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NS-Raubkunst: Öffentliche Sammlung ersteigert Corinth

Das Gemälde «Liegender weiblicher Akt» des Impressionisten Lovis Corinth ist nach seiner Einstufung als Raubkunst und der Restitution an die früheren jüdischen Eigentümer nun Teil einer großen öffentlichen Sammlung. Das Bild sei im Einvernehmen mit den Erben des von den Nationalsozialisten beraubten Kunstsammlers Oskar Skaller am Donnerstagabend für 377 000 Euro versteigert worden, teilte das Münchner Auktionshaus Neumeister mit. Welcher Sammlung das Kunstwerk nun gehört, dazu machte Neumeister keine Angaben.
Restitutionsvereinbarung für einen „Akt“ von Lovis Corinth
Das Gemälde „Liegender weiblicher Akt“ von Lovis Corinth wurde heute für EUR 377.000 ersteigert. © Laura Alvarado/NEUMEISTER /dpa

Corinth hatte die selbstbewusst dreinblickende Frau 1915 gemalt, der Mitteilung zufolge in einer seiner wichtigsten Schaffensphasen. Er sei damals einer der gefragtesten Künstler gewesen. Anlässlich seines 65. Geburtstags habe die Nationalgalerie in Berlin 1923 für ihn eine Ausstellung organisiert, in der auch der nun versteigerte «Liegende Akt» hing.

Nach Angaben Neumeisters war das Bild über den Kunsthändler Fritz Gurlitt in die Sammlung des Berliner Apothekers und Politikers Oskar Skaller (1874-1944) gelangt. Die Nazis setzten die jüdische Familie zunehmend unter Druck und zwangen sie unter anderem, eine Vermögensabgabe zu leisten. Völlig mittellos sei Skaller mit seiner Ehefrau 1939 nach Südafrika emigriert, wo beide 1944 starben. 1942 sicherte sich der Jurist Conrad Doebbeke das Bild. 1977 tauchte es bei Neumeister auf und wurde verkauft.

Später stufte ein Forscher das Gemälde als NS-Raubkunst ein. Die neuen Besitzer beschlossen, die Provenienz zu klären und sich mit den Erben Skallers auf eine Restitution zu einigen.

© dpa
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