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Chef-Geologe zu Flutung des Ostsees: Sind auf Normalkurs

Vor fünf Jahren noch Wüste und nun auf dem Weg zum Naherholungsgebiet: Die Flutung des ehemaligen Tagebaus Cottbus Nord kommt voran. Doch bis zum Baden und Sonnen am Strand gibt es noch einige Hürden.
Cottbuser Ostsee
Der Cottbuser Ostsee entsteht in einem ehemaligen Braunkohletagebau. © Patrick Pleul/dpa

Vor fünf Jahren begann mit der Flutung die Verwandlung des ehemaligen Braunkohletagebaus Cottbus Nord zum Cottbuser Ostsee. Anlässlich des Jubiläums wollen das Energieunternehmen Leag, die Stadt und der Förderverein an diesem Freitag eine Bilanz ziehen. Und die könnte gemischt ausfallen.

Viereinhalb Jahre musste die Flutung wegen Trockenheit immer wieder unterbrochen werden. Erst im vergangenen Oktober kamen die ersehnten ergiebigen Niederschläge. Seit Jahresanfang hat der See eine geschlossene Wasserfläche. Das bedeutet: Der Seeboden ist nun vollständig mit Wasser bedeckt. «Wir sind jetzt wieder auf Normalkurs», berichtet der Leiter der Geotechnik bei der Leag, Thomas Koch, der Deutschen Presse-Agentur.

Seit dem 12. April 2019 fließt vor allem in den Wintermonaten Spreewasser in den künftig 1900 Hektar großen Bergbaufolgesee. Etwa 140 Millionen Kubikmeter Wasser wurden nach Leag-Angaben bislang eingeleitet. Nach jetzigen Prognosen des Unternehmens soll die Flutung des Sees in einem Jahr zum Abschluss kommen. Der endgültige Wasserstand beträgt dann 62,5 Meter über Normal. Voraussetzung seien ein feuchter Herbst und ein feuchtes Frühjahr, sagt Koch. Bei längerer Trockenheit könne es auch länger dauern, bis der See voll geflutet sei.

Uferabbrüche hatten in den vergangenen Jahren bei der Entwicklung des Sees für Rückschläge gesorgt. Die Sanierungsaufgabe für die Leag ist daher groß. Abgerutschte Uferbereiche müssen wiederhergestellt werden, um die Sicherheit für Besucher zu gewährleisten und die Nutzung zu ermöglichen, berichtet Geologe Koch.

Seit Mitte Dezember darf das Unternehmen fünf Kubikmeter Wasser pro Sekunde einleiten. Mehr als 80 Prozent des erforderlichen Wassers für den Ostsee dürfen laut Landes-Genehmigung aus der Spree entnommen werden. Weniger als 20 Prozent resultieren aus dem Grundwasser. Der Ostsee wird gut zweieinhalbmal so groß wie der Große Müggelsee.

Das Gewässer soll touristisch erschlossen werden, aber auch eine Rolle bei der Energiewende spielen. Die Cottbuser Stadtwerke wollen bei der Erzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien künftig mindestens 40 Prozent der Fernwärme durch eine Großwärmepumpe im Cottbuser Ostsee bereitstellen. Für die Finanzierung müssen mit Bund, Land und EU noch die Weichen gestellt werden.

Zudem baut die Leag auf dem See eine riesige schwimmende Solaranlage. Mit einer Fläche von 16 Hektar - das sind rund 22 Fußballfelder - soll sie nach Angaben des Betreibers und des Projektentwicklers EP New Energies (EPNE) die größte schwimmende PV-Anlage in Deutschland und eine der größten in Europa werden. Sie soll einmal rund 29.000 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugen, damit könnten 8250 Haushalte versorgt werden.

Auch die Stadtverwaltung hat konkrete Pläne für die Zukunft: So soll etwa eine Seevorstadt entstehen, die das Gewässer mit Cottbus einmal städtebaulich verbindet. Dazu soll am Wasser ein Stadtquartier mit neuen Wohnbereichen, Gewerbeflächen, ein Energiecampus als Denkfabrik und ein Bildungs- und Behördenzentrum mit zahlreichen Arbeitsplätzen gebaut werden. Für die Stadt sind das weiche Standortfaktoren, um Fachkräfte in die Region zu locken.

© dpa
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