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«Großes Kino»: Triathleten stürmen zu Gold im Staffel-Krimi

In einem packenden Wettkampf holt die deutsche Mixed-Staffel die Goldmedaille. Lob gibt es von einem Peking-Olympiasieger. Die Wasserwerte in der Seine lassen den lange fraglichen Start zu.
Paris 2024 - Triathlon
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Hand in Hand stiegen die Triathleten nach dem packenden Staffel-Krimi auf das Podium auf der Pont Alexandre III, wenig später funkelten ihre Goldmedaillen im gleißenden Pariser Sonnenlicht. Nach der Siegerehrung in spektakulärer Umgebung zwischen Grand Palais und Place des Invalides machten Tim Hellwig, Lisa Tertsch, Lasse Lührs und die phänomenale Goldmacherin Laura Lindemann für die Kameras liebend gerne den Beiß-Test. «Ganz schön hart. Nix für die Zähne, aber zum Anhängen fühlt es sich sehr gut an», sagte Hellwig.

Nachdem erstmals seit 16 Jahren wieder die deutsche Nationalhymne bei einem olympischen Triathlon-Wettbewerb gespielt wurde, umarmte Jan Frodeno als Edelfan die Gold-Gewinner der nervenaufreibenden Mixed-Staffel innig. «Super geil», sagte der Peking-Olympiasieger zu seinen Nachfolgern: «Genießt es! Und feiert schön, in Frankreich muss Champagner drin sein.»

Vor allem Lindemann, die mit einem famosen Schlussspurt im packenden Dreikampf mit den USA (2.) und Großbritannien (3.) den deutschen Sieg sicherte, wird den goldenen Triathlon-Abschluss von Paris wohl nie vergessen. «Auf den letzten Metern bin ich All-in gegangen und super glücklich, dass ich als Erste ins Ziel gekommen bin», sagte die 28-Jährige in der ARD. «Klar habe ich Druck gespürt, ich wollte das natürlich nach Hause bringen», sagte die Potsdamerin, die mit leichtem Rückstand auf die Amerikanerin Taylor Knibb auf die finale Laufstrecke gegangen war: «Aber natürlich hat es irgendwo auch Spaß gemacht. Ich wusste: Okay, das kann etwas Großes werden.» 

 «Historischer Erfolg»

Das überraschende Gold war mehr als nur ein Trost für die verpatzten Einzelrennen, bei denen die deutschen Triathleten - auch bedingt durch Sturzpech - hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren. Diesmal hatten andere Pech. Die favorisierte Staffel von Olympia-Gastgeber Frankreich landete nach einem Sturz von Startathlet Pierre le Corre wegen einer Kollision mit dem Neuseeländer Hayden Wilde bei einer 180-Grad-Kurve nur auf Platz vier. 

Das schmälerte für Chef-Bundestrainer Thomas Moeller den «historischen Erfolg» des deutschen Teams aber keineswegs. «Wir hatten sehr schwere Jahre mit leistungssportlicher Bedeutungslosigkeit», sagte er: «Auch deswegen sind wir als Triathlon-Deutschland super happy.»

Ehemaliger Ironman-Sieger begeistert

Auch das Event an sich mit dem Schwimmen gegen die berüchtigte Strömung in der Seine und den vielen Positionswechseln beim Radfahren und Laufen begeisterte Frodeno. «Das war ein unfassbar cooles Erlebnis auch als Fan», sagte er. Der Wettkampf, bei dem zwei Männer und zwei Frauen pro Nation nacheinander jeweils einen Triathlon über 300 Meter Schwimmen, 7 Kilometer Radfahren und 1,8 Kilometer Laufen absolvieren, hatte erst vor drei Jahren in Tokio seine olympische Premiere gefeiert. 

Am Montagmorgen um 8.00 waren 15 Staffeln gestartet. Belgien fehlte, weil Claire Michel erkrankt war. Die 35-Jährige wurde kurzzeitig in die Ambulanz des Olympischen Dorfes verlegt, sei inzwischen aber wieder auf ihr Zimmer zurückgekehrt, wie die Nachrichtenagentur Belga mit Verweis auf das Belgische Olympische und Interföderale Komitee (BOIC) berichtete. «Inwiefern das mit der Seine zusammenhängt, ist Spekulation», sagte Moeller. Michel war am Mittwoch in der Damen-Einzel-Entscheidung angetreten. Der Schwimmwettbewerb fand in der Seine statt, deren Wasserqualität stark kritisiert wird. 

Wettkampf auf der Kippe

Auch die planmäßige Austragung der Mixed-Staffel war lange fraglich gewesen. Erst nachdem neue Testergebnisse eine verbesserte Wasserqualität in der Seine ergeben hatten, die innerhalb der vom Weltverband akzeptierten Grenzen lag, gab es wenige Stunden vor Rennstart grünes Licht. Somit blieb den Organisatoren ein zweites Debakel wie beim um einen Tag verschobenen Triathlon der Männer erspart. 

«Man hat keine Wahl. Wenn das Rennen stattfindet, springe ich da rein und gebe mein Bestes», sagte Lisa Tertsch. Mit Gold um den Hals sei ihr die Wasserqualität aktuell auch ziemlich egal, ergänzte sie lächelnd: «Wenn ich in zwei Tagen krank werde, ist das für mich auch in Ordnung.»

© dpa ⁄ Jörg Soldwisch, dpa
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