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Branitzer Baumuniversität nimmt Gestalt an

Die Folgen des Klimawandels sind in historischen Gärten und Parks zunehmend zu sehen. Eine spezielle Einrichtung in Cottbus will Bäume widerstandsfähiger machen und sich als Baumuni etablieren.
Baustelle der Neuen Branitzer Baumuniversität
Alte und marode Gewächshäuser stehen auf dem Gelände der Neuen Branitzer Baumuniversität. © Patrick Pleul/dpa

Das für Deutschland größte Modellprojekt für den Erhalt historischer Gärten im Klimawandel kommt in Cottbus ein weiteres Stück voran. Für die neue Branitzer Baumuniversität als moderne Forschungsbaumschule werden derzeit Gewächshäuser einer ehemaligen Gemüsegärtnerei rückgebaut. Die Arbeiten waren am Freitag in vollem Gange. Bis März soll die Fläche von etwa zwölf Hektar für den Bau der Klimabaumschule frei sein, Ende 2025 ist die Fertigstellung geplant, wie die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz informierten.

Für die Umsetzung des Vorhabens gibt der Bund fünfeinhalb Millionen Euro: Das ist nach Angaben von Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) die bisher größte Bundesförderung für ein Projekt eines historischen Gartens im Klimawandel. Die Erfahrungen und Möglichkeiten der Baumuni sollten auch anderen historischen Gärten in Deutschland zugutekommen.

Auf dem denkmalgeschützten Außenpark entstehen Flächen für die Anzucht von Baumarten- und Sorten, Versuchspflanzungen und Lehrgärten. In Laboren sollen neue Methoden der Vermehrung von Gehölzen wie Bäumen und Sträuchern angewendet werden. Dazu werden ein multifunktionales Forschungsgewächshaus, eine Maschinenhalle sowie ein Lager für Substrate gebaut, fünf bestehende Gewächshäuser werden dafür genutzt.

In der Klimabaumschule sollen widerstandsfähige Bäume und Sträucher für historische Gärten und Parks erforscht und kultiviert werden. Damit will die Stiftung den größer werdenden Schäden infolge des Klimawandels begegnen: Lange Trockenperioden, Rekordhitze, Stürme, zu milde Winter und in der Folge Schädlingsbefall setzten den alten, oft ohnehin geschwächten Gehölzen zu. Dem gelte es mithilfe angepasster Pflanzen entgegenzuwirken, hieß es. Unterstützung erhält die Stiftung von Forschern verschiedener Hochschulen, darunter der Berliner Humboldt-Universität.

Die Gartendenkmalpfleger verwalten damit auch das Erbe des Fürsten Pückler. 1846 errichtete der auch als Gartenkünstler berühmte Adlige in seinem Park ein besonderes Baumquartier - eine Baumuniversität, wie er es nannte. Junge Pflanzen wurden in der Schlossgärtnerei aufgezogen und als «Erwachsene» umgesiedelt.

165 Jahre später wurde die parkeigene Baumschule 2011 am originalen Standort in der Schlossgärtnerei wiedererrichtet. Zunächst ging es um die Nachzucht und Bewahrung wertvoller Baum- und Strauchsorten. Nun gewinnt die Klimaanpassung immer mehr an Bedeutung. Der Park mit seinen etwa 30.000 Bäumen versorgt sich nahezu autark mit Nachwuchs aus der eigenen Baumschule. In der Saison 2022/23 wurden den Angaben zufolge 130 Bäume aus eigener Zucht im Park ausgepflanzt.

© dpa
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