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Nagelsmann: Trainer bekommen bei Bayern «nicht so viel Zeit»

Julian Nagelsmann äußert sich in einem Interview zu seinem Ende beim FC Bayern. Er hätte sich mehr Durchhaltevermögen des Vereins gewünscht - und verweist dabei auf Klopp und Guardiola.
Julian Nagelsmann
In einem Spiegel-Interview äußert sich Nagelsmann zum Aus beim FC Bayern. © Marius Becker/dpa

Julian Nagelsmann kritisiert den Umgang der Bosse des FC Bayern München mit ihren Trainern. Der heutige Bundestrainer hätte sich beim deutschen Fußball-Rekordmeister mehr Entwicklungszeit gewünscht.

«Ich wurde bei Bayern verpflichtet mit der Maßgabe, Dinge zu verändern. Es gibt Clubs, die geben einem die Zeit. Jürgen Klopp war fünf Jahre beim FC Liverpool, bis er dort erstmals Meister wurde. Pep Guardiola holte erst nach sieben Jahren den Champions-League-Titel mit Manchester City. Die Trainer bei Bayern München bekommen nicht so viel Zeit, um etwas zu entwickeln», sagte der 36-Jährige in einem Interview des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel».

«Im Geschäft fehlt es an Offenheit»

Nagelsmann war von den Bayern im Sommer 2021 für eine hohe Millionen-Ablöse von RB Leipzig als Langzeitprojekt verpflichtet worden und wurde als Vertrauensbeweis mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet. Er musste aber schon während der zweiten Saison wieder gehen. Sein Nachfolger Thomas Tuchel wird den FC Bayern ebenfalls spätestens zum Ende der Saison bereits wieder vorzeitig verlassen. Sein Vertrag lief eigentlich bis 2025.

Nagelsmann beklagte in diesem Zusammenhang die Umgangsformen im Profifußball. In dem Geschäft fehle es an Offenheit. «Das, was nach einer Trennung nach außen kommuniziert wird, hat mit der Realität wenig zu tun. Aber so wurde es im Fußball immer gemacht, und es wird auch in den nächsten 30 Jahren so sein», sagte Nagelsmann, der beim DFB einen Vertrag bis nach der Heim-EM in diesem Sommer hat. Die Zukunft danach ist offen.

«Der Kurzurlaub war genehmigt»

Die Erfahrungen in München hätten ihn «vorsichtiger, sensibler» gemacht. «Im Fußball geht es nicht immer supernett zu. Da hilft es auch nichts, wenn man ein gutes Verhältnis zu den Entscheidungsträgern hat. Und das hatte ich zu Oliver Kahn und zu Hasan Salihamidzic. Wir haben besprochen, wie wir gemeinsam damit umgehen wollen, wenn ein Worst-Case-Szenario eintritt. Aber dann war doch alles anders», erinnerte er an die Zusammenarbeit mit Vorstandchef Kahn und Sportvorstand Salihamidzic sowie den Ablauf der Trennung nach einer 1:2-Niederlage in Leverkusen im März 2023.

Ihm sei damals vorgeworfen worden, nach der Niederlage nicht erreichbar gewesen zu sein. Hinzu kam, dass er während der auf die Partie folgenden Länderspielpause mit seiner Lebensgefährtin in den Ski-Urlaub fuhr. «Das stimmte einfach nicht. Ich war von Montag bis Mittwoch ganz normal im Büro am Trainingsgelände an der Säbener Straße. Als Einziger übrigens, sonst war keiner der Verantwortlichen da. Ich bin dann Mittwochmittag bis Freitagmorgen in den Kurzurlaub gefahren. Das war auch so genehmigt.»

© dpa
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