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Restauriertes Treppenhaus vervollständigt Pückler-Schloss

Die Pückler-Stiftung in Branitz bewahrt das architektonische und geistige Erbe des Fürsten. Mit der Restaurierung des Treppenhauses des Schlosses treten Schätze zutage.
Schloss Branitz
Elke Gräfin von Pückler, Mitglied der gräflichen Familie, und Stefan Körner, Vorstand und Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz (SFPM), stehen im restaurierten Treppenhaus vom Schloss Branitz. © Patrick Pleul/dpa

Fürst Pückler (1785-1871) war nicht nur Gartenkünstler und Weltreisender. Als Kunstliebhaber war er auch ein Freund der Farben und von Dekoration. Die wertvolle Innenausstattung seines Schlosses in Branitz präsentierte er gern seinen Gästen. Nach anderthalb Jahren Restaurierung wurde am Donnerstag das Treppenhaus des Schlosses mit kostbaren Glasmalereien, Vestibül und Waffengang feierlich eröffnet. Wiederherstellung und Restaurierung mit Kosten in Höhe von etwa 660.000 Euro wurden von Ostdeutscher Sparkassenstiftung, Sparkasse Spree-Neiße, Bund und Land finanziert.

Sammler Pückler präsentierte Gästen gern Kostbarkeiten

Das Vestibül mit der berühmten Ahnengalerie, das kleine Vestibül mit Waffengang und das Hauttreppenhaus mit der kostbaren Glasgemäldesammlung, die Pückler ab 1850 gestalten ließ, waren besondere Glanzpunkte im Schloss und dienten dem Fürsten für den großen Auftritt, wenn er seine Gäste dort begrüßte. Darunter war auch die preußische Königin und spätere deutsche Kaiserin Augusta (1811-1890).

Pücklers Waffensammlung bei Kriegsende im See versenkt Im kleinen Vestibül des Schlosses hatte Fürst Pückler unterschiedliche Waffen als Wandschmuck aufgehängt. Bei Kriegsende wurden sie nach Stiftungsangaben im Schlossteich versenkt. Nachdem sie 1952 dort wiederentdeckt und geborgen worden waren, ist mit etwa 80 Waffen ein Großteil konserviert und nun restauriert worden - darunter Jagdwaffen und Ehrendegen, Säbel sowie mittelalterliche und barocke Schwerter. Seit fast 30 Jahren stellt die Pückler-Stiftung die Innenräume des Schlosses wieder her. Nach der Bibliothek, dem Frühstückszimmer und den Salons wurden in den vergangenen Jahren die Orienträume und der Grüne Saal restauriert. Mit der Restaurierung des Entrées ins Schloss ist die Wiederherstellung des Interieurs abgeschlossen.

Inneneinrichtung geraubt und verstreut

Stiftungsvorstand Stefan Körner berichtete, dass Pücklers Nachfahren wesentliche Elemente der Raumausstattung bis zum Zweiten Weltkrieg aufbewahrt hatten, danach wurden deren Möbel, Kunstwerke, Stoffe und Ausstattungsteile geraubt, ausgebaut, verstreut und deponiert. Mit der Restaurierung habe Branitz nun wieder einen «großen Auftritt», so Körner.

Pücklers Erben: Anwesenheit des Fürsten spürbar

Ein Großteil der von der Stiftung restaurierten Einzelkunstwerke im Schloss sind nun Leihgaben der Erben des Fürsten. «Es ist eine Herzensangelegenheit, die familiären Erbstücke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zusammen mit der Stiftung zu bewahren», erklärte Elke Gräfin Pückler, Sprecherin der Erben von Fürst Pückler in Branitz. Man sei stolz und dankbar, dass die wertvollen Glasgemälde und Waffen nun wieder dort seien, wo sie der Fürst einst gesehen habe. «Manchmal glaubt man im Schloss, er wäre anwesend», sagte die Gräfin. Schloss Branitz war der Alterssitz von Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871). Der Branitzer Park inmitten der 600 Hektar großen Parklandschaft in Cottbus war das Alterswerk des Gartenkünstlers, Weltreisenden, Schriftstellers und Gourmets, nach dem eine Eissorte benannt ist. Im Jahr 1845 bezog Pückler das Schloss seiner Vorfahren in Branitz und legte ab 1846 einen der bedeutendsten europäischen Landschaftsgärten mit seinen berühmten Pyramiden an. Dort fand er seine letzte Ruhestätte - in einer Erdpyramide in einem See.

© dpa
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