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Der Ausbildungsmarkt erholt sich

Mit der Corona-Pandemie ist auch der Ausbildungsmarkt in Deutschland in die Knie gegangen. Er erholt sich nur langsam - zumal laut einer Studie Jugendliche und Firmen immer schwieriger zueinander finden.
Ausbildung
Auf dem Ausbildungsmarkt zeigen sich erste Lichtblicke. © Sebastian Gollnow/dpa

Der in den Corona-Jahren eingebrochene Ausbildungsmarkt erholt sich langsam, erreicht aber immer noch nicht die Werte des letzten Vor-Pandemie-Jahres 2019. So wurden in diesem Jahr bundesweit 489.200 duale Ausbildungsverträge neu abgeschlossen - 14.000 oder 3,0 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn mitteilte. Seit 2020 sei die Zahl der neuen Ausbildungsverträge damit zwar um rund 21.700 oder 4,6 Prozent gestiegen. Insgesamt liege die Zahl der Neuabschlüsse aber immer noch um 35.900 Verträge oder 6,8 Prozent unter dem Niveau von 2019.

Nach den Rückgängen der vergangenen Jahren stieg die Nachfrage nach einer dualen Ausbildung in diesem Jahr den Angaben zufolge um 17.300 auf 552.900. Und auch das Angebot an Ausbildungsstellen erhöhte sich um 18.600 auf 562.600 - womit zum zweiten Mal in Folge das Angebot die Nachfrage der Jugendlichen übertraf. Die Daten stammen nach BIBB-Angaben aus einer eigenen Erhebung neu abgeschlossener Ausbildungsverträge zum Stichtag 30. September sowie aus der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

Abgesehen von den reinen Stellenzahlen stellten die Experten auch fest, dass Jugendliche und Unternehmen immer schwieriger zueinander fänden. So sei sowohl der Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen als auch der erfolglos suchenden Jugendlichen gestiegen. Insgesamt blieben den Angaben zufolge in diesem Jahr rund 73.400 oder 13,4 Prozent der Ausbildungsstellen unbesetzt. Das sei ein neuer Höchstwert. Auf der anderen Seite blieben 63.700 oder 11,5 Prozent der Jugendlichen bei ihrer Suche nach einer Ausbildung erfolglos.

Um diese Quoten zu senken, muss nach Ansicht von BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser die Berufsorientierung Jugendliche besser erreichen und die Mobilität von Auszubildenden stärker unterstützt werden. «Auch Klein- und Kleinstbetriebe brauchen mehr Unterstützung, wenn es um die jugendgerechte Akquise von Schulabgängerinnen und Schulabgängern geht, vor allem bei der digitalen Kommunikation in den sozialen Netzwerken», sagte Esser.

Einer weiteren BIBB-Studie auf Basis von Angaben von rund 1600 Ausbildungsbetrieben zufolge nutzten die Unternehmen im vergangenen Jahr im Schnitt fünf bis sechs Rekrutierungskanäle, um an Azubis zu kommen. Ganz vorne lägen dabei indirekte Kanäle wie Arbeitsagenturen (75 Prozent) oder soziale Medien. Die Studie kommt dabei zu dem Schluss: Viele indirekte Rekrutierungskanäle führten zwar zu vielen Bewerbungen. Das Risiko, Ausbildungsplätze nicht besetzen zu können, sinke dadurch aber nicht. «Als erfolgversprechender erweisen sich hauptsächlich direkte, persönliche Wege für die Suche nach zukünftigen Auszubildenden», erklärte das BIBB.

© dpa
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