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Mit der Bahn auf den Darß - Aber erst im nächsten Jahrzehnt

Wer im Sommer per Auto auf den Darß fährt, der muss viel Geduld mitbringen. Lange Staus trüben oft die Stimmung bei Urlaubern und Einheimischen. Die Darßbahn soll die Lage entspannen.
Darßbahn soll wieder aufgebaut werden
Die alte geöffnete Meiningenbrücke zwischen der Ostseehalbinsel Fischland-Darß-Zingst und dem Festland. © Jens Büttner/dpa/Archivbild

Der volkswirtschaftliche Nutzen der Darßbahn übersteigt deutlich die dreistelligen Millionenkosten für die Reaktivierung der stillgelegten Schienenstrecke. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten im Auftrag der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV). Damit sei die Voraussetzung zur anteiligen Finanzierung mit Bundesmitteln nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) erfüllt. «Für die Landesregierung ist klar: Die Darßbahn muss kommen», sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in Schwerin. Vorgesehen ist eine Wiederbelebung der Bahnstrecke Barth - Zingst - Prerow in vier Bauabschnitten auf einer Länge von 19,3 Kilometern.

Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse stellte das neue Gutachten am Montag gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg, Heiko Miraß (SPD), und VMV-Geschäftsführer Daniel Bischof vor. «Ganz grob» geschätzt beliefen sich die Gesamtinvestitionskosten auf 204 Millionen Euro, wovon bei dieser Annahme laut Jesse mit 147 Millionen Euro vom Bund zu rechnen sei. 57 Millionen Euro müsste das Land stemmen. In der Vergangenheit hatte man auf der Grundlage von Preisen im Jahr 2016 rund 135 Millionen veranschlagt. Seitdem sind die Baupreise aber exorbitant gestiegen.

Miraß sprach von einem «sehr guten Tag» für die Menschen in Vorpommern. Viele hätten auf diesen Tag hingefiebert. Die nächsten Schritte sind laut Wirtschaftsministerium nun eine sogenannte Realisierungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen der Usedomer Bäderbahn (UBB) als Vorhabenträger und dem Land Mecklenburg-Vorpommern vertreten durch die VMV. Wenn diese Vereinbarung bis Ende des zweiten Quartals stehe, dann soll bis Sommer dieses Jahres ein Finanzierungsantrag für die Finanzhilfen im Rahmen des GVFG gestellt werden, erklärte Jesse.

Prerows Bürgermeister René Roloff erkundigte sich während der Präsentation nach dem Zeithorizont des Projektes. Seine Gemeinde zählt zu den stark frequentierten Ferienorten auf dem Darß. Das zeitbestimmende Bauwerk sei der Neubau der Meiningenbrücke, an den sich dann der Streckenneubau in Richtung Zingst und Prerow anschließe, erläuterte Bischof. Ein Neubau der Brücke bis Ende des Jahrzehnts sei realistisch. Der letzte Bauabschnitt nach Prerow werde danach folgen.

Marcel Falk, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, verwies auf den hohen Kosten-Nutzen-Faktor, der laut Gutachten mit 2,04 mehr als doppelt so hoch ist, wie es für einen volkswirtschaftlichen Nutzen der Reaktivierung und die Beantragung von GVFG-Fördermitteln nötig wäre. Eine neue Direktverbindung zwischen Prerow und Stralsund verkürze nicht nur die Reisezeit für Touristen, sondern vereinfache auch die Erreichbarkeit von öffentlichen Dienstleistungen für Bewohner der Halbinsel.

Der verkehrs- und tourismuspolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster, unterstrich, dass es sich bei der Darßbahn um eines der bedeutenden Infrastrukturprojekte im Land und einen wichtigen Baustein der Mobilitätsoffensive handele. Für die AfD-Fraktion betonte deren tourismuspolitischer Sprecher Paul Timm, eine Schienenanbindung des Darß sei längst überfällig und helfe der Wirtschaft in MV. «Das kann allerdings nur ein erster Schritt sein. Wir brauchen Hochgeschwindigkeitstauglichkeit und durchgängige Zweigleisigkeit der Strecken nach Berlin und Hamburg.»

Die Darßbahn war 1910 in Betrieb genommen worden und verband das Boddenstädtchen Barth auf dem Festland mit dem etwa 19 Kilometer entfernten Badeort Prerow (Landkreis Vorpommern-Rügen) an der Nordspitze des Darß. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gleise auf der Halbinsel teilweise als Reparationsleistung demontiert. Mit Auflösung von NVA-Stützpunkten in der Region 1990 wurde auch die Strecke Barth-Bresewitz nicht mehr benötigt und der Verkehr eingestellt.

© dpa
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