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Lausitz Festival bespielt wieder ungewöhnliche Orte

Das Lausitz Festival stand zuletzt in der Diskussion. Die Region sei künstlerisch zu wenig vertreten, hieß es. Nun ist das große Event wieder an außergewöhnlichen Orten zu erleben.
Vorstellung des Programms des Lausitz-Festivals 2024
Michael Kretschmer (l-r, CDU), Ministerpräsident von Sachsen, die Tänzerin Margaux Marielle-Tréhoüart und Schauspieler Götz Schubert unterhalten sich. © Jens Kalaene/dpa

Jazz in einer alten Brikettfabrik, Shakespeare in einer ehemaligen Glasfabrik, Beethovens Streichquartette in einer Fachwerkkirche: Beim Lausitz Festival kommen Künstler aus aller Welt Ende August wieder mit regionalen Akteuren im Grenzland zu Sachsen, Polen und Tschechien zusammen. Gespielt wird nach Angaben der Veranstalter an ungewöhnlichen Orten, darunter in Industriekomplexen, Kirchen und Architekturdenkmälern in Brandenburg und Sachsen. Der Kartenverkauf für Veranstaltungen an 30 Lausitzer Orten ist gestartet. Insgesamt 12 000 Quadratkilometer in der Region werden bespielt.

Das Mehrsparten-Festival hatte Ende des vergangenen Jahres für Diskussionen gesorgt. Zahlreiche Lausitzer Kulturschaffende hatten der Festivalleitung vorgeworfen, die regionale Kulturszene kaum einzubeziehen. Intendant Daniel Kühnel sprach bei der Programmvorstellung davon, dass Kommunikation darüber gefehlt habe, die nun deutlicher sei. Dass es Kritik gebe, zeige, dass lebendig gestritten werde. «Ansonsten ist es ein Wachstumsprozess», sagte er zum Festival. Es brauche Zeit für eine Akzeptanz. Als regionale Programmpunkte nannte er unter anderem eine Ausstellung im Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus, die sorbische/ wendische Identitäten hinterfrage. Die Kunst von Hella Stoletzki zeige Landschaften und Menschen aus der Lausitz, die vom Tagebau geprägt seien. Eine szenische Lesung des deutsch-sorbischen Volkstheaters nach einem Text des Schriftstellers Jurji Koch behandelt die Frage nach der Zukunft der Sorben. Jazz wird es in der ältesten Brikettfabrik der Welt in Domsdorf geben. Das Industriedenkmal wird zum wiederholten Mal bespielt, was der Region Hoffnung gibt, wie die Leiterin des Museums, Kristin Rege-Uschner, bei der Vorstellung des Festivalprogramms in Berlin beschreibt. Das sei Wertschätzung, die von außen komme.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte, die Lausitz brauche ein positives Image. Er dankte dem Intendanten für sein Engagement. Kunst und Kultur sorgten dafür, dass Energie entstehe - über Reibung und Auseinandersetzungen. Die Fördermittel für das Festival aus dem Strukturwandeltopf und später dann aus Bundes- und Landesmitteln dienten dazu, einen «Scheinwerfer» auf die Lausitz zu werfen. Er sagte zu, dass an diesem wichtigen Projekt die kommenden Jahre festgehalten werde.

Das Mehrsparten-Festival (24.8 -14.9.) findet bereits zum fünften Mal statt. Schirmherren sind die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Dietmar Woidke (SPD) und Michael Kretschmer (CDU).

Eröffnet wird das Lausitz Festival 2024 am 25. August in Weißwasser mit »Othello/Die Fremden« von William Shakespeare, inszeniert vom jungen Regisseur Marcel Kohler. Shakespeares Meisterwerk über zerstörerische Wut, und «die Fremden», hätten einen aktuellen Bezug, inszeniert als Stationendrama in der ehemaligen Glasfabrik Telux in Weißwasser, so der Regisseur. Bei der Inszenierung arbeitet er mit dem Stadtchor zusammen. Bei der Inszenierung solle nicht das Thema Rassismus im Fokus stehen, sondern die zwischenmenschlichen Beziehungen, erläuterte Othello-Schauspieler Leonard Burkhardt. Auch die Regie-Legende Claus Peymann inszeniert für das Lausitzfestival - mit durchaus aktuellem Bezug. Zum 100. Todesjahr des Schriftstellers Franz Kafka bringt er in der Telux-Glasfabrik «Ein Bericht für eine Akademie» auf die Bühne. Im Stück geht es um den radikalen Bruch im Lebensweg eines Außenseiters und einen erzwungenen Umgang mit einer neuen Lebenswelt in einer entfremdeten Gesellschaft.

Auf dem Wasser des Senftenberger Sees ist Theater zu erleben. In Koproduktion mit der neuen Bühne Senftenberg steht eine theatralische Bootsfahrt mit der Santa Barbara auf dem Programm. »Vineta oder Das schwarze Tal« bringt Sagen, Legenden und Lebensläufe ans Licht mit der Frage: Was ist untergegangen mit den Dörfern, Kraftwerken und Systemen?

In der fünften Ausgabe des europäischen Kunstfestivals in der Lausitz sind rund 60 Veranstaltungen in zehn Sparten und acht Originalproduktionen zu erleben.

Festivalintendant Daniel Kühnel hat für die diesjährige Ausgabe wieder einen Aspekt des Strukturwandels herausgegriffen. Das Inspirationswort «Anderselbst» solle eine Vielheit von Erfahrungen beschreiben, die Menschen in Orten und Zeiten tiefgreifenden Wandels besonders intensiv prägen, erklärte er. «Die Art und Weise, wie wir dem Anderem begegnen, wie wir es betrachten, es beurteilen, seine Relevanz bewerten, formt das Selbst und das Andere - das eigene Gesicht und das Gesicht der Welt von Morgen.»

© dpa
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