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Umfrage sieht Mehrheit für Nationalpark Ostsee

Kommt ein Nationalpark in der Ostsee oder nicht? Die Befürworter fühlen sich durch eine Umfrage bestätigt. Für den Auftraggebeber BUND ist klar, es muss etwas geschehen zum Schutz des Meeres.
Tobias Goldschmidt
Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt spricht bei einer Pressekonferenz in Kiel. © Axel Heimken/dpa

Die Pläne von Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) für einen Nationalpark Ostsee stoßen laut einer Umfrage im Auftrag des Naturschutzverbandes BUND auf große Unterstützung in Schleswig-Holstein. Wie eine am Freitag in Kiel vorgestellte Online-Befragung des Umfrage-Instituts Civey unter 1502 Norddeutschen ergab, halten 53,6 Prozent einen Meeres-Nationalpark für sinnvoll. 18,9 Prozent waren in der Frage unentschieden. Für nicht sinnvoll erachteten 27,5 Prozent die Pläne.

«So ein Nationalpark ist für uns schon lange überfällig», sagte der stellvertretende Landesvorsitzende des BUND, Jürgen Leicher. Die Lebensräume seien in keinem guten Zustand. «Ja, es gibt Schutzgebiete. Aber die wirken nicht.» Die Umweltschützer erwarten, dass die Landesregierung die Ergebnisse der Umfrage zur Kenntnis nimmt. Leicher kritisierte, durch die Offenheit des Verfahrens sei Unsicherheit aufgekommen sei. Dabei gehe es um einen Meeres-Nationalpark. «Die Betroffenheit wird gar nicht so groß sein.»

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte Anfang Dezember bei der Übergabe von mehr als 93.500 Unterschriften von Befürwortern eines Nationalparks angekündigt, Mitte Februar gemeinsam mit Goldschmidt ein Konzept vorzulegen.

Laut Umfrage gab es die höchsten Zustimmungswerte in den Städten Flensburg und Lübeck sowie im Kreis Pinneberg (jeweils mehr als 70 Prozent). Niedriger fiel die Zustimmung in den Kreisen Schleswig-Flensburg (38,6 Prozent), Rendsburg-Eckernförde (48,2), Plön (34,8) und Ostholstein (38,7) aus. Sie könnten direkt von der Einrichtung eines Nationalparks betroffen sein.

«Aus den Erfahrungen anderer Nationalparkgründungen wissen wir, dass die Vorbehalte in den betroffenen Regionen anfänglich immer groß sind», sagte BUND-Landesgeschäftsführer Ole Eggers. Dafür seien die aktuellen Zustimmungswerte vergleichsweise sehr hoch. «Üblicherweise nimmt die Zustimmung nach der Einrichtung eines Nationalparks in den benachbarten Gebieten sehr rasch zu, sobald die positiven Effekte spürbar werden und sich zeigt, dass man entgegen anfänglicher Befürchtungen weiterhin an denselben Stellen spazieren gehen und baden kann wie vorher.»

Im März 2023 hatte Goldschmidt einen sogenannten Konsultationsprozess über einen möglichen Nationalpark gestartet. Der Koalitionspartner CDU lehnt einen Nationalpark aber ab. Die Union will den schlechten Zustand des Meeres stattdessen mit Hilfe von freiwilligen Vereinbarungen sowie Steinriffen und Seegraswiesen verbessern.

In der Studie wurde auch nach Parteipräferenzen gefragt. Von den potenziellen CDU-Wählern sprachen sich laut BUND 41 Prozent für einen Nationalpark aus. 37 Prozent waren dagegen. Unter den potenziellen Grünen-Wählern waren 81 Prozent dafür. «Wir stellen fest, dass es sich bei den Protesten im Sommer zwar um eine laute, aber kleine Minderheit gehandelt hat», sagte die Grünen-Landesvorsitzende Anke Erdmann. Die Umfrage bringe noch mal Schwung in die Debatte.

BUND-Meeresschutzreferentin Stefanie Sudhaus sagte, «wir hoffen, dass diese Umfrage die Landesregierung bei ihrer Entscheidung für die Einrichtung eines Nationalparks Ostsee unterstützt».

Während der Konsultationen sprachen sich vor allem Tourismusunternehmen und -verbände, aber auch viele Kommunen an der Küste gegen einen Nationalpark aus. Sie befürchten Einschränkungen zum Beispiel für den Wassersport. Unterstützung für einen Nationalpark kam von Umweltverbänden.

Goldschmidt reagierte erfreut auf die Umfrage: «Das Ergebnis zeigt erneut, dass der Meeresnaturschutz in Schleswig-Holstein großen Rückhalt genießt. Das ist ein enorm wichtiges Signal, denn die Ostsee ist ein krankes Meer und braucht dringend mehr Schutz.» Er sei zuversichtlich, dass ein Nationalpark Ostsee eine echte schleswig-holsteinische Erfolgsgeschichte werden könne.

© dpa
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