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IHK-Umfrage: Stagnation statt Aufschwung in Sachsen

Die sächsische Wirtschaft sieht das Glas derzeit eher halb leer als halb voll. Die Unternehmen seien verunsichert, man könne keinen roten Faden in der Wirtschaftspolitik des Bundes erkennen, heißt es.
Baustellen in Dresden
Die Schaufel eines Baggers auf einer Baustelle am Elberadweg ist vor dem Rathaus (l-r), der Hofkirche und dem Hausmannsturm zu sehen. © Robert Michael/dpa

Die sächsische Wirtschaft startet nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammern (IHK) ohne Rückenwind in das Jahr 2024. «Stagnation statt Aufschwung» überschrieben die Kammern aus Chemnitz, Dresden und Leipzig am Dienstag ihre aktuelle Konjunkturumfrage. Daran hatten sich im Januar 1690 Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe, Handel, Dienstleistungen, Verkehr und Tourismus beteiligt.

Laut Umfrage hat sich die Geschäftslage angesichts sinkender Nachfrage und anhaltend hoher Kosten insgesamt verschlechtert. Nur jedes fünfte Unternehmen konnte 2023 seine Ertragslage verbessern. Lediglich im Gast- und Tourismusgewerbe gab es demnach eine leichte Verbesserung der Situation, bei den Dienstleistungsunternehmen eine Stagnation. Die größten Rückgänge hatten Industrie, Einzelhandel und Baubranche vermeldet.

Ähnlich düster sehen die Geschäftserwartungen für dieses Jahr aus. Nur 12 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer besseren Entwicklung, 35 Prozent gehen von einer Verschlechterung der Lage aus. Bei unverändert schwierigen Rahmenbedingungen lasse dieses Ergebnis kein Wirtschaftswachstum erwarten, lautete das Fazit der Kammern.

Die Investitionsbereitschaft in der sächsischen Wirtschaft bleibe nach wie vor schwach und habe sich gegenüber vorherigen Umfragen kaum verändert, lautet ein weiterer Befund. Nur 15 Prozent gaben eine Zunahme von Investitionen an, 52 Prozent eine Abnahme oder gänzlichen Verzicht. Mit Blick auf die Zinsentwicklung würden Investitionen als Risiko betrachtet. Dabei brauche man sie für eine erfolgreiche Transformation der Wirtschaft.

Auch bei den Personalplanungen bleiben die sächsischen Unternehmen zurückhaltend. 23 Prozent der Firmen rechnen mit einem Rückgang an Mitarbeitern, 15 Prozent mit einem Aufwuchs. Immerhin gehen 62 Prozent von einem gleichbleibenden Bestand aus. Den Kammern zufolge ist das vor allem auf den Fachkräftemangel zurückzuführen. Die Gewinnung neuer Leute sei schwierig, weshalb man Mitarbeiter halten wolle.

Als Risiken der wirtschaftlichen Entwicklung wurden in der Umfrage vor allem die Energiepreise, die Arbeitskosten und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen genannt. Allerdings haben die Energiepreise an Bedeutung etwas verloren. Vor einem Jahr gaben 72 Prozent der Firmen die Preise für Energie als größtes Geschäftsrisiko an, dieses Mal waren es noch 67 Prozent.

Auf der Liste der Forderungen an die Bundespolitik steht der Abbau von Bürokratie ganz vorn. Die sächsischen Kammern verlangen ein «Belastungsmoratorium». Gert Ziener, Chef der IHK Leipzig, wertete die Bürokratie als Indiz dafür, dass die Politik der Wirtschaft misstraue. Die Wirtschaft sei verunsichert. «Wir haben über alle Branchen hinweg eine problematische Situation.»

Nach den Worten des Dresdner IHK-Hauptgeschäftsführers Lukas Rohleder möchten die Kammern kein Klagelied anstimmen. Man wünsche sich aber einen Lichtblick. Früher habe es Krisen als singuläre Ereignisse gegeben, auf die man gezielt reagieren konnte. Jetzt kämen die negativen Einwirkungen von ganz verschiedenen Seiten. Man befinde sich in einer Lage, die mit einer Einzelmaßnahme nicht mehr zu beheben sei.

Der Chemnitzer IHK-Chef Max Jankowsky vermochte in der aktuellen Wirtschaftspolitik des Bundes keinen roten Faden zu erkennen. Er forderte die Ampel auf, mehr Realismus an den Tag zu legen und die Weichen für eine andere Entwicklung zu stellen. «Man muss die Diagnose auch mal annehmen». Jankowksy verwies auf schwindendes Eigenkapital der Betriebe in Sachsen: «Man lebt vom Ersparten der letzten Jahre. Das ist kein gutes Zeichen.»

© dpa
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