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Album-Produzent verklagt Rapper Sean «Diddy» Combs

Ob Puff Daddy, P. Diddy oder schlicht Diddy: Der US-Rapper Sean Combs ist eine Instanz der Hip-Hop-Welt. Es mehren sich jedoch Vorwürfe wegen sexueller Gewalt - nun auch seitens eines Produzenten.
US-Rapper Sean «Diddy» Combs
Sean «Diddy» Combs bei den Billboard Music Awards in Las Vegas im Jahr 2022. © Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Gegen den US-Rapper Sean «Diddy» Combs («Bad Boy for Life», «I'll Be Missing You») sind laut US-Medien weitere Vorwürfe wegen sexueller Vergehen lautgeworden. Produzent Rodney «Lil Rod» Jones, der mit Combs an dessen Grammy-nominierter Platte «The Love Album: Off the Grid» arbeitete, habe Klage vor einem Bundesgericht in New York eingereicht, berichtete der Sender NBC News. Demnach wirft er dem 54-Jährigen vor, ihn in einem Zeitraum von über einem Jahr sexuell belästigt, unter Drogen gesetzt und bedroht zu haben. 

Jones lebte und reiste demzufolge zwischen September 2022 und November 2023 gemeinsam mit Combs, um an dem Album zu arbeiten. In dieser Zeit habe Jones mehrfach miterlebt, wie der Rapper seine Mitarbeiter und andere Menschen «ernsthaft illegalen Aktivitäten» nachgegangen seien, zitierte NBC aus der Klage. Diese seien auch auf Video- und Audiodateien belegt, die Combs teils selbst mit Jones' Handy aufgenommen habe. 

Im Detail wirft Jones Combs unter anderem vor, ihn wiederholt unerwünscht berührt und zu sexuellen Handlungen mit Prostituierten genötigt zu haben. Zudem soll er ihm und anderen Partygästen bei Combs zu Hause Drogen in Drinks untergemischt haben. 

US-Rapper bestreitet auch vorherige Vorwürfe

In der Klage werden auch Combs erwachsener Sohn, die Managerin des Rappers sowie Führungsköpfe seiner Musik-Labels Universal Music und Motown Records als Beschuldigte angeführt - letzteren wirft Jones vor, den Rapper nicht ausreichend beaufsichtigt zu haben. Während Vertreter der anderen Angeführten zunächst nichts kommentierten, wies Combs Anwalt Shawn Holley in einer Stellungnahme an NBC News die Vorwürfe als Lügen zurück - «ein durchsichtiger Versuch, Schlagzeilen zu machen».

Jones fordert laut NBC vor Gericht eine Zahlung von 30 Millionen US-Dollar. Dass er seine Mitarbeit am jüngsten Album von Combs als nicht angemessen vergütet und wertgeschätzt empfand, machte Jones im Vorfeld der Grammy-Verleihung nach Angaben der «Huffington Post» in einem Post auf Instagram deutlich.

Combs, einer der erfolgreichsten Vertreter der Hip-Hop-Branche, der auch als Plattenproduzent, Schauspieler und Geschäftsmann tätig ist, sieht sich mit mehreren Zivilklagen wegen Vergewaltigung und Missbrauch konfrontiert. Zuletzt hatte im Dezember 2023 eine nicht namentlich genannte Frau Klage eingereicht. Sie warf Combs und zwei weiteren Männern vor, sie als erst 17-Jährige im Jahr 2003 in dem New Yorker Studio des Rappers unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben. 

Davor hatten drei Frauen Zivilklagen gegen Combs vorgebracht, darunter seine Ex-Freundin, die Sängerin Cassie, die dem Rapper während ihrer Beziehung unter anderem sexuellen Missbrauch, Vergewaltigung, Einschüchterung und körperliche Gewalt vorgeworfen hatte. Mit Cassie einigte sich Combs Mitte November auf einen Vergleich. 

Bei der Vergabe der MTV Video Music Awards im vergangenen September wurde Combs als Pionier und für seine einflussreiche Karriere mit dem «Global Icon Award» ausgezeichnet. 

© dpa
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