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Gewalt und Pyro in Stadien: Gipfel mit Verbänden nach EM

Die Sportminister wollen das Dauerthema Pyro und Gewalt in Fußball-Stadien angehen und nehmen DFB und DFL in die Pflicht. Nach der EM gibt es ein Spitzengespräch der Politik mit den Verbänden. Auch Antisemitismus im Sport ist ein Thema.
Sportministerkonferenz
Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern und Vorsitzender Sportministerkonferenz, neben der Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). © Harald Tittel/dpa

Die für den Sport zuständigen Minister der Länder wollen Fanrandale und verbotene Pyrotechnik in den Stadien nicht länger hinnehmen. Nach der Fußball-Europameisterschaft (14. Juni bis 14. Juli) soll es ein Spitzengespräch mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) geben.

Dies kündigte der bayrische Innenminister Joachim Hermann als Vorsitzender der Sportministerkonferenz in Saarbrücken an. «Wir sind klar der Auffassung, dass die bestehenden, durchaus anerkennenswerten Präventionsansätze des DFB, der DFL und der Vereine nicht ausreichen», sagte der CSU-Politiker.

Hermann betonte, dass es sich bei den Gewalttätern nur um eine ganz kleine Minderheit der Stadionbesucher handle, sagte aber auch: «DFL und DFB sollten Spielabbrüche, Punktabzüge oder Ausschlüsse von Fans verstärkt als Konsequenz bei Pyrovorfällen oder gravierenden Vorgängen prüfen.» Zudem müssten alle Sanktionsmöglichkeiten vollständig ausgeschöpft werden und sich Vereine und Verbände noch klarer gegen Gewalt positionieren.

Fanausschlüsse denkbar

«Dazu gehören auch bauliche und technische Maßnahmen in den Stadien, die zu mehr Sicherheit beitragen könne», so Hermann weiter und sprach sich für mehr Stadionverbote aus: «Es sind immer wieder die gleichen, die negativ auffallen.» Zuletzt hatte Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) den Druck auf die Profivereine noch einmal erhöht. Leere Fankurven bei Hochsicherheitsspielen seien für sie eine denkbare Option.

«Das Gespräch sollten die beiden Verbände sehr ernst nehmen», sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) in Saarbrücken mit Blick auf das angekündigte Spitzengespräch. Hermann verwies auf verletzte Ordner zuletzt beim Zweitliga-Derby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96: «Fast jedes Wochenende kommt es zu Auseinandersetzungen und Gewalt.» Auch sei die Arbeitsbelastung der Polizei durch die Einsätze an jedem Wochenende viel zu hoch.

Für Hamburgs Sportsenator Andy Grote (SPD) ist das Ausmaß an Aggressivität «gesellschaftlich nicht hinnehmbar - ebenso der Umstand, dass Profifußball in Deutschland nur unter massivem Polizeieinsatz überhaupt stattfinden kann.»

Verbände: Stadionerlebnis «sehr sicher»

Der DFB und die DFL betonten in einer Stellungnahme, dass sie Gewalt im Rahmen von Fußballspielen klar verurteilten und sie an einer konsequenten Verfolgung von Straftäterinnen und Straftäter interessiert seien. Zugleich verwiesen die Verbände darauf, dass den Zahlen der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) zufolge in der Saison 2022/23 rund 26,48 Millionen Menschen die Spiele der Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, DFB-Pokal, UEFA-Clubwettbewerbe und sonstigen Spielen besucht hätten. «Unter ihnen wurden im gesamten Jahr insgesamt 1176 Verletzte verzeichnet. Die Zahlen belegen, dass das Stadionerlebnis in Deutschland sehr sicher ist», schrieben DFB und DFL.

Beide würden sich selbstverständlich gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Vereine in der neu eingerichteten AG Stadionsicherheit mit allen aktuellen Aspekten im Zusammenhang mit Gewalt und Sicherheit in Fußballstadien weiter befassen, um Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung der Sicherheit rund um Fußballspiele zu entwickeln. «DFB und DFL begrüßen das angeregte Spitzengespräch mit Bund und Ländern», hieß es.

Antisemitismus entschieden entgegentreten

Die Sportminister bezogen sich damit auch auf Antisemitismus im Sport, dem sie entschieden entgegentreten wollen. «Auch die Sportvereine spüren die Auswirkungen massiv», sagte Joachim Hermann (CSU) als Vorsitzender der Konferenz. Projekte sollen bundesweit weiter ausgebaut werden.

«Wir stehen geschlossen an der Seite aller Sportlerinnen und Sportler jüdischen Glaubens», sagte Hessens Sportministerin Diana Stolz (CDU), deren Bundesland den Beschluss der Konferenz vorgeschlagen hatte. «Der Nahost-Konflikt hinterlässt auch hierzulande seine Spuren. Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 haben sich die antisemitischen Vorfälle in der Bundesrepublik Deutschland vervierfacht.»

Alon Meyer, Präsident des jüdischen Sportverbandes Makkabi Deutschland und Vereinspräsident des Turn- und Sportvereins Makkabi Frankfurt, sprach in einer Mitteilung des hessischen Ministeriums von einer «längst überfälligen Initiative: Eine weitere Eskalation antisemitischer Vorfälle ist nach dem jüngsten Angriff des Iran auf Israel erfahrungsgemäß zu erwarten. Dieser Hass zeigt sich auch massiv auf unseren Sportplätzen.»

© dpa
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