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Mutmaßliche Gewalttat: 23-Jähriger weist Anklage zurück

Eine mutmaßliche Vergewaltigung hat die Diskussion um den Görlitzer Park neu entfacht. Zaun und Tore sollen die Anlage sicherer machen. Im Prozess werfen unterdessen Details Fragen auf.
Prozess mutmaßliche Vergewaltigung im Görlitzer Park
Ein Angeklagter sitzt zu Prozessbeginn wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung im Görlitzer Park vor dem Kriminalgericht Moabit. © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Rund sieben Monate nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg tauchen im Prozess immer mehr Fragen auf. Im Fokus steht dabei ein Video auf dem Handy von einem der drei Angeklagten, das erst kürzlich als Beweismittel beim Berliner Landgericht landete. Der 23-Jährige ist der einzige, der sich bislang im Verfahren geäußert hat. Er wies die Vorwürfe zurück und berief sich am zweiten Verhandlungstag am Dienstag auf seine Erklärung beim Haftrichter im Dezember 2023.

Angeklagter: Einvernehmlicher Sex

Sexuelle Handlungen seien einvernehmlich gewesen, hatte er damals zu Protokoll gegeben. Das Paar habe ihn «zu Sex im Gebüsch» überredet und sogar Geld dafür angeboten, erklärte der Guineer darin. Der 23-Jährige war nach eigenen Angaben in der Nacht angetrunken im Park, um sich Cannabis zu kaufen. Dabei habe er Geräusche gehört und das Paar beim Sex gesehen. Er habe gefragt, ob alles in Ordnung sei. Die Frau habe gesagt: «Ja, ja alles gut. No problem». Der Mann sei ihm dann hinterhergelaufen. «Er bat mich, mit seiner Frau Sex zu haben.» Der 23-Jährige gab weiter an, er habe nichts geraubt.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern besonders schwere Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung und besonders schweren Raub vor. Laut Anklage sollen sie am frühen Morgen des 21. Juni 2023 ein Ehepaar überfallen haben. Zunächst hätten sie den Mann geschlagen und beraubt, dann die 27-jährige Frau vergewaltigt. Die Verteidiger der beiden anderen Angeklagten im Alter von 22 und 23 Jahre erklärten, ihre Mandanten würden sich zunächst nicht äußern.

WhatsApp-Nachricht des mutmaßlichen Opfers

Die Angeklagten, zwei mit guineischer der andere mit somalischer Staatsangehörigkeit, befinden sich seit etwa sechs Monaten in Haft. Er habe bei seiner Verhaftung nichts von einer Vergewaltigung gewusst, hieß es weiter in der Erklärung des 23-Jährigen. Die Handyaufnahme sei unter anderem aus diesem Grund erst Monate später in das Verfahren eingeführt worden, erklärte sein Anwalt Christian Zimmer am Dienstag.

Das Handy habe sich bei den persönlichen Dingen befunden, die sein Mandant in der Justizvollzugsanstalt Moabit in der sogenannten Hauskammer abgegeben habe. Die Ermittler hätten es nicht beschlagnahmt und ausgewertet, so Zimmer. Er habe den Eindruck, dass die Ermittlungen «nicht so wahnsinnig sorgfältig» geführt worden seien. Auf dem Handy habe sich auch eine Nachricht des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers per WhatsApp an seinen Mandanten befunden. Sie habe um 5.01 Uhr «hey» geschrieben. Nach Angaben seines Mandanten diente dies dazu, um die Telefonnummern auszutauschen und sich später erneut zu treffen.

Die Tatzeit soll laut Anklage gegen 5.00 Uhr gewesen sein. Gegen 5.25 Uhr sei ein Notruf bei der Polizei eingegangen, weil ein Anwohner des Parks einen Hilfeschrei gehört habe, schilderte Anwalt Zimmer am Rande des Prozesses. Der Einsatz sei zunächst wegen eines Raubes erfolgt. Im Rettungswagen habe die Zeugin dann auch von einer Vergewaltigung berichtet, sagte eine weitere Anwältin.

Handyaufnahme soll im Prozess gezeigt werden

Über die Existenz des Handyvideos mit einer Länge von etwa sieben Sekunden hatte der Vorsitzende Richter Thilo Bartl zum Prozessbeginn in der vorigen Woche informiert. Aus Sicht der Verteidigung stellt diese Aufnahme eine Wende in dem Verfahren dar. Auf dem Film sehe man möglicherweise anderes, als bislang aktenkundig sei, sagte einer der Verteidiger. Er sprach davon, dass sexuelle Handlungen möglicherweise freiwillig erfolgt sein könnten. Die Handyaufnahme soll nun an diesem Donnerstag (25. Januar) bei der Fortsetzung des Prozesses abgespielt werden.

Mutmaßliche Gewalttat löst erneut Debatte über Park aus

Die mutmaßliche Gewalttat hatte erneut eine Diskussion über Sicherheitsmaßnahmen im Görlitzer Park ausgelöst, der seit weit mehr als zehn Jahren einer der größten Plätze des Drogenhandels in Berlin ist. Der schwarz-rote Senat will dort einen Zaun und Tore errichten. Die Maßnahmen sollen knapp zwei Millionen Euro kosten. Zusätzliches Personal im Park sowie Beleuchtung sollen weitere rund zwei Millionen Euro kosten. Der Senat wollte am (heutigen) Dienstag bei seinem Besuch im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg auch die Anlage besuchen und mit Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne) sprechen. Der Bezirk ist gegen den Bau von Toren und die Schließung des Parks in der Nacht.

© dpa ⁄ Anne Baum und Marion van der Kraats, dpa
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