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Getauschte Rollen: Holstein Kiel als Favorit beim HSV

Als Zweitliga-Tabellenführer und Erstliga-Kandidat kommt Holstein Kiel zum Nordduell nach Hamburg. Gegner HSV ist im Aufstiegsrennen gefordert. Die Bilanz verheißt den Hamburgern nichts Gutes.
Holstein Kiel - Hamburger SV aus der Hinrunde
Kiels Timo Becker (l-r), Kiels Marco Komenda und Hamburgs Miro Muheim kämpfen um den Ball. © Axel Heimken/dpa

Zu Beginn des Schlussspurts um die Aufstiegsplätze der 2. Fußball-Bundesliga steht der Hamburger SV vor der aktuell schwersten Aufgabe. Die Mannschaft von Stefan Baumgart trifft am Samstag (20.30 Uhr/Sky und Sport1) auf Tabellenführer Holstein Kiel. Nur ein Sieg vor der den 57.000 Zuschauern im wieder einmal ausverkauften Volksparkstadion hilft dem Tabellenvierten, um zumindest noch den Aufstiegsrelegationsplatz drei anzustreben.

«Wir müssen erst einmal unsere Hausaufgaben machen. Wir brauchen auf keinen der drei vor uns zu gucken. Wir müssen unsere Spiele gewinnen, müssen punkten», sagte HSV-Trainer Steffen Baumgart. Am Ende werde man sehen, ob der eine Punkt beim 1. FC Magdeburg (2:2) etwas wert war und «ob das Spiel am Wochenende schon ein endgültiges Ergebnis hat».

Dass es am Samstag nicht einfach wird, weiß der 52-Jährige. Nicht nur, weil die Kieler als Tabellenführer in den Volkspark reisen. Auch die Zweitliga-Bilanz der Hamburger gegen den nördlichen Nachbarn fällt bescheiden aus: Nur einmal in elf bisherigen Zweitliga-Spielen seit dem Abstieg 2018 siegte der HSV. Viermal waren die Kieler erfolgreich, sechsmal endeten die Partien unentschieden. Im heimischen Stadion gewannen die Hamburger noch nie gegen Holstein.

Das Team von Marcel Rapp nimmt die Rolle trotz der Tabellenführung und der positiven Bilanz aber nicht an. «Wenn jemand sagt, dass Kiel in Hamburg Favorit ist, dann ist das erst einmal ein ganz großes Kompliment für den ganzen Verein für die ganze Saison, die wir bisher abgerissen haben», betonte der 45-Jährige. Beim genaueren Blick sei das nicht so, «wenn man das Stadion sieht, wenn man die beiden Mannschaften sieht, die gegeneinander spielen».

Unabhängig von der Tabellenkonstellation ist das Spiel beim HSV etwas Besonderes für jeden Kieler. Vor allem für die Ex-HSVer Finn Porath, Lewis Holtby und Fiete Arp. «Für uns ist das immer noch ein Highlight, dort zu spielen. Egal, ob wir Erster sind oder Zwölfter», meinte der Mittelfeldspieler Porath.

Wie gut die Kieler derzeit drauf sind, zeigten sie in den vergangenen Spiele: Seit sechs Partien sind sie ungeschlagen. Die letzten fünf davon gewannen sie und blieben ohne Gegentor.

Große Personalsorgen haben HSV-Trainer Baumgart und sein Holstein-Kollege Rapp nicht.Bei den Hamburger fehlt der rot-gesperrte Guilherme Ramos, die Kieler müssen wegen Langzeitverletzungen weiter auf den zweiten Torwart Thomas Dähne und Verteidiger Noah Kleine-Bekel verzichten.

© dpa
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