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Saar-Hochwasser: Straßenschäden in Millionenhöhe

Das Hochwasser im Saarland zieht sich zwar zurück, doch noch immer sind viele Straßen betroffen. Die Beseitigung der Schäden wird mitunter noch Wochen dauern und Millionen kosten.
Hochwasser
Ein Hochwasser-Schild steht an einem überfluteten Feld. © Andreas Arnold/dpa/Symbolbild

Saarbrücken (dpa/lrs) - Zehn Tage nach dem verheerenden Pfingst-Hochwasser hat die saarländische Umwelt- und Verkehrsministerin Petra Berg (SPD) eine erste Schadensbilanz vorgelegt. Überflutungen, Erd- und Hangabrutsche sowie vereinzelte Unterspülungen der Fahrbahn hätten «massive Schäden» in der öffentlichen Infrastruktur angerichtet, besonders am Straßennetz, sagte sie am Dienstag vor Journalisten in Saarbrücken. Allein für den Bereich der Landesstraßen rechne der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) vorsichtig mit einer Schadenshöhe von insgesamt rund 11,5 Millionen Euro, für die Bundesstraßen werde die Summe auf rund 2,9 Millionen Euro beziffert. 

Ermittelt würden derzeit noch die Schäden an Brücken, Rückhaltebecken, Stützwänden und Pumpenwerken und auch an Radwegen. 

Durch das Hochwasser seien 60 Straßenabschnitte von Verkehrssicherungsmaßnahmen betroffen gewesen. Die meisten seien streckenweise voll gesperrt worden, inzwischen jedoch wieder für den Verkehr freigegeben. Bei zwölf Streckenabschnitten bedürfe es jedoch noch einer detaillierten fachlichen Beurteilung. «Es wird nicht ausbleiben, dass es zu Einschränkungen über mehrere Wochen kommt», sagte Berg. An manchen Orten müssten umfangreiche und technisch komplexe Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden - wie etwa in St. Ingbert, um einen Hangrutsch abzufangen. 

Zudem seien der saarländische Wald und seine Waldwege schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Zurzeit sei davon auszugehen, dass mehr als 740 000 Euro für die Sanierungsmaßnahmen von dortigen Wegen und Infrastruktur nötig werden. 

Dennoch zeigte sich die Umweltministerin bei ihrem Zwischenfazit zufrieden. «Wir können feststellen: Das Saarland war in diesen Tagen gut vorbereitet», sagte sie. Das Thema der «Klimafolgenanpassung» sei durch das Hochwasser 2018 im Saarland und 2021 im Ahrtal in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt worden. 

Bereits seit 2010 würden die Hochwasserschutzmaßnahmen kontinuierlich ausgeweitet. Ziel des Landes war und sei es, die Kommunen «überflutungsfit» zu machen. So habe das Ministerium bereits insgesamt rund 17 Millionen Euro für die Erstellung von Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepte sowie die daraus resultierenden baulichen Maßnahmen in den saarländischen Kommunen ausgegeben. «Eine Investition, die sich in dieser Ausnahmesituation wirklich bezahlt gemacht hat», sagte Berg. Technische Maßnahmen wie beispielsweise das Hochwasserrückhaltebecken in Ottweiler hätten gezeigt, dass Schlimmeres verhindert werden konnte. Zudem sei durch Starkregengefahrenkarten «sehr schnelles und effizientes Handeln» ermöglicht worden.

Positiv bewertete Berg zudem, dass der Anteil der saarländischen Bürgerinnen und Bürger, die eine private Elementarschadenversicherung besäßen, seit dem Jahr 2012 von 12 auf 47 Prozent gestiegen sei. «Das ist eine beachtliche Steigerung, dennoch nicht ausreichend», bilanzierte sie. Um die Menschen bei Naturkatastrophen wirksam vor einer «finanziellen Überforderung» zu schützen und ihnen Sicherheit zu bieten, werde das Saarland am 14. Juni im Bundesrat einen erneuten Antrag auf eine Pflichtversicherung einbringen. «Dass es geht, zeigen unsere französischen Nachbarn», so die Ministerin mit Blick auf ein Solidaritätsmodell in Frankreich. Hier werde auf eine individuelle Risikobewertung verzichtet, es gebe eine Ergänzung durch eine staatliche Rückversicherung und die Prämien blieben bezahlbar. Bislang sei eine flächendeckende Elementarschadenpflichtversicherung in Deutschland jedoch an der «Blockadehaltung» von Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) gescheitert. Es sei «höchste Zeit», diese aufzugeben.

© dpa
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