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Sanierungsplanung für gesperrten Helenesee kann beginnen

Würde man Bewohner von Frankfurt (Oder) und Umgebung fragen, wo sie im kommenden Sommer am liebsten in der Nähe baden würden, hätten nicht wenige sofort den nahen Helenesee auf dem Zettel. Generationen haben dort schwimmen gelernt, mit der Familie gezeltet, Klassenfahrten unternommen. Doch seit drei Jahren tummeln sich dort keine Badegäste mehr - die Strände sind verwaist.
Standsicherheitsgutachten zum Helenesee
Der Helenesee (Luftaufnahme mit einer Drohne). © Patrick Pleul/dpa

Der See wurde im Mai 2021 vom Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LGBR) wegen Rutschungen komplett gesperrt. Bereits seit 2010 ist das Südufer unzugänglich. «Ein immer noch tief sitzender Schock und Einschnitt in die Lebensqualität der gesamten Region», wie Oberbürgermeister René Wilke (Linke) am Montagabend vor den Stadtverordneten und zahlreichen Einwohnern beschrieb.

Gutachten zur Standsicherheit liegt vor

Doch Wilkes Blick ist wieder nach vorn gerichtet. Der Präsident des Landesbergbauamtes (LGBR), Sebastian Fritze, hat den Stadtverordneten das Gutachten zur Standsicherheit vorgestellt. Es ist Basis für die Sanierungsplanung. Damit seien Horrorszenarien von einer Sperrung des Sees über 20 bis 30 Jahre vom Tisch, zeigte sich Wilke erleichtert.

Freigabe von Teilbereichen nicht ausgeschlossen

«Im absoluten Bestfall rollen Ende 2027 die Bagger», sagte der LGBR-Präsident zum möglichen Beginn einer Sanierung des Sees. Der Abschluss der Untersuchungen sei für ihn ein «Meilenstein». Auch Teilöffnungen nach Sanierungsarbeiten schloss der Geologe nicht mehr ganz aus. Konkret wurde er vor den Stadtverordneten zunächst nicht. Schrittweise Öffnungsperspektiven wären ein dringendes Zeichen, machte Wilke deutlich. Dafür habe die Stadt immer gekämpft. «Der kürzeste Weg zur Sanierung muss oberste Prämisse sein».

Die kleine Ostsee in Ostbrandenburg

Ein breiter langer Sandstrand mit FKK-Bereich, kleine Buchten und das klare Wasser machten das Gewässer für viele Menschen der Region zur «kleinen Ostsee». Selbst zahlreiche Berliner machten gern einen Abstecher zum ostbrandenburger Helenesee. Doch dieses Jahr wird es der vierte Sommer mit Verzicht auf das kühle Nass sein. Die Sicherungsarbeiten gestalteten sich alles andere als einfach. Dichte und Festigkeit untersucht

Nach der Sperrung wurde zunächst die Gefahrenlage erkundet, dann folgten Kernbohrungen am Nord- und Westufer. Die Arbeiten für die Untersuchungen hatten sich verzögert, weil zunächst keine geeignete Fachfirma dafür gefunden werden konnte. 28 Uferbereiche wurden auf Dichte und Festigkeit des Untergrundes untersucht, mit einem Georadar vermessen und bewertet, wie der Diplomingenieur für Geotechnik, Kai Reinhardt erläuterte. Weit über 600 Berechnungen wurden durchgeführt.

Mit dem Standsicherheitsgutachten ist nun klar, welche Flächen gesichert werden müssen. Wann der gesamte See für Badegäste wieder freigegeben werden kann, hänge davon ab, welche Baubetriebe zur Verfügung stünden und wie die Materialverfügbarkeit für die Sanierungsarbeiten aussehe, sagte Fritze. Einen Zeitpunkt für eine Wiederöffnung des Sees wollte und konnte der Geologe nicht nennen.

Pächter sieht nach Schock Sanierung als Chance Daniel Grabow, Inhaber der Helenesee AG und Betreiber des Campingplatzes, hat seit der Sperrung versucht, sich mit Veranstaltungen und Festivals «über Wasser zu halten». «Am Anfang denkt man, man kann nicht atmen, aber man lernt, mit der Situation umzugehen», sagte er der dpa. In Spitzenzeiten gab es ihm zufolge am See 60.000 Buchungen für Übernachtungen im Jahr und bis zu 120.000 Tagesgäste. Die derzeitige Lage sieht Grabow als riesige Chance für eine komplette Sanierung der touristischen Infrastruktur am See. Er setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit der Stadt. «Ich werde mich einbringen und gute Ideen liefern können». Zudem sei ein Naherholungsgebiet das nachhaltigste Urlaubsgebiet überhaupt. Kosten sollen sich Land und Bund teilen Unterdessen steht eine Klärung der Kostenaufteilung für die Sanierung des Helenesees laut LGBR-Präsident kurz vor dem Abschluss. Die LMBV als Bundesbehörde und das Land sind im Gespräch, jeweils die Hälfte der Kosten zu übernehmen. Die LMBV ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft. Bislang ist das Land bei entstandenen Kosten in Höhe von etwa zwei Millionen Euro für Erkundungsarbeiten und Untersuchungen in Vorleistung gegangen. Bei dem bis zu 60 Meter tiefen Gewässer handelt es sich um das Restloch der früheren Braunkohlegrube «Helene», die von 1943 bis 1958 betrieben worden war. Danach wurde der Tagebau laut LBGR als unwirtschaftlich aufgegeben und lief bis 1970 voll Grundwasser. Rutschungen und Teilsperrungen hatte es seitdem häufig gegeben.

© dpa
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