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Täter sind häufiger auf Kryptowährung als Beute aus

Betrug mit Online-Geldanlagen, Erpressungen mit ausgespähten oder verschlüsselten Daten oder sogar kompromittierenden Fotos. Immer häufiger spielen Kryptowährungen eine Rolle. Die Geschädigten verlieren oft hohe Summen.
Kryptowährung
Bitcoin (M) und Ethereum-Münzen sind auf einem Tisch angeordnet. © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Kriminelle haben es auch in Sachsen-Anhalt zunehmend auf Beute in Form von Kryptowährung abgesehen. Es gebe kaum ein Deliktsfeld mit so großen Steigerungen, sagte der Sprecher des Landeskriminalamts, Michael Klocke, der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg. Zugleich gingen viele Betroffene nicht zur Polizei, Privatleute beispielsweise aus Scham, Unternehmen aus Sorge um ihre Reputation. Wie groß genau das Problem ist, lässt sich laut Klocke nicht beziffern, denn etwa Betrug im Zusammenhang mit Kryptowährungen erfasse die Polizei nicht explizit. Binnen Sekunden wird das digitale Geld weltweit versendet, die Wege sind nur sehr schwer nachzuverfolgen.

Für 2023 sei zwar ein Schaden von 3,7 Millionen Euro registriert worden - nach 2,5 Millionen Euro im Jahr 2021. Klocke rechnet aber damit, dass die Zahlen die Realität nicht abbilden. Es handle sich dabei nur um Fälle, bei denen ein spezieller Hinweis auf Kryptowährung ins Polizeisystem eingetragen wurde, und es handele sich nur um abgeschlossenen Fälle. Laufende Ermittlungen sind nicht erfasst, ebenso die vielen nicht angezeigten Taten.

Das Feld reicht von Waren- und Anlagebetrug bis zu Erpressung und Erpressung auf sexueller Grundlage, wie ein Sprecher des Landeskriminalamts in Magdeburg erklärte. Die Geschädigten würden beispielsweise mit Fotos erpresst und aufgefordert, einen Geldbetrag in Kryptowährung zu überweisen. Nicht zu unterschätzen seien Computersabotage und das Ausspähen von Daten - daraus resultieren Erpressungen, nach denen angeblich Daten wieder verfügbar sein sollen, es aber eben nicht sein müssen. Die Polizei rate von Zahlungen ab. Und auch verschiedene Maschen von Anlagebetrug sind aktuell.

Teils wird mit prominenten Gesichtern geworben

Kürzlich warnte die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt vor Betrugsfällen bei Investitionen in Kryptowährungen. Die Schadenshöhen beliefen sich auf bis zu 90.000 Euro. Für die Opfer war das Geld weg. So stellen es die Kriminellen an: In sozialen Medien und im Internet versprechen sie schnell verdientes Geld mit kleinen Anlagesummen, teils wird mit prominenten Gesichtern geworben. Die Verbraucherzentrale berichtete von Betroffenen, die mit 250 Euro ihre ersten Investitionen gestartet hätten. Weil das Geschäft laut den Finanzagenten gut lief, stiegen die Summen auf mehrere Tausend Euro. Im Glauben, sich für eine Kontoeröffnung in Malta zu legitimieren, seien die Verbraucher Anweisungen in einem Video-Ident-Verfahren gefolgt - tatsächlich schlossen sie Kredite ab. Ausgezahlte Summen seien auf ein Konto in Malta geflossen. Gewinne sahen die Verbraucher nie. Die wurden nur vorgegaukelt.

«Durch den Kryptowährungsbetrug werden im Vergleich zu den anderen Betrugsdelikten durch weniger Taten größere Schadenssummen verursacht», sagte LKA-Sprecher Klocke. Der direkte Vergleich der Schadenssummen sei wegen des großen Dunkelfeldes aber schwierig. Der erfasste Gesamtschaden bei Betrugsdelikten lag laut der Polizeilichen Kriminalstatistik im Jahr 2023 bei 80 Millionen Euro nach 109 Millionen Euro im Jahr 2022, im Jahr zuvor waren es 72 Millionen Euro gewesen.

Betrugsphänomen mit Kryptowährungen wird ansteigen

Der LKA-Sprecher geht davon aus, dass der Betrug im Zusammenhang mit Kryptowährungen durchaus zunehmen kann. «Konkrete Prognosen für die Zukunft sind aus hiesiger Sicht schwierig. Die Fallzahlen der vergangenen zwei Jahre lassen den Schluss zu, dass das Betrugsphänomen weiterhin auftreten wird und sich die Fallzahlen in einem stark ansteigenden Rahmen bewegen werden.» Und grundsätzlich sei es so, dass sich Kriminalität seit Jahren immer mehr in den digitalen Raum verlagert.

Die Polizei hat laut Klocke in Hard- und Software investiert, um sich auf die veränderten Ermittlungen einzustellen. Die Sachbearbeiter entwickelten sich zudem ständig weiter. «Der einzelne Ermittler ist oft nicht in der Lage, den Umfang an Anforderungen hinsichtlich Ermittlungen im Bereich von Kryptowährungen gerecht zu werden. Erfolgreiche Recherchen im Bereich der digitalen Finanzermittlungen sind nur im Team von Spezialisten möglich. Jedes Teammitglied bringt seine Fähigkeiten und Fertigkeiten mit ein.» Zwingend erforderlich sei die internationale Zusammenarbeit mit Partnern.

Eine der Herausforderungen bei den strafrechtlichen Ermittlungen sei der zeitliche Aspekt, so der LKA-Sprecher weiter. «Innerhalb von Sekunden können Kryptowährungen von überall auf der Welt gesendet werden. Dies stellt nicht nur für die Rückverfolgung der Kryptowerte zur Sachverhaltsaufklärung, sondern erst recht für die Sicherung von Kryptowährungen zum Zwecke der Entziehung von Vermögensvorteilen bei den Tätern einen sehr hohen Anspruch dar.» Außerdem steige die Vielzahl verschiedener Kryptowährungen stetig. Derzeit gebe es mehr als 9000. Dabei habe jede Kryptowährung ihre individuellen Merkmale und Ermittlungserfordernisse.

© dpa
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