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«Ciao Toto»: Italiens WM-Held Schillaci gestorben

Toto Schillaci und die WM 1990: Diese Geschichte ist ein modernes Fußball-Märchen. Mit nur 59 Jahren ist der bekannte Stürmer nun gestorben.
Toto Schillaci
Mit 59 Jahren an Krebs gestorben: Italiens WM-Held Salvatore Schillaci. © dpa

Italien trauert um einen seiner populärsten Fußball-Helden. Salvatore «Toto» Schillaci, Torschützenkönig der berauschenden Heim-WM 1990, ist im Alter von nur 59 Jahren an Darmkrebs gestorben. «Ciao Toto. Held der magischen Nächte», schrieb der italienische Verband in den sozialen Netzwerken. Große Worte für eine große Geschichte.

Denn Toto Schillaci und die Weltmeisterschaft 1990 in Italien - das war ein modernes Fußball-Märchen. Auch wenn den Titel am Ende die deutsche Mannschaft gewann und nicht der Gastgeber und sein bis dahin weitgehend unbekannter Torjäger.

Als Ersatzmann zur WM

Das Märchen begann schon mindestens ein Jahr früher, als mit Juventus Turin der beliebteste und erfolgreichste Club des Landes einen Ersatzmann für den Sturm suchte und den damals 24-jährigen Schillaci vom Zweitligisten Messina holte. Der kostet nicht viel. Der klagt auch nicht, wenn er nur auf der Bank sitzt. Das war die Idee hinter dem Transfer - und genau dieses Kalkül wiederholte sich ein Jahr später bei der WM.

Denn auch da suchte Trainer Azeglio Vicini eigentlich nur eine loyale Ergänzung, die er im Notfall für die großen Stars Gianluca Vialli, Roberto Baggio oder den späteren Nationalcoach Roberto Mancini einwechseln kann. Doch genauso unerwartet, wie Schillaci Juventus in seiner ersten Erstliga-Saison zum Pokal- und UEFA-Cup-Sieg geschossen hatte, wurde er auch zum großen Star der WM.

«Signor Nessuno» (Herr Niemand) traf als Joker zum 1:0-Sieg gegen Österreich, er traf gegen die Tschechoslowakei (2:0), gegen Uruguay (2:0), gegen Irland (1:0), im Halbfinale gegen Argentinien (4:5 nach Elfmeterschießen) und im Spiel um Platz 3 gegen England (2:1). 

Die Fans - und nicht nur die italienischen - liebten alles an ihm in diesem Sommer: seine Geschichte, seinen leidenschaftlichen Torjubel, seine Tränen nach dem Aus gegen Argentinien. FIFA-Präsident Gianni Infantino nannte Schillaci am Mittwoch einen «großen König, der aus dem Volk kam». Nach dem Turnier wurde der beste Torschütze auch zum besten Spieler der WM gewählt: vor dem deutschen Weltmeister-Kapitän Lothar Matthäus und vor Argentiniens Fußball-Gott Diego Maradona.

Zweite Karriere in Politik und Dschungelcamp

«Plötzlich konnten selbst die Leute, die mich nicht mochten, nichts mehr sagen», meinte Schillaci später einmal über den Sommer und das Turnier seines Lebens. Und in diesem Satz steckt auch viel über das, was «Toto» vor und nach dieser WM erlebte.

Aufgewachsen in einem Armenviertel von Palermo, brach der Sizilianer erst die Schule und dann auch eine Lehre bei einem Reifenhändler ab. Und schon ab der Saison 1990/91 traf Schillaci erst für Juventus und dann für Inter Mailand kaum noch. Selbst als er 1994 als erster italienischer Profi nach Japan wechselte, folgte nur noch eine gute Saison.

«Er war der Meteor, der einen Sommer lang strahlte und dann verzischte in den Fußballgalaxien zwischen Turin, Mailand und Tokio», schrieb die «Süddeutsche Zeitung» einst in ihrem Buch zur WM 1990.

Nach seiner Karriere trat Schillaci unter anderem in der italienischen Version des TV-Dschungelcamps auf und ließ sich in den Stadtrat von Palermo wählen. Pikanterweise trat der ehemalige Inter- und Juventus-Stürmer dabei für «Forza Italia» an, die Partei des langjährigen AC-Milan-Präsidenten Silvio Berlusconi.

«Gute Reise, campione»

Wie viel «Toto» und sein WM-Märchen den Menschen bedeutete, klingt am Tag seines Todes aus jeder Würdigung heraus. «Gute Reise, campione», schrieb die Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. «Es hat uns eine Ikone des Fußballs verlassen, ein Mann, der in die Herzen der Italiener eingedrungen war.»

Und Schillacis Ex-Club Juventus schrieb in seinem Nachruf: «Wir hatten uns sofort in Toto verliebt. In seinen Willen, seine Geschichte, sein leidenschaftliches Wesen; all das hat man in jedem seiner Spiele gesehen. Seine 36 wundervollen Torjubel schauen wir uns ab jetzt mit einem Kloß im Hals an.»

© dpa ⁄ Sebastian Stiekel und Christoph Sator, dpa
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