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Krypto-Dienste werden Drogenhändlern zum Verhängnis

Schwere Zeiten für Drogenhändler: Durch die Entschlüsselung von gleich drei Krypto-Messengern hat die Polizei ihre kriminelle Kommunikation mitlesen können.
Cannabis
Cannabisblüten liegen in einem Glas. © Lino Mirgeler/dpa

Die Entschlüsselung von gleich drei Krypto-Messengerdiensten ist vielen Drogenhändlern in Nordrhein-Westfalen zum Verhängnis geworden. Von 80 Ermittlungsverfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität in NRW waren 31 auf die Dechiffrierung der verschlüsselten Kommunikation der Verdächtigen zurückzuführen. Fast alle dieser Verfahren hatten mit organisiertem Drogenhandel oder -schmuggel zu tun.

Das geht aus dem aktuellen Lagebild des Landeskriminalamts NRW zur Organisierten Kriminalität (OK) hervor, das am Dienstag öffentlich wurde. Nicht nur die aufsehenerregende Entschlüsselung der Daten des Krypto-Dienstes EncroChat, auch das Dechiffrieren des sogenannten Sky-ECC-Systems und der Verschlüsselungs-App «ANOM» spielten den Ermittlern in die Hände.

Allein im Berichtsjahr 2022 habe dies zur Einleitung von 1360 Strafverfahren in Nordrhein-Westfalen geführt. Dabei seien 2,75 Tonnen Cannabis und 365 Kilogramm Kokain sichergestellt worden.

Firmen als Fassade

In 93 Prozent der OK-Verfahren hätten die kriminellen Gruppierungen gewerbliche, oder geschäftsähnliche Strukturen genutzt. Darin seien 478 inländische und 97 ausländische Firmen eingebunden gewesen. So dienten Logistik-Unternehmen dem Drogenhandel oder Drogentransport, Gastronomiebetriebe der Geldwäsche oder als logistische Stützpunkte und Kfz-Betriebe wurden zur Verschiebung oder Demontage gestohlener Autos genutzt.

Einflussnahme

In jedem vierten Verfahren wurden Versuche festgestellt, Einfluss auf Politik, Medien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft auszuüben. So würden Kontakte zur Polizei genutzt, um Informationen zu Ermittlungen zu erlangen. Zur Vermarktung betrügerischer Finanzdienstleistungen seien Kapitalanleger mithilfe einer manipulierten Medienberichterstattung getäuscht worden.

Internationales Ausmaß

65 der 80 Verfahren gegen die organisierte Kriminalität hätten internationale Bezüge - in insgesamt 57 verschiedene Länder. Die Polizei konnte 580 Verdächtige im Berichtsjahr 2022 neu ermitteln, 124 festnehmen und in 125 Fällen einen Haftbefehl erwirken.

43 Prozent Deutsche

Von den 1284 Verdächtigen in den OK-Verfahren stehen auf Platz 1 Deutsche mit 43 Prozent. Auf Platz 2 wurden die türkischen Verdächtigen (Platz 3) von Libanesen abgelöst. Auf Platz 4 kamen 108 Verdächtige mit ungeklärter Staatsangehörigkeit, gefolgt von Albanern und Syrern.

Während sich die von Deutschen dominierten OK-Gruppierungen im Bereich des Steuerbetrugs mit Cum-Ex-Aktienhandelsgeschäften und betrügerischen Immobiliengeschäften tummelten, oder eine kriminelle Handelsplattform im Darknet betrieben haben sollen, hätten sich türkisch-arabischstämmige Familienclans eher auf Drogenhandel, Geldwäsche, Sozialleistungs- und Versicherungsbetrug spezialisiert.

Italiener fielen im Bereich des Kokainhandels auf, während russisch-eurasische Gruppierungen Pflegeversicherungen betrogen. Im Drogenhandel seien immer mehr albanische Gruppen aktiv - sowohl im Bereich des Schmuggels über die großen Seehäfen, als auch beim Betrieb professioneller Cannabisplantagen.

Dreistelliger Millionengewinn und -schaden

Die aufgedeckten Gewinne aus kriminellen Geschäften bezifferten die Ermittler für das Jahr 2022 auf 163,7 Millionen Euro, den wirtschaftlichen Schaden auf 133,9 Millionen Euro. Das war ein deutlicher Rückgang. Im Vorjahr hatte ein einziges Cum-Ex-Verfahren mit einem Steuerschaden von etwa einer Milliarde Euro zu Buche geschlagen.

Vermögensabschöpfung

Bei der Vermögensabschöpfung blieben die Ermittler weit hinter dem Vorjahr zurück, als ein rekordverdächtiger Betrag von 85,6 Millionen Euro sichergestellt werden konnte. 2022 waren es nur noch knapp 22 Millionen Euro, der niedrigste Wert seit 2018. Im Vorjahr hatte allerdings ein einziges Verfahren, die betrügerische Vermarktung einer Kryptowährung, dem Fiskus 72,9 Millionen Euro durch Beschlagnahmungen in die Kassen gespült.

Kryptowährungen beliebt

Im Bereich der Geldwäsche bevorzugen die Täter inzwischen Kryptowährungen, gefolgt von Luxusgütern und Immobilien. Von 44 Millionen Euro Geldwäschevolumen flossen im Berichtsjahr 25 Millionen in Kryptowährungen.

© dpa ⁄ Frank Christiansen, dpa
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