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Kranzniederlegung: Gedenken an Tat von Brokstedt

Die Erinnerungen sind noch frisch. Am Jahrestag der schrecklichen Bluttat im Regionalzug bei Brokstedt überwiegen bei einer Gedenkfeier noch immer Trauer und Fassungslosigkeit. Aber auch Dankbarkeit für Hilfe.
Jahrestag der tödlichen Messerattacke in Brokstedt
Jahrestag der tödlichen Messerattacke in Brokstedt. © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

Ein Jahr nach der tödlichen Messerattacke von Brokstedt sind Angehörige, Politiker, Vertreter von Kirchen und Bahn sowie viele mitfühlende Menschen zu einer Gedenkfeier in dem kleinen schleswig-holsteinischen Ort zusammengekommen. Bürgermeister Clemens Preine, Ministerpräsident Daniel Günther, Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack, Justizministerin Kerstin von der Decken (alle CDU) und Verwandte der beiden jungen Todesopfer legten am Donnerstag Kränze an einem erst kürzlich aufgestellten Gedenkstein am Bahnsteig nieder. «In ewiger Liebe» steht dort mit den Namen der 17-jährigen Ann-Marie, ihrem zwei Jahre älteren Freund Danny und zwei verbundenen roten Herzen.

Ann-Maries Vater Michael Kyrath sagte, «der 25. Januar des vergangenen Jahres veränderte alles. Plötzlich war nichts mehr so, wie es vorher war». Seitdem seien zwölf Monate des Kämpfens vergangen. Es habe keinen Tag gegeben, «an dem wir nicht auch an die anderen Opfer dieser Bluttat dachten». Kyrath dankte allen Einsatzkräften und Helfern für ihre übermenschliche Leistung. Ausdrücklich dankte er dem Ministerpräsidenten und der Innenministerin, die sofort zur Stelle gewesen seien und die Familien unterstützt hätten. Schleswig-Holstein habe bewiesen, «dass man mit vereinten Kräften Berge versetzen kann, wenn man es denn wirklich will».

Die tödliche Messerattacke vor einem Jahr im Regionalzug von Kiel nach Hamburg wird nach Überzeugung des Bürgermeisters nie vergessen werden. «Das Leben zweier Teenager, die noch so viele Pläne hatten, ein junges Glück, wurde durch diese sinnlose Tat ausgelöscht», sagte Preine. Heute sei klar, dass fehlende Absprachen zwischen Behörden die Tat begünstigt hätten. Vermehrte Polizeipräsenz und Kontrollen an den Bahnhöfen, Videoüberwachung und ein Gesetzentwurf zur Verbesserung der Rückführung für straffällige Migranten seien erste Schritte, deren Wirkung aber noch nicht sichtbar sei.

«Wir alle denken heute an zwei junge Menschen, die jäh aus ihrem Leben gerissen worden sind durch eine wirklich schreckliche Tat», sagte der Ministerpräsident. «Wir denken an die Menschen, die im Zug waren, die verletzt sind an Leib, an Seele.» Günther erinnerte an Konsequenzen, die aus der Tat gezogen wurden. «Aber seien wir ehrlich, mit dem sind wir noch nicht am Ende. Und so schlimm das für uns alle miteinander ist, ist es auch so, dass wir niemals alles tun können, damit so etwas gar nicht passiert.» Günther appellierte an den Zusammenhalt in Schleswig-Holstein. «Das ist es, was unser Land in solchen Situationen stark macht.» Im Anschluss an Kranzniederlegungen und kurze Reden versammelten sich die Teilnehmer zu einem Gottesdienst in der voll besetzten Kirche von Brokstedt.

Am Nachmittag des 25. Januars 2023 hatte ein Mann im Regionalzug von Kiel nach Hamburg ein Messer gezogen und auf Fahrgäste eingestochen. Zwei junge Menschen starben, vier wurden schwer verletzt. Der 34 Jahre alte Palästinenser Ibrahim A. steht wegen der Taten seit Juli 2023 vor dem Landgericht Itzehoe. Er muss sich wegen Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft hält ihn für voll schuldfähig. Er habe aus Frustration über einen für ihn erfolglosen Termin bei der Ausländerbehörde in Kiel gehandelt.

Die Tat hatte Pannen in den Behörden offengelegt. Sechs Tage vor der blutigen Attacke war Ibrahim A. aus einjähriger Untersuchungshaft in Hamburg entlassen worden, wo er auch wegen eines Gewaltdelikts mit einem Messer eingesessen hatte. Später wurde bekannt, dass er sich während der Haft mit dem islamistischen Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri, verglichen hatte. Es gab Mängel im Informationsaustausch zwischen Behörden in Hamburg, Kiel und Nordrhein-Westfalen, wo Ibrahim A. jeweils gelebt und auch Straftaten begangen hatte.

© dpa ⁄ Sönke Möhl, dpa
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