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Grundwasser in Bayern wird weniger

Flurbereinigung, Flächenversiegelung und Klimawandel lassen die Sorgen um die Zukunft des Trinkwassers in Bayern wachsen. Welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, darüber sind sich Experten nicht immer einig.
Trockenheit
Der Boden auf einer Wiese hat Risse bekommen und das Gras ist trocken. © Daniel Vogl/dpa/Archivbild

Bayern kämpft um seine wichtigste Ressource: Die Trinkwasser-Situation in Bayern könnte in Zukunft brenzliger werden. Zahlreiche Experten waren sich am Donnerstag in einer Anhörung im Umweltausschusses des Landtages einig, dass Handlungsbedarf besteht, um Trinkwasser auch langfristig für die Menschen zu sichern - die leichte Erholung durch viel Niederschlag in den vergangenen Monaten spielt demnach mittelfristig keine Rolle. 

Welche Maßnahmen allerdings die sinnvollsten sind, darüber herrschte nicht immer Konsens - die Vorschläge reichen von aufwendigen Bauwerken etwa zur Versorgung Nordbayerns aus südlichen Gewässern wie dem Bodensee - bis hin zum klassischen Wassersparen. Klar ist über alle Parteigrenzen hinweg jedoch: Eine Privatisierung der Trinkwasserversorgung kommt nicht infrage. 

«Unser Wasser ist unser wertvollstes Gut. Die oberste Priorität muss deshalb darauf liegen, es zu schützen – vor der Ausbeutung durch Konzerne, vor Verschmutzung und Verschwendung», sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Patrick Friedl. Die CSU wies darauf hin, dass Bayern für die Umsetzung von Maßnahmen im Wasserschutz bis 2050 sieben Milliarden Euro bereitstellt. Der Anschlussgrad an die öffentliche Trinkwasserversorgung betrage schon jetzt nahezu 100 Prozent. 

In den vergangenen 20 Jahren sei die Grundwasser-Neubildung um 20 Prozent zurückgegangen, sagte die Wasserrechtlerin Juliane Thimet, stellvertretende Geschäftsführerin des bayerischen Gemeindetages. Das Phänomen sei nicht ausreichend erforscht, sagte der Augsburger Hydrologie-Professor Harald Kunstmann. Allein mit der Erhöhung der Temperaturen und den geringer gewordenen Niederschlagsmengen sei dies nicht zu erklären. Erst wenn das Prinzip vollständig verstanden sei, könne man auch wirksam dagegen vorgehen. 

Mehrere Experten stellten den sogenannten «bayerischen Weg» infrage - Bayern bemisst seine Wasserschutzgebiete deutlich kleiner als andere Bundesländer. Der Münchner Professor Karl Auerswald betonte, bisher sei dies ausreichend gewesen. Jedoch täuschten die kleinen Schutzgebiete falsche Tatsachen vor, weil auch das Wasser in den Einzugsgebieten der Schutzzonen de facto für andere Zwecke nicht zur Verfügung stehe. «Es treten Begehrlichkeiten auf, das kann nur zu Ärger führen», sagte er. Er sprach sich für realistische Wasserschutzzonen aus.

Allerdings sind bereits die vergleichsweise kleinen Schutzzonen in Bayern von einer Klageflut betroffen. Derzeit seien 400 Verfahren anhängig, sagte Thimet, Laufzeiten von vielen Jahren seien nicht selten. Sie sprach sich für eine deutliche Vereinfachung und Beschleunigung aus.

Unterschiedliche Ansichten herrschten über die Frage, ob - wie bereits in vielen anderen Bundesländern üblich - ein Wasserentnahmeentgelt eingeführt werden soll - der sogenannte Wassercent. Während der bayerische Bauernverband die Landwirte davon ausnehmen will, ist der Verband der ökologischen Landwirtschaft dafür. Auch die Grünen sprechen sich für den von der Regierungskoalition aus CSU und Freien Wählern im Koalitionsvertrag festgehaltenen Wassercent aus. 

© dpa
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