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Düsseldorfs Erinnerung an Elfmeterpunkt-Klau

Platzsturm, als das Spiel noch läuft: Die bisher letzte Bundesliga-Relegation in Düsseldorf endete chaotisch. Ein Jahr später konnte in London über die Sache gescherzt werden.
Elfmeterpunkt-Klau
Im Mai 2012 klaute ein besonders euphorischer Fortuna-Anhänger sogar den Elfmeterpunkt und erhielt später Stadionverbot. © Ard Screenshot/dpa

Hans E. Lorenz hat die turbulenten Bilder mit dem geklauten Elfmeterpunkt noch heute bestens im Kopf. In der Nachspielzeit der Bundesliga-Relegation zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC waren nur noch zwei Minuten Spielzeit übrig, als das Fußballfeld nach einem Platzsturm in kürzester Zeit zu einem Wimmelbild wurde.

«Und jetzt sind die Fans auf dem Feld. Es ist noch nicht Schluss, meine Damen und Herren. Das ist der absolute Wahnsinn hier. Da fehlen einem die Worte», kommentierte ARD-Reporter Tom Bartels am 15. Mai 2012. Und Lorenz als Vorsitzender Richter des DFB-Sportgerichts durfte später verhandeln, wie dieser «Wahnsinn» am Ende des 2:2 nun zu werten sei.

«Die längste Sperre meiner Amtszeit»

«Die Erinnerungen sind noch relativ wach, weil das sicherlich ein außergewöhnliches Verfahren war», erzählte der 73-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Nach einem Platzsturm der bereits den Aufstieg feiernden Düsseldorfer Fans kurz vor Schluss war unklar, ob die Partie beendet werden konnte. Ein besonders euphorischer Anhänger klaute gar den Elfmeterpunkt und erhielt später Stadionverbot. Es war bis zum Heimspiel gegen den VfL Bochum an diesem Montag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) die letzte Bundesliga-Relegation in Düsseldorf.

Nach längerer Unterbrechung wurde die Begegnung regulär zu Ende gespielt. Im Nachgang kam es zu unschönen Szenen im Kabinengang, Schiedsrichter Wolfgang Stark war von Hertha-Profi Lewan Kobiaschwili geschlagen worden. Kobiaschwili wurde für siebeneinhalb Monate gesperrt - «die längste Sperre meiner Amtszeit», wie sich Lorenz erinnert.

Scherze beim Champions-League-Finale

«Hertha BSC hat gegen die Wertung Einspruch eingelegt. Wir haben die Sache über zwei Tage verhandelt, weil die Beweisaufnahme sieben Stunden gedauert hat. Wir haben am Freitag verhandelt und am Montag das Urteil verkündet», sagte Lorenz. Er berief sich dabei auf die Tatsachenentscheidung von Referee Stark. Hertha zog danach zwar vor das Bundesgericht, scheiterte aber auch dort.

In gewohnt humorvoller Manier erinnert sich Lorenz an eine Anekdote, die sich ein Jahr später ereignete. Düsseldorf war inzwischen wieder abgestiegen, Hertha zurück in der Bundesliga. Lorenz traf beim deutschen Champions-League-Finale in London auf Michael Preetz. «Ich habe ihm gratuliert», sagte der Richter über das Gespräch mit dem Hertha-Funktionär. Preetz habe nur salopp entgegnet: «Aber Ehrenmitglied werden sie bei uns trotzdem nicht.»

© dpa
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