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Thüringer Bibliotheken überprüfen Bücher auf giftiges Arsen

Steckt giftiges Arsen in alten Büchern? In Nordrhein-Westfalen haben Bibliotheken Zehntausende Bücher wegen dieses Verdachts gesperrt. Auch in Thüringen wollen einige Bibliotheken nun handeln.
Bücherregal
Bücher stehen in einem Bibliotheksregal. © Robert Michael/dpa

Wegen des Verdachts auf eine Belastung mit giftigem Arsen wollen mehrere Thüringer Bibliotheken ihre Bücher überprüfen. Allein an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) stammen 460.000 Bücher aus der Zeit des 19. Jahrhunderts, als Arsen zur Herstellung von grüner Farbe verwendet wurde, wie ein Sprecher erklärte. Wie viele davon potenziell kontaminiert seien, lasse sich noch nicht sagen. Derzeit seien etwa Digitalisierungsarbeiten eingestellt. Die Bücher seien aber nicht generell für die Nutzung gesperrt, sondern jedes Exemplar werde vor der Herausgabe geprüft.

An der Universitätsbibliothek Erfurt und an der Forschungsbibliothek Gotha werden potenziell betroffene Bücher derzeit identifiziert und dann schnellstmöglich für die Benutzung gesperrt, wie die Einrichtungen mitteilten. Das Aussortieren sei eine vorsorgliche aber notwendige Maßnahme für den Gesundheitsschutz. Die Bücher sollen im Anschluss getestet werden.

Hintergrund sind neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu insbesondere grünen Farbstoffen, die im 19. Jahrhundert mitunter verwendet wurden und die giftige Arsenverbindungen enthalten könnten. Arsen ist giftig und krebserregend. Vor allem das intensiv leuchtende «Schweinfurter Grün» steht im Fokus, ein Pigment, das zur Färbung etwa von Einbänden oder Buchschnitten benutzt wurde. Ende Februar hatte die Universitätsbibliothek Bielefeld 60.000 Bücher gesperrt, andere Bibliotheken zogen nach.

Verband: Keine erhöhte Belastung bei normalem Gebrauch

Es gebe keinen Überblick darüber, ob nun alle Thüringer Bibliotheken ihre Bestände prüften und wie viele Bücher betroffen sein könnten, sagte die Vorsitzende des Landesverbands Thüringen im Deutschen Bibliotheksverband, Milena Pfafferott. Die Bibliotheken nähmen das Thema aber sehr ernst. Erste Untersuchungen hätten gezeigt, dass es keine höhere Belastung für Menschen in den Bibliotheken gebe, wenn die Bücher sachgerecht benutzt würden, hieß es vom Deutschen Bibliotheksverband. Es liefen noch Untersuchungen in mehreren Deutschen Bibliotheken. Es sei unklar, wie hoch die Konzentration mit Arsen sei.

Die Stadt- und Regionalbibliothek Erfurt sieht derzeit keinen unmittelbaren Anlass zum Handeln, wie ein Sprecher der Stadt mitteilte. Sie habe keine Bücher in ihren Beständen, die möglicherweise betroffen seien. Der Direktor der Universitätsbibliothek in Weimar, Frank Simon-Ritz, sagte: «Bei uns als einer modernen «Gebrauchsbibliothek» befinden sich solche Bände - wenn wir sie überhaupt haben - nicht im Freihandbestand, sondern allenfalls im Magazin.» Das Thema solle im Rahmen einer generellen Gefährdungsbeurteilung behandelt werden.

© dpa
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