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SPD-Bürgermeister von Panketal trat bei AfD-Event auf

Gerade im Wahljahr denken Politiker über Strategien gegen rechts nach und versprechen Distanz zur AfD. Ein SPD-Bürgermeister sprach aber mit der Partei und ihren Anhängern - und erntet Kopfschütteln.
AfD-Logo
Blick auf das Parteilogo der AfD. © Carsten Koall/dpa/Symbolbild

Der SPD-Bürgermeister der Gemeinde Panketal am Rande Berlins, Maximilian Wonke, ist bei einer AfD-Bürgerveranstaltung aufgetreten und hat damit Kritik ausgelöst. Die Zeitungen «Bild» und «B.Z.» sowie die «Märkische Oderzeitung» berichteten darüber. Die Landes-SPD sprach von einem Bärendienst.

Wonke, Bürgermeister der 21.000 Einwohner großen Gemeinde im Süden des Kreises Barnim, sagte der dpa am Montagnachmittag, er habe Gesprächsbereitschaft auch mit Anhängern der AfD zeigen wollen, die sonst eher nicht ihm sprächen. «Es ist mein Versuch, zu schauen, ob wir noch zum Diskurs fähig sind.» Es sei ihm nie um eine Kooperation mit der AfD gegangen, sagte Wonke. Aber er sehe sich als Bürgermeister für alle Teile der Bevölkerung zuständig.

Die AfD hatte den Bürgermeister als Überraschungsgast bei ihrem Bürgerdialog am 26. Februar unter anderem mit dem AfD-Ortsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Steffen John angekündigt. Laut Wonke ging es um lokale Themen aber auch um den Ukraine-Krieg und Folgen der Corona-Krise. Er sei bereits 2019 bei einer AfD-Veranstaltung dabei gewesen. Die Partei wird vom Verfassungsschutz in Brandenburg als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft.

Der Generalsekretär der Landes-SPD teilte am Montag mit: «Es gibt keine Zusammenarbeit mit der AfD. Es war niemand für oder im Namen der SPD bei der AfD-Veranstaltung.» Dass die AfD die Veranstaltung nun «für eine Normalisierung und das Überdecken ihres vermehrt verfassungsfeindlichen Planens» nutze, zeige klar, dass hier trotz hehrer Ziele der Sache ein Bärendienst erwiesen worden sei.

CDU-Generalsekretär Gordon Hoffmann sagte, die SPD, insbesondere ihr Generalsekretär Kevin Kühnert, lasse bei anderen Parteien keine Gelegenheit aus, ihnen AfD-Nähe zu unterstellen und Haltungsnoten zu verteilen. «Ich bin gespannt, ob er bei diesem Vorfall in Panketal seinen eigenen Maßstäben gerecht wird.» In Brandenburg regieren SPD, CDU und Grüne in einer Koalition.

Der Panketaler Bürgermeister sagte zehn Tage nach der AfD-Veranstaltung, er würde nicht noch einmal teilnehmen. Die AfD drifte zunehmend zum Extremismus, kritisierte er. Die Corona-Pandemie habe zudem Verschwörungsmythen bei den Anhängern wachsen lassen. Wonke kündigte an, er wolle nun Kontakt zu anderen Akteuren der Zivilgesellschaft aufnehmen und erwäge eine gemeinsame Demonstration gegen rechts.

© dpa
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