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Günther: Erneuerbare Energien entscheidend für Sachsen

Das Kürzel EE steht für Erneuerbare Energien aus Wind, Sonne und Wasser. Sachsen will den Ausbau von Windenergie- und Solaranlagen weiter forcieren. Bis zum Ziel gibt es noch reichlich Arbeit.
Wolfram Günther
Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen), Umweltminister von Sachsen, sitzt nach der Auswärtigen Kabinettssitzung der sächsischen Staatsregierung in einer Pressekonferenz. © Jan Woitas/dpa

Sachsens Energie- und Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) hält den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Freistaat für eine Schlüsselfrage. «Die Wirtschaft verlangt dringend Grünstrom. Die Frage, ob wir Energie- und Industrieland bleiben, ob wir Investitionen zu uns bekommen, hängt am Ausbau der erneuerbaren Energien», sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Zudem senke Strom aus Wind und Sonne dauerhaft die Energiepreise.

Günther hält auch die Vorgaben des Bundes für machbar. «Das Zwei-Prozent-Ziel wollen wir in Sachsen fünf Jahre vor der Zeit erreichen, nämlich 2027. Der Bund hat 2032 vorgegeben. Wir wollen schneller sein. Das haben wir in der Koalition durchgesetzt.» Nach den Vorgaben des Bundes sollen künftig zwei Prozent der Landesfläche für Windkraftanlagen zur Verfügung stehen. Bis 2027 müssen als Zwischenschritt 1,3 Prozent ausgewiesen sein. Derzeit sind es im Freistaat nur gut 0,2 Prozent. Günther macht dafür die Vorgängerregierungen in Sachsen verantwortlich. «Der Ausbau der Erneuerbaren, vor allem von Windenergie wurde in Sachsen jahrelang systematisch blockiert und ausgebremst. Windräder wurden von manchen bis vor Kurzem noch öffentlich als Bedrohung der Braunkohleindustrie bezeichnet.» Dabei sei längst schon klar gewesen, wohin die Reise weltweit geht - Richtung Klimaneutralität und 100 Prozent Grünstrom. «Für Sachsen sind das verlorene Jahre. Aber wir holen auf. Wir haben in dieser Legislatur umgesteuert, von Verhindern auf Ermöglichen», betonte Günter. Beim Ausbau der Windenergie gehe es voran, von «ganz wenig Zubau hin zu einer deutlichen Aufwärtskurve». «Beim Ausbau der Photovoltaik haben wir einen hochdynamischen Ausbau. Das liegt auch an den vielen Dachsolaranlagen. Die Energiewende ist auf den Dächern der Bürgerinnen und Bürgern angekommen. Unser Förderprogramm für Balkonkraftwerke wird sehr gut angenommen.» Große Dynamik gebe es bei der Genehmigung von Windkraftanlagen und laufenden Genehmigungsverfahren.

Der Bundesverband Windenergie hatte diese Woche moniert, dass Sachsen beim Ausbau weiter anderen Bundesländern hinterherhinke. Der Freistaat gehöre mit Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg zu den Ländern mit dem geringsten Zubau von Leistung im Jahr 2023, teilten er gemeinsam mit dem Verband VDMA Power System am Dienstag mit.

Nach Angaben des Ministeriums gingen 2023 zehn größere Windenergieanlagen mit einer Leistung von mehr als 46 Megawatt in Betrieb. Das entspreche grob gerechnet dem privaten Stromverbrauch von 50.000 Menschen. Prozentual lag der Zuwachs an Anlagen bei etwa 3 Prozent. In den ersten drei Quartalen seien 24 Anlagen mit insgesamt rund 140 Megawatt Leistung genehmigt worden, womit überschlägig der private Stromverbrauch von 180.000 Menschen gedeckt werden könne. Im Genehmigungsverfahren befänden sich insgesamt 85 Anlagen mit mehr als 480 MW Leistung. Zum Vergleich: 2020 hatte man in Sachsen gerade einmal neun Anlagen für insgesamt 39 Megawatt genehmigt. Laut Günther erzeugen moderne Windenergieanlagen ein Vielfaches an Strom wie Anlagen aus der Zeit von vor 15 oder 20 Jahren. «Gegenüber Altanlagen liegt die Leistung heute häufig um den Faktor zehn höher. Weniger Anlagen liefern mehr Strom», sagte der Minister. Im Bereich der Photovoltaik seien im vergangenen Jahr Anlagen mit über 600 MW Leistung in Betrieb gegangen. Laut Ministerium waren das mehr als 47.000 Anlagen. Darunter befinden sich auch viele kleine Anlagen etwa auf Dächern und Garagen sowie Balkonkraftwerke. Binnen drei Monaten habe man die Förderung für 11.000 dieser kleinen Kraftwerke bewilligt. «Ein sehr wichtiger Punkt ist, dass Kommunen, Bürgerinnen und Bürger am Ausbau der Erneuerbaren beteiligt werden. Nach den geltenden Regeln werden die Gemeinden freiwillig an den Erlösen der Anlagen beteiligt. Wir wollen das verpflichtend machen», sagte Günther. Pro Jahr und Windrad könnten so 20.000 bis 40.000 Euro in die Gemeindekasse kommen. «Dreht sich das Windrad vor Ort, kommt Geld rein für die Vereine im Ort, für die Freiwillige Feuerwehr, für die Kita.»

© dpa
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