittelt. Fast 100.000 Euro soll die Frau im Auftrag transferiert haben.

Die Polizei warnt immer wieder vor dem sogenannten Love Scamming. Bei dieser Betrugsmasche nehmen die Täter meist Kontakt zu alleinstehenden Menschen über soziale Netzwerke auf und versuchen, eine oft romantische Beziehung aufzubauen, wie die Beamten erklärten. Ziel der Betrüger sei es, durch das Vorgaukeln starker Gefühle das Gegenüber so zu beeinflussen, dass Geld gezahlt werde. Die Täter agierten meist aus dem Ausland.

Allein im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg im Ostteil des Landes wurden den Angaben zufolge in den vergangenen zwei Jahren mehr als 90 solcher Betrugsfälle angezeigt. Der Schaden belaufe sich dabei auf mehr als 700.000 Euro. Betroffen seien oft Frauen und Männer ab 50 Jahren.

Die Polizei warnte davor, unbekannten Menschen persönliche Daten preiszugeben. «Auch wenn alles vermeintlich plausibel klingt, sollten keine Überweisungen getätigt oder Bankdaten an Personen gegeben werden, die man bisher nie persönlich getroffen hat.» Ebenfalls sollte kein Geld angenommen und an andere Konten weitergeleitet werden. Das könne dann Geldwäsche sein, worauf laut Polizei Geld-, aber auch Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren stehen.

© dpa
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